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Zauberstab :: Mein Stenz hat mich gefunden

Stenze verzaubern mich schon lange. Ich hatte aber noch nie einen im Wald gesehen, wusste nicht, wie sie wild wachsend aussehen. Als ich mit Jana und @koeniginmeinesherzens im Wald war, bekam ich das Geheimnis um die gewunden wachsenden Bäume gelüftet. Es ist das Waldgeissblatt mit ihren Schlingen, was den umschlungenen Baum zwingt, die Wuchsform zu ändern. Über die Jahre stranguliert die Kletterpflanze mit ihren Lianen den Baum so sehr, daß er einen schnörkeligen Stamm macht.

Sinnliches Holz

Das Wort Stenz steht eigentlich für den Wanderstab, den oft Zimmermänner auf der Walz bei sich tragen. Aus diesen Kreisen ist auch überliefert, daß man einen Stenz nicht findet, sondern der Stenz sich seinen Besitzer sucht, man von ihm gefunden wird. Und so kam mein Stenz auf einem unserer Ostseewaldstreifzüge zu mir. Die ersten liess ich stehen, bei diesem hatte ich sofort ein „Ja, das ist er“-Gefühl.

Zuhause schälte ich die Rinde ab. Jetzt schleife ich ihn noch glatt, vielleicht bekommt er noch eine pflegende Wachs/Ölschicht. Da liegt er nun in meinem Arbeitszimmer. Jeden Tag freue ich mich dran, streichel über das glatte Holz und die feinen Rundungen.

Diesen Beitrag verlinke ich zum Creadienstag (eine Sammlung toller Kreativideen, jeden Dienstag neu) und nachträglich zu Caro’s Grünzeug- Sammlung (Ideen, Aktivitäten und Geschichten rund um Natur und Kinder, jeden Freitag).

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Ostseerausch

In den Osterferien habe ich ein paar Tage meine Ostseesehnsucht gestillt und mir direkt einen kleinen Ostseerausch geholt. Mit dem Nachtzug bin ich von München nach Hamburg gefahren, habe einen Tag mit meiner Familie in Wismar verbracht und mich dann mit einer der Frauencamp-Frauen getroffen, um ein paar Tage Urlaub zu machen.

Und das war richtig, richtig schön! Das Wetter war uns wohlgesonnen. Es war zwar kalt und teilweise stürmisch, aber sonnig und gut zum draussen sein. Wir verbrachten einen fliegenden, wunderbaren Tag mit Jana am Meer, picknickten am Strand, stromerten durch den Gespensterwald in Nienhagen, sammelten Baumperlen und Birkenrinde. Die Zeit vergeht immer so schnell, wenn wir beisammen sind.

birkenrindebuche
buschwindroeschen
gespensterwald_meer

Ich war so viel draussen, wir sind so viel gelaufen. Am Ende des Tages war ich glücklich und hatte Wind- und Sonnenröte im Gesicht. Den ganzen Tag das Rauschen des Windes und des Meeres hören – unglaublich, welche Wirkung das aufs Gehirn hat. Wirklich, ich war so zum Überlaufen glücklich, daß mir manchmal einfach so die Tränen kamen. Richtig trunken war ich von meinem Ostseerausch.

wolken

Genuss, Kitsch und Romantik

Die Ostsee hat uns jede Menge Kitsch und Romantik geboten. Sonnenuntergang, Wellenrauschen, Möwengekreisch, Steinschätze. Ich habe so sehr wieder aufgetankt. Wir waren Spargel und Fisch essen, guten Wein trinken und haben Postkarten und Bücher geschmökert. Eins davon möchte ich besonders empfehlen, wir haben es direkt in vierfacher Ausführung gekauft. Für uns selbst und zum Verschenken.

sonnenuntergangstrandgut

Strandgut von Mara Andeck

Das Buch „Strandgut“ von Mara Andeck* ist so schön gestaltet/illustriert und inhaltlich so liebevoll ausgewählt. Es lässt sich leicht lesen, am Stück oder einfach so zum Reinblättern. Voller unterhaltsamer, interessanter Infos rund um das Meer. Das Buch ist ein schönes Geschenk an MeeresliebhaberInnen.
gespensterwald

Erinnerungen

Für mich war die Zeit auch ein bisschen wie nach Hause kommen. Nicht nur, weil ich die Ostsee für mich ein Stück Herzheimat ist, sondern weil ich zwei Jahre während meines Studiums in Kühlungsborn gelebt habe.
So konnte ich ein bisschen auf den vertrauten Pfaden wandern. Ich habe kurz das Gelände der alten Hochschule besucht, mich an Orte und Erlebnisse erinnert. Die Keramikwerkstatt, wo wir Ostereier gebatikt und es regelmässig Raku-Brand von Keramik gab – jedesmal ein ganz besonderes Ereignis. Drachenfest, Kellerparties und Frauen, die ich kennenlernen durfte. Der Strand, an dem ich mit einer lieben Freundin Tee trinkend den Wellen zugeschaut habe, die Kurve, in der ich morgens um 4 nach einer Studentenparty ein Auto aus dem Strassengraben gezogen habe, die Stelle bei der ich mit dem Fahrrad in den Mollischienen steckenblieb und neben einem Bus hinfiel (nur das Knie aufgeschlagen, zum Glück!). Wir sind mit der Molli-Bahn gefahren, haben die typischen weissen Häuser mit Meerblick in Heiligendamm in Gedanken gekauft und restauriert.
Die 4 Tage waren so so schön, in meinem Herzen rauscht noch immer die Ostsee.
schaetze
sketchbook
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Zurück in den Alltag finden

Nun sind unsere Ferien vorbei. Hinter mir liegt eine reiche, volle Woche, die schöner nicht hätte sein können. Ich habe meine Familie getroffen, war ein paar Tage mit einer Frau, die ich beim Frauencamp kennengelernt habe, an der Ostsee und danach beim zweiten Modul des Dharmatrainings, wo es um Tod und Sterben ging.

Kraftquellen

Die ganze Woche hat meine Batterien wieder mit so viel Schönheit, Input und Themen zum nachdenken gefüllt. Ich trage die Bilder und Erlebnisse tief in mir drinnen. Von meiner Zeit an der Ostsee und den vielen neuen Impulsen aus dem Dharmatraining möchte ich gern mehr schreiben. Vorerst nutze ich jedoch die Zeit, mich zurückzusortieren.

Zurück zum Alltag

Ich bin aber auch ziemlich erschöpft, da ich noch keine richtige Zeit für einen Übergang in den Alltag gefunden habe. Dieser Übergang ist mir eigentlich immer sehr wichtig, diesmal ging es aber gleich volle Kanne mit täglichen Anforderungen weiter, sodass ich vermutlich erst ab nächster Woche etwas verschnaufen kann. Heute habe ich die Tochter ins Lerncamp verabschiedet. Sie bereitet sich nun gemeinsam mit ihrer Klasse intensiv auf die bevorstehenden Quali-Prüfungen vor. Der Sterngucker verbringt noch eine weitere Woche bei der Oma. Das war für uns organisatorisch am geschicktesten, weil der Mann für ein paar Tage auf Geschäftsreise unterwegs ist. Also mache ich es mir mit dem Wolf schön.