Donnerstags-Log

Das Gasthaus

Das menschliche Dasein ist ein Gasthaus.
Jeden Morgen ein neuer Gast.
Freude, Depression und Niedertracht –
auch ein kurzer Moment von Achtsamkeit,
kommt als unverhoffter Besucher.
Begrüße und bewirte sie alle!
Selbst wenn es eine Schar von Sorgen ist,
die gewaltsam dein Haus
seiner Möbel entledigt,
selbst dann behandle jeden Gast ehrenvoll.
Vielleicht bereitet er dich vor
auf ganz neue Freuden.
Dem dunklen Gedanken, der Scham, der Bosheit –
begegne ihnen lachend an der Tür
und lade sie zu dir ein.
Sei dankbar für jeden, der kommt,
denn alle sind zu deiner Führung
geschickt worden aus einer anderen Welt.

– Rumi

Bei Mariengold gefunden. So schön, so wahr.

Und nun mein eigentlicher Log für heute:

[bewegt] schon wieder nicht
[gegessen] Smoothie, Finncrisp mit Avocado, roter Paprika & Rucola, Honigmelone, Kichererbsen Curry & Reis, 1 Stück dunkle Chili-Schoki, Obstsalat, Mangold-Risotto & Salat (Feldsalat & rote Paprika), 1 Orange
[Wellness]
[Seelennahrung] den Mann daheim haben (er hat Urlaub), neue Lampen
[Und sonst] Frauenarzt, Post, Einkauf, Arbeit

Gelesen :: Schutzengel von Paulo Coelho

coelho_schutzengel

Neulich im Bücherbus hab ich einfach das nächstbeste Coelho Buch mitgenommen, was sie hatten. Schutzengel. Ließ sich wunderbar schnell lesen, drei Abende und ich war durch. Die Handlung insgesamt war mir einen Ticken zu abgefahren, einen Teil der Unterhaltungen konnten ich in ihrer Tiefe nicht folgen. Aber dennoch war es ein schönes Buch, gespickt mit typischen Coelho Weisheiten.

„Erfüllt Eure Pflicht. Das ist in Ordnung. Aber Pflichten haben noch nie jemanden daran gehindert, seinen träumen zu folgen.“

(eine alte Frau über den Tod) „…Für uns ist es etwas, das morgen passieren kann. Daher verbringen viele alte Menschen die Zeit, die ihnen noch bleibt, damit, nur in eine Richtung zu blicken: zur Vergangenheit. Nicht, weil ihnen die Erinnerungen so lieb sind; aber sie wissen, dass sie dort eben das nicht finden, wovor sie sich am meisten fürchten….Der Blick in die Zukunft zeigt uns, was sie tatsächlich für uns bereithält: den Tod.“

„Der Tod ist ein Engel (..) Diese Menschen sagen, dass sein Anlitz schön ist und seine Berührung sanft. (…) Er besteht aus Licht…Wenn der Augenblick gekommen ist, wird er Ihnen in der Form erscheinen, die es Ihnen leichtmacht, ihn zu empfangen.“

(Über die Liebe und Verliebtsein) „Das war Verliebtheit: sich das Bild eines anderen schaffen, ohne ihm zu sagen, wie dieses Bild aussieht.“

„Liebe hiess, die Welt mit einem anderen Menschen teilen. Eine der beiden Frauen kannte er gut. Er teilte sein Universum mit ihr. Sie schauten auf dieselben berge, dieselben Bäume, obwohl jeder sie auf seine Weise sah. Er kannte ihre Schwächen, ihre Augenblicke des Hasses, der Verzweiflung, und dennoch stand er an ihrer Seite. Sie teilten dasselbe Universum.“

„Wir sind für alles verantwortlich, was auf dieser Welt geschieht. Wir sind Krieger des Lichts. Mit der Kraft der Liebe und mit Willenskraft können wir unser eigenes Schicksal und das vieler anderer Menschen verändern.“

„Wenn wir aber alles, was an uns nicht gut ist, akzeptieren und dennoch finden, daß wir ein frohes, glückliches Leben verdient haben, öffnen wir ein riesiges Fenster, durch das die Liebe hereinströmen kann. Ganz allmählich werden unsere Mängel von ganz allein verschwinden, denn wer glücklich ist, kann die Welt mit den Augen der Liebe sehen – diese Kraft regeneriert alles, was im Univerum existiert.“

Die Lebenszyklen

Wir entwickeln uns beständig weiter, manchmal im Leben stecken wir in einer Krise, manchmal wissen wir nicht weiter, manchmal kracht es ordentlich. Yogi Bhajan sagt dazu:

„Alle 7 Jahre verändert sich dein Bewusstsein, alle 11 Jahre deine Intelligenz, alle 18 Jahre dein Lebensstil. Das ist natürlich. Es kann nicht aufgehalten werden.“

Er teilt unser Leben in verschiedene Zyklen ein, die wir durchlaufen, ob wir wollen oder nicht.

Alle 7 Jahre: der Zyklus des Bewusstseins

  • unser Weltverständnis
  • unsere Prioritäten und (inneren) Ziele
  • unser Selbsverständnis und Selbstwertgefühl

Alle 11 Jahre: der Zyklus der Intelligenz

  • Mittel, Strategien, Methoden zur Umsetzung unserer Vorstellungen
  • Prozesse um unsere Ziele zu erreichen

Alle 18 Jahre: der Zyklus des Lebens

  • Lebensstil, äußere Ziele, Lebensumstände
  • angefangene und gepflegte Beziehungen
  • Aktivitäten
  • Gesundheit, Ebene und Qualität unserer Lebensenergie

Wenn man diese Zyklen mal als Kurven darstellt, dann merkt man, daß es Zeiten gibt, wo sich die Kurven treffen oder verdammt nahe kommen. Das sind Jahre, wo es heiss her geht. Wenn ihr mal Euer Leben so anseht, da gibt es doch bestimmt so Alter, wo ihr Riesenfortschritte gemacht habt, oder alles drunter und drüber ging, ihr in einem Tal festhingt oder durch eine fette Krise gegangen seid (oder grad geht?).

Wie ich drauf komme? Mir geht es grade so. ich befinde mich in mitten einer solchen Phase. Schon seit bestimmt einem Jahr vermisse ich meinen Fokus, immer wieder taucht in mir die Frage nach dem Sinn des Ganzen (des Lebens, meines Daseins) auf usw. Tausend Fragen beschäftigen mich, ich drehe mich im Kreis, sehe mich mit mir unbekannter Schwermut befallen etc etc.

Ich bin 33.

Schaun wir doch mal genauer auf die Knaller-Jahre. (Dann bekommt vielleicht auch der Begriff Midlife-Crisis eine neue Bedeutung).

18/21/22

33/35/36 (Ganz schön viel in Bewegung also bei mir. Ich bin gespannt auf die nächsten 3 Jahre und wie sich mein Leben einrichtet, umwälzt, neu formt.)

42/44

54/55/56

63/66

72/77

Interessante Theorie, oder?