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Stenze verzaubern mich schon lange. Ich hatte aber noch nie einen im Wald gesehen, wusste nicht, wie sie wild wachsend aussehen. Als ich mit Jana und @koeniginmeinesherzens im Wald war, bekam ich das Geheimnis um die gewunden wachsenden Bäume gelüftet. Es ist das Waldgeissblatt mit ihren Schlingen, was den umschlungenen Baum zwingt, die Wuchsform zu ändern. Über die Jahre stranguliert die Kletterpflanze mit ihren Lianen den Baum so sehr, daß er einen schnörkeligen Stamm macht.

Sinnliches Holz

Das Wort Stenz steht eigentlich für den Wanderstab, den oft Zimmermänner auf der Walz bei sich tragen. Aus diesen Kreisen ist auch überliefert, daß man einen Stenz nicht findet, sondern der Stenz sich seinen Besitzer sucht, man von ihm gefunden wird. Und so kam mein Stenz auf einem unserer Ostseewaldstreifzüge zu mir. Die ersten liess ich stehen, bei diesem hatte ich sofort ein „Ja, das ist er“-Gefühl.

Zuhause schälte ich die Rinde ab. Jetzt schleife ich ihn noch glatt, vielleicht bekommt er noch eine pflegende Wachs/Ölschicht. Da liegt er nun in meinem Arbeitszimmer. Jeden Tag freue ich mich dran, streichel über das glatte Holz und die feinen Rundungen.

Diesen Beitrag verlinke ich zum Creadienstag (eine Sammlung toller Kreativideen, jeden Dienstag neu) und nachträglich zu Caro’s Grünzeug- Sammlung (Ideen, Aktivitäten und Geschichten rund um Natur und Kinder, jeden Freitag).

17 thoughts on “Zauberstab :: Mein Stenz hat mich gefunden

  1. Oh so schön. Ich habe mich auch gefragt wo die herkommen/wie die entstehen. Hoffentlich findet mich auch mal ein Stenz. Vielleicht muss ich wirklich endlich mal wieder an die Ostsee. Es will hier nur einfach keiner mit. Diese Österreicher sind solche Mittelmeersüchtlinge… hachseufz

  2. Das ist ja großartig! Gerade letztens habe ich auch von diesem Phänomen gelesen. Und da das Schicksal der Bäume ohnehin schon besiegelt ist, fällt es auch sicherlich leicht, sich so eines Schatzes anzunehmen. Du hast ihn wunderbar beschnitzt/geschält. Ich könnte es gar nicht erwarten, ihn zu polieren, mit (Lein) Öl-Bienenwachs zum Beispiel…

    GRÜNE Grüße,

    Caro

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