Ich atme und versuche so wenig wie möglich zu wollen

Ich atme und versuche so wenig wie möglich zu wollen

Auf Instagram schrieb ich am Freitag Abend unter das Bild unseres aufgeräumten Wohnzimmer als Auftakt ins Wochenende: “Ich atme und versuche so wenig wie möglich zu wollen.” Denn der Freitag war geprägt von Dauerregen und streitenden Jungs. Die Aussicht auf ein Wochenende allein mit den Kindern klang unter diesen Voraussetzungen nicht so verführerisch.

Doch am Ende war das Wochenende wirklich bunt, laut und nett.

Bunter Samstag

Es gab mal wieder einen schön gedeckten Frühstückstisch. Zur Samstagmorgenstimmung stell dir noch “Ode an die Freude” auf der Blockflöte gespielt vor. Das hatte der Wolf nämlich als Ohrwurm (vom Trompetenunterricht) und sich am Freitag abend selbst auf der Flöte beigebracht. Entsprechend ambitioniert war er, das Lied zu üben.

Dann waren wir Schuhe kaufen. Beiden Jungs fielen die bisherigen nämlich schon von den Füßen. Der Sterngucker wollte unbedingt Schnürschuhe, weil er am Tag zuvor im Kindergarten Schleife binden gelernt hat. Gar nicht so einfach, Kinderschuhe mit Schnürsenkeln zu finden. Die Tochter brauchte noch Badeschuhe und einen Bikini für ihre Abschlussfahrt nach Kroatien. Ich verbrachte so meinen Samstag vormittag mit einer Einkaufsrunde mit allen drei Kindern. Puh. Nerven und Geldbeutel waren am Ende.

Den Nachmittag verbrachten wir noch in Haus und Garten. Ich arbeite ein wenige an den detailierten Inhalten für den Skizzenbuchkurs {Werbung}, der am Donnerstag startet. Ich merke, dass ich voller kribbeliger Vorfreude bin und unglaublich Spaß daran habe, die Inhalte zusammenzustellen.

Dann bereitete ich ein paar Mitbringsel für das Strassenfest in unserer Siedlung vor. Dann verbrachten wir den Abend mit der Nachbarschaft. Es gab unglaublich viel und leckeres Essen, gute Laune, Kinderspiele und ein Bubble-Fussballspiel. Wir brachten einen Eimer Riesenseifenblasen {Link zur Anleitung. Werbung} mit. Die Kinder tobten bis 22 Uhr ausgelassen in der Siedlung herum. Zwischendrin holte ich die Tochter ab. Sie war nach unserer vormittäglichen Einkaufsrunde gleich weiter nach München gefahren.

Zäher Sonntag

Spät waren wir im Bett, unruhig war die Nacht, weshalb wir am Sonntag lange ausschliefen und den Tag ruhig angingen. Der Sonntag wurde dann recht zäh. Durch die Müdigkeit wusste keines der Kinder recht was mit sich anzufangen. Sie hingen um mich herum, forderten Aufmerksamkeit oder stritten sich. Ich selbst wollte ein paar Dinge erledigen. Das mit dem “wenig wollen” ist mir an dieser Stelle nicht so gut gelungen. In Gedanken hatte ich, was seit Freitag auf meinem Zettel stand und erledigt werden wollte. Weil ich selbst müde war, konnte ich auch nicht adäquat auf alle Bedürfnisse (inklusive meiner eigenen) reagieren, was insgesamt immer wieder zu Spannungen führte. Die Tochter packte für ihre Abschlussfahrt. Je näher der Zeitpunkt der Abreise rückte, desto überforderter fühlte sie sich.

Ich schaffte es irgendwann, den Sterngucker zum Mittagsschlaf hinzulegen. Unter Gemotze schlief er innerhalb weniger Minuten ein. Ein Segen. Ich werkelte in Garten und Küche. Am Abend schienen sich die Energie zu entspannen. Die Jungs spielten Fußball, ich machte Pizza fürs Abendessen und ließ den Gedanken los, noch irgendwas produktives schaffen zu können. Erstaunlich, was sowas in mir drinnen bewirkt. Loslassen ist ja immer wieder so ein Thema.

Nach dem Abendessen spielte ich mit den Jungs noch eine Runde Fußball. Das war lustig, auch wenn ich nicht sehr motiviert war. Unglaublich, wie muskulös die Jungs sind allein von ihrer dauernden Alltagsbewegung. Der Kleine besteht gefühlt nur aus Muskeln und Knochen. Das sieht schon sehr lustig aus. Und braun ist er. Da wirke ich richtig blass dagegen.

Gegen 20:30 Uhr fuhren wir die Tochter zur Schule, wo der Bus nach Kroatien abfuhr. Nicht ausführlich beschrieben sind die OMG-wir-müssen-los-ich-hab-noch-nicht-alles-gepackt und was-wenn-ich-was-wichtiges-vergessen-hab Momente. Ich bin mir sicher, sie wird eine gute Zeit haben und nichts Essentielles wird fehlen. Während die meisten Eltern sentimental winkend am Bus standen jubelte ich innerlich, eine ganze Woche ein Kind weniger im Haus zu haben*. Das bedeutet vorallem: weniger Mama-fährst-du-mich-zu-a-und-holst-mich-mitten-in-der-Nacht-bei-b-wieder-ab?

Zurück daheim packte ich die Jungs direkt und ohne große Umwege ins Bett und fiel dann selber ins Kissen. Uff.

*natürlich freue ich mich, dass die Tochter eine schöne Zeit haben wird und freue mich auch, wenn sie daheim ist. Und wieder kommt.

Viele bunte Wochenendeinblicke gibt es, wie jedes Wochenende, bei Susanne.

3 Gedanken zu „Ich atme und versuche so wenig wie möglich zu wollen

  1. Danke für deinen Wochenendeinblick, wie immer toll geschrieben, als wäre man mittendrin und dabei gewesen.
    Ich wünsche dir eine schöne Woche und denk an dich.

  2. das klingt nach einem schönen wochenende! und klassenfahrten mag ich auch so gern. was die kinder da alles erleben können, das könnt ich ihnen niemals bieten,und wie sie wachsen an ihren neuen erfahrungen! und wenn sie wiederkommen mir mit “mamaaa!” in die arme springen (trotz 17 jahren, trotz öffentlichkeit), so schön.
    habt es gut, post ist unterwegs ;-)

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