Kinder suchen sich ihre Eltern aus. Je nachdem, welche karmischen Aufgaben noch zu lösen sind und was noch alles an Themen dran ist im Leben der Seele. Das glauben nicht nur die Anthroposophen, sondern auch die Yogis (und wer auch immer noch).Die ersten 120 Tage ist die Seele locker mit der Mutter verbunden. In dieser zeit ist die Seele noch stärker mit der spirituellen Welt als mit der materiellen verbunden. Sie kann großen Einfluß auf die werdende Mutter und ihre persönliche Entwicklung haben. Manche Frauen, frisch schwanger oder kurz davor, können diese Verbindung sogar wahrnehmen. Erst um den 120.Tag (nach der Befruchtung der Eizelle) bindet sich diese spezifische Seele an die Eltern, unterliegt nun dem Magnetfeld der Erde und der Mutter. Sie inkarniert in das Baby, das da in der Mutter wächst und ist nun auch stärker mit der materiellen Ebene verbunden. Das ist auch meist die Zeit, wo man erste Kindsbewegungen spürt. Ich denke, da gibt es einen Zusammenhang.

(Auch im Islam glaubt man, daß nach 120. Tagen die Seele dem Fötus eingehaucht wird)

In Indien ist es Tradition, den 120. Tag zu Ehren der Mutter, der Schöpfungskraft, Adi Shakti, zu feiern. Die Mutter wird verwöhnt und umsorgt und Ankunft der Seele wird gefeiert. Diese Tradition haben wir auch im Kundalini Yoga übernommen. Ich finde das ein sehr schönes Ritual und erinnert mich ein ganz klein wenig an die in Amerika üblichen Baby-Shower-Parties.

„Das reinste in der Welt ist das herz der Mutter, das Herz-Chakra, das zentrum der Mutter. Es kann Gott bewegen. Es kann das Universum bewegen. Es kann jenseits aller Begrenzung eine Wirkung verursachen. Das herz der Mutter ist die größte Kraft der Unendlichkeit, die jemals einem endlichen Wesen gegeben wurde…“ Yogi Bhajan, 20.Juli 1977

Für dieses Fest kann man es sich richtig schön machen. Einen kleinen Altar aufbauen, Freunde einladen, sich bekochen und beschenken lassen, gemeinsam singen und/oder meditieren. Einfach Feiern. Das ist am schönsten, wenn man es in Familie und Gemeinschaft tun kann, aber auch allein in trauter Zweisamkeit kann man wunderschöne Rituale schaffen. Als ich vor einigen jahren mal im Ashram in Berlin war, war kurz vorher gerade eine solche Feier in der Gemeinschaft. Ich durfte noch den tollen Altar bewundern und bekam eine Ahnung von der Tiefe und Innigkeit des Festes.

altar_120_tag 1

Ideen, um den 120. Tag zu Feiern:

  • lade Mitglieder deiner Gemeinschaft, Familie, Freunde ein
  • Geschenke für die Mutter
  • Blumen, Lieder, Gedichte, Texte
  • Kerzen, Bilder
  • reichlich leckeres Essen (jeder bringt was mit?)
  • Gebete für physisches, psychisches und spirituelles Wohlegehen der Mutter (um Stabilität und eine gute Grundlage für das Baby zu bieten)
  • einen Altar richten
  • sich schön kleiden
  • Musik
  • gemeinsame kreative Aktivität (Filzen, Malen…)
  • Tanzen
  • … die Möglichkeiten sind unerschöpflich und so individuell wie dein Lebensstil, Glaube und du selbst

Wir feiern unser Seelenwillkommensfest am Sonntag. In kleinem Stil. Ganz in unserer Familie. Es gibt noch keinen genauen Plan (bin gespannt, was der Mann sich ausdenken wird ;-)

Ideen für den 120. Tag bzw Erfahrungen und überhaupt schöne Gedanken zum Thema Schwangerschaft findest du im Buch „Bountiful, Beautyful, Blissful“ von Gurmukh (in englisch)

17 thoughts on “Die Seele inkarniert

  1. Daran, dass sich die Kinder ihre Eltern aussuchen glaube ich auch, aber ich wusste gar nicht, was damit alles verbunden ist, … DANKE … eine Baby-Shower Party, … cool, hätte ich mir auch gewünscht.

  2. Danke für den Buchtip! Ich habe hier „The Gift of giving life“ von Tarn Taran Kaur Khalsa, da gibt aber leider nur einen kurzen Absatz zum 120. Tag. Steht in deinem Buch etwas mehr dazu?
    Und wie sind deine Erfahrungen mit dem „Buch der Ankunft?“ Ich lese es ja mit anderen Augen (Nichtschwanger, Hebammenschülerin) und bin mit dem ersten Teil fast durch und habe mir irgendwie was anderes erwartet.

