Die vergangenen Tage waren ziemlich kalt. Jeden Tag schauten wir abwechselnd zum Himmel und in den Wetterbericht. Nachts gab es Temperaturen von 3 Grad, tagsüber 7. Dazu Regen und Wind. Nach der kältesten Nacht wachten wir morgens auf und sahen gegenüber beim Schauinsland die Wipfel mit Schnee bedeckt.

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Da macht doch Zelten keinen Spaß. In Wirklichkeit war gut für uns gesorgt. Wir haben nur in der ersten Nacht gefroren. Dann hatten sich wohl unser Körper an die Temperaturen und Umstände gewöhnt und wir konnten unser Wärmebedürfnis gut abschätzen. Tagsüber brannte immer ein Feuer zum Aufwärmen. Wir trugen Wollsachen und drüber eine Schicht Regensachen. Ich war wieder sehr glücklich über meine Wollwalkjacke, die mir mal der Mann geschenkt hat. Die leistete Tag und Nacht ihre Dienste. Auch der Sterngucker war warm verpackt. Ihm musste ich nur ein Mützchen nachkaufen (weil er seins ohne Bändchen immer vom Kopf zog) und eine lange Wollunterhose (weil einmal die Windel leckte und seine nass wurde).

Wir haben uns mal ein großes Familienzelt ersteigert. Dazu ein Tarp, was den Eingang nochmal überdacht und verlängert. Die letzten Jahre war ich für das Camp mit dem kleinen Zelt unterwegs, da ich aber wusste, daß es Regnen würde, habe ich mich diesmal für das große Zelt entschieden. Denn es ist wesentlich einfacher, mit einem baby auf dem Arm in ein zelt reinzugehen und drinnen bequem stehen zu können als entlang von nassen Zeltwänden reinzukriechen.
Das Zelt hat zwei Kabinen und einen großen Vorraum. Wir entschieden, in einer Kabine zu schlafen und die andere als Kleiderschrank zu nutzen. So hatten wir es zusammen kuschlig und gleichzeitig übersichtlich.

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Unsere Schlafkabine legten wir mit 3 aufblasbaren Isomatten aus. Darüber kam eine dicke Wolldecke, die wir uns geliehen hatten (normalerweise wird die für die Schwitzhütte benutzt). Darüber legte ich eine Baumwolldecke und ein Bettlaken (ich mag nicht so gern auf was anderem schlafen, ausserdem kann man ein Bettlaken schnell mal ausschütteln und auch leichter waschen als die anderen Decken). Darüber kam quer eine Nässeschutzunterlage, falls es einen Unfall geben würde (manchmal schlafen die Kinder so fest. Es gab aber keinen). Dann hatte jeder der Kinder ein Schaffell und ich meine Schurwollyogamatte. Die Tochter hat ihr Fell von meiner Oma geerbt, das des Sternguckers habe ich aus Fellresten vom Finkhof zusammengenäht und der Wolf hatte ein geliehenes Fell von Karta Purkh Kaur. Für die Köpfe siehst du unsere Reisekissen.

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Vom Boden her also gut ausgepolstert kamen als letzte Schicht unsere Schlafsäcke. Die Tochter, mit dem größten Wärmebedürfnis, mit einem weiteren Fell IM Schlafsack. Die beiden großen krochen am abend immer mit einer Wärmflasche richtig in den Schlafsack rein. Bekleidet in langen Sachen, Socken und Wollpullover. Ich kuschelte mich mit dem Sterngucker unter meinen Schlafsack (als Decke), auch mit langen Sachen, Socken und meiner Wollwalkjacke. Am besten war es mit Kapuze auf, damit der Kopf nicht auskühlt. Über die Schlafsäcke habe ich einmal quer rüber noch eine Wolldecke gelegt, damit es von oben nochmal kuschlig war.

So waren wir gut verpackt und haben nicht gefroren. Der Regen tropfte auf das Zelt, die Vögel zwitscherten munter und neben dem Zelt plätscherte ein Bach. ich liebe das so sehr!

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Es wäre gelogen, zu sagen, daß es nicht auch Zeiten gab, wo uns das Wetter nervte, wo wir (tagsüber) froren und es uns aufs Gemüt schlug. Aber wir haben das immer wieder gut hinbekommen und uns gegenseitig bei Laune gehalten. Mit Musik, Feuer oder einem Schwimmbadbesuch zum Aufwärmen.

8 thoughts on “Warm bleiben

  1. Ich habe ganz oft an Euch gedacht, als ich den Wetterbericht gesehen habe.
    Zu Pfingsten erwartet man ja eigentlich besseres Wetter.

    Da hattet Ihr ja ganz schön viel Schichten nötig, um warm zu bleiben. Sieht echt kuschelig aus.
    Auch wenn das so gar nix für mich wäre ;-)

  2. Wow, so toll organisiert!!! Jetzt kann ich mir das besser vorstellen. Doch, trotz Regenwetters stelle ich es mir ziemlich gemütlich und relaxt vor.

  3. Hui, da hattet ihr ja kein Glück mit dem Wetter. Schade. Aber es sieht trotzdem sehr gemütlich aus bei euch im Zelt. Und das Zelt ist ja bitte mal ein Traum. Wir waren vor einigen Jahren auf Korsika campen mit unserem kleinen Zelt und neben uns ganz viele Familien mit eben diesen tollen großen Zelten. Damals hab ich mir schon gedacht, wenn wir mal Kinder haben, muss so eines her. Traumhaft!!
    Liebste Grüße, Subs

  4. Wow, und das hast du alles zu Fuß angeschleppt? Toll. Ich zelte auch sehr gern und mag vor allem auch das Geräusch, wenn der Regen ans Zeltdach klopft. Was ich nicht mag, ist, wenn nichts mehr ordentlich trocknet. Aber wenn die Stimmung und die Menschen passen, dann ist das Wetter eben nur Nebensache.
    Alles Liebe, Katharina

  5. Du bist ein wahrer Organisationstalent. Es ist bewundernswert, wie Du die Sachen anpackst, macht immer wieder Spass zu lesen, liebe Grüße und auf ein gutes Wetter, Julia
    PS: hier regnet es unaufhörlich, es ist dunkel und trist, ich schöpfe so viel Positives durch diesen Post, danke

  6. Wie wunderbar, dass du sowas machst! Ich habe es begeistert gelesen. Draußen sein ganz nah am Wetter – herrlich! „Freu dich, wenn es regnet! Wenn du dich nicht freust, regnet es trotzdem.“ Man spürt, wieviel Freude ihr hattet in eurem kuscheligen Lager. Lieben Gruß Ghislana

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