  3. Die Bücher von Tarn Taran habe ich auch. Stimmt, da gibt’s nicht soviel dazu. Im Gurmukh Buch sind zwei Seiten dazu geschrieben. Da geht es weniger um die Seele und Hintergründe, sondern eher Vorschläge, wie man den Tag feiern/gestalten könnte. Sie schreibt da das ein oder andere Zitat von Schwangeren rein und schlägt eine Meditation vor.
    Das Buch der Ankunft liest sich sehr zäh für mich. Ich schleppe mich da irgendwie durch, blättere momentan eigentlich eher nur durch und lese hier und da, wo ich hängen bleibe. Es geht mir wohl wie dir, habe mir mehr erwartet. Ist bisher nix gewesen, was ich nicht schon wusste bzw wo ich einen Ansatz für mich selbst finden kann. Vielleicht bin ich die falsche Zielgruppe. Mich interessiert noch „Spiritual Midwifery“ von Ina May Gaskin. Das bestelle ich mir als nächstes. Undnoch diverse andere auf meinem Wunschzettel ;-)

  4. Wenn du magst kann ich dir ja auch mal was leihen? :)
    Ich habe zwei Bücher von Ina May Gaskin („Spiritual Midwifery“ und „Die selbstbestimmte Geburt“ wobei ich ersteres mehr mag, weil sie da von den Anfängen der Farm erzählt. Beide Bücher sind mehr eine Sammlung von Geburtsgeschichten als dass sie tatsächlich von spirituellem Geschehen/Erleben berichten).
    Das Buch von Iris Rinkenbach „Schwangerschaft“ geht schon mehr in die Richtung mit „Übungen“ Monat für Monat, die hauptsächlich auf die Kabbalah aufbauen – und mit der kenne ich mich persönlich nicht aus, das ist auch nicht meiner Art der Spiritualität nichtsdestotrotz gibt es einige schöne Rituale.
    Von Benig Mauger habe ich noch „Reclaiming the Spirituality of Birth“ allerdings habe ich da noch nicht wirklich reingelesen.
    Eva-Maria Stark „Geboren werden und gebären“ eine feministische Streitschrift aus den 70igern mit vielen Themen, die auch heute noch aktuell sind (allerdings nicht wirklich spirituell orientiert sondern vor allem links-intellektuell.
    Diverse Bücher von Leboyer – die finde ich einfach immer wieder unsagbar berührend und ergreifend, weil mich die Schönheit der Worte und die schlichte Wahrheit einfach tief berührt.
    Und dann habe ich noch „Das Kind im Lotos“ von Margaret Stephenson Meere, das habe ich allerdings aktuell verliehen und habe noch nicht reingelesen.

    Ich wünsche euch am Sonntag auf jeden Fall ein stimmungsvolles Fest mit viel Innigkeit.

  5. das klingt ganz ganz toll. danke fürs teilen. wundervolle ideen, eine schwangerschaft intensiv zu begehen und die seele willkommen zu heißen. wenn wir nicht soviel um die ohren hätten, würde ich mir sofort alle bücher bestellen und schmökern…obwohl nicht schwanger…toll!

  6. Hier in Amerika gibt es etwas ganz aehnliches mit dem Blessingway der Navajo Indianer.
    Ich wuensche Dir und Euch ein wundervolles und reiches Seelenfest!

  7. Dieses Fest ist eine wunderbare Idee und wird sicher ganz toll;bei meiner Tochter haben wir auch eine Blessingway Feier gemacht mit dem Lied „Yani Yoni“, die Gästinnen haben Perlen mitgebracht und mit Wünschen für Mama und Kind eine Kette gestaltet, eine Kerze verziert und ein Netz gewebt- es gibt wirklich viele Ideen und Möglichkeiten..

    Geburt- die Wiederentdeckung des weiblichen weges von Birgit Baader
    Gebären in Liebe und Bewusstsein von Heidi Stäheli Oosterver

    die zwei Bücher finde ich noch zusätzlich zu allen oben genannten empfehlenswert…
    Die spirituellen Hebammen war und ist noch immer mein absolutes Lieblingsbuch …

    eine schöne Feier und alles Liebe Andrea

  8. Pingback: Familienzeit « Jademond

  9. Wow, das ist ja ein toller Brauch, danke für´s Teilen. Ich hoffe, euer kleines Fest war schön und so wie ihr es euch vorgestellt habt!

  10. Pingback: 40 Tage nach der Geburt « Jademond

  11. Was wenn man gar nicht genau weiß, wann der Tag der Empfängnis war? Schon bei meinen ersten beiden Kindern war ich mir da nicht sicher. Aber dieser Brauch ist sooooo schön! Schade, dass ich ihn damals noch nicht kannte. LG Netti

  12. Naja, kann man ja so uuungefähr anhand der Ultraschall-Untersuchungen und Drehscheiben etc eingrenzen. Und das kommt ja nicht auf den Tag genau an, sondern ist sicher auch eine eher symbolische Zahl. So um den 120. Tag halt…

  13. Pingback: Geburtsmala

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.