Morgenstimmung

Als ich mit der Tochter Schwanger war, das war 2001, habe ich mit Yoga begonnen. Eigentlich wollte ich Bauchtanz machen, aber da gab es keinen Kurs zu der zeit, also wich ich auf eine offene Yogastunde im Geburtshaus Hamburg aus. Die besuchte ich dann regelmässig einmal pro Woche nach der Arbeit. Das war mein erster Kontakt mit Kundalini Yoga und es tat mir sehr wohl. Besonders mochte ich das Singen und Tönen, aber auch das Gemeinschaftsgefühl. Nachdem die Tochter da war, besuchte ich einen Rückbildungs-Yoga-Kurs im Goldbekhaus in Hamburg, danach regelmässige Yogastunden beim AMTV in Rahlstedt. So lange, bis ich selbst die YogalehrerInAusbildung machte, gelegentlich meine eigene Lehrerin vertrat und später in der Yogaschule Rahlstedt unterrichtete. Ich fuhr zum Yogafestival nach Frankreich, besuchte Workshops und Kurse, später auch Ausbildungen und Camps, die in vielerlei Hinsicht mein Denken und Handeln beeinflussten. Über die Jahre fügten sich Stück für Stück Erfahrungen, Wissen und Begegnungen. Die Asanas, das was für viele Yoga ausmacht, waren bei immer zweitrangig. Und trotzdem bezeichne ich mich als Yogini. Auch wenn ich nicht so oft auf der Matte stehe oder sitze. Denn für mich ist Yoga mehr als nur Asanas – Körperhaltungen. Mit dem Yoga habe ich mir einen Werkzeugkasten an Erfahrungen aufgebaut, auf den ich zugreifen kann, wenn ich daraus etwas brauche. Das sind Mantras, die mir helfen, wenn ich Angst habe oder Spannung lösen möchte, das sind gezielte Haltungen, wenn ich Konzentration oder Mut brauche, Atemtechniken, wenn ich aufgeregt oder unkonzentriert bin. Das ist mein Yoga.

Natürlich ist es auch schön, regelmässig Yogastunden zu besuchen. Das hat mir lange gefehlt. Ich bin keine, die zu Hause regelmässig yogiert. Hin und wieder tue ich das. Aber nicht über einen langen Zeitraum. Es tut mir gut, kleine Übungen in den Alltag einzubauen. Ich schaue mir dann gezielt auf youtube kleine Sets aus und mache sie mit. Oder einzelne Übungen aus Büchern (zB momentan Dein Yoga, dein Leben*). Eine zeitlang habe ich morgens regelmässig Sonnengrüße geübt, dann wieder die Serabandanda Kriya. Ein andermal setze ich mich täglich zum Meditieren hin, dann wieder gab es Pendra aus dem Gatka. Ich liebe die yogischen Gemeinschaften, das beieinander sein, miteinander tun, Sangat und Pangat (Gemeinschaft und Essen).

Und jetzt gerade?

Gehe ich wieder regelmässig zu einer Yogastunde hier im Ort. Es ist eine kurze Anfängeryogastunde, aber genau das, was ich brauche, denn ich bin sehr verspannt. Ausserdem freue ich mich über über die ‚Gymnastik‘ nach dem Schwimmen, die vom Yogalehrer angeleitet wird. Ich lese „Dein Yoga, dein Leben“ von Tara Stiles und „Die Yogakriegerin“ von Ana T. Forrest. Ich führe mit dem Mann Gespräche über Yoga und Gong, Klang und Frequenzen, während er seine Gongausbildung vorbereitet und wir die alten Aufzeichnungen aus unseren Ausbildungen sichten. Ich überdenke meine Haltung und Zugehörigkeit zum Kundalini Yoga und den Strukturen, von denen das ganze Umgeben wird. Ich erweitere meinen Blick und bin doch ganz bei meinem eigenen Sadhana. Ich merke, wie mir Yoga gut tut, aber auf eine ganz andere Weise als vielleicht dir.

Wenn du Yoga machst, was bereichert dich daran? Sind es die Asanas, Atem, Meditation? Alles zusammen? Das Weltbild und die Philosophie? Welche Yoga-Art hast du für dich entdeckt? Was magst du daran am liebsten? Und falls du noch suchst, wonach suchst du?

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10 thoughts on “Wann bin ich Yogini?

  1. Ist es nicht genau das, was eine(n) Yogi(ni) ausmacht? Das Ganze? Das Denken, fühlen, atmen? Ich gehe endlich auch wieder 1x die Woche zur Yogastunde im Ort. Bis vor kurzem gab es in der näheren Umgebung nur Iyengar Yoga, das hat mir nicht gefallen. Zu viel rumgefummele mit Hilfsmitteln, zurechtrücken von Block, Gurt und Klappstuhl(!). Jetzt mache ich Hatha Yoga für die Mittelstufe bei einer sehr sympathischen Yogalehrerin. Zu Beginn der Stunde sinden wir das Gayatri Mantra, das gefällt mir sehr gut. Und die kraftvollen Übungen lösen Verspannungen, machen mich beweglicher. Das tut unheimlich gut. Aber für mich ist das wichtigste, bereicherndste am Yoga vor allem, dass es mich erdet und mich wieder bei mir selber ankommen lässt. Mein Bewusstsein schärft und mir innere Ruhe gibt. Das brauche ich dringend im schnelllebigen Alltag zwischen Arbeit, Kindern, Haushalt und Co. Und es stärkt meine Achtsamkeit & Dankbarkeit und lässt mich die Dinge annehmen, wie sie sind. Wie du siehst – auch so viel mehr als Asanas :-)

  2. Das ist interessant, wie du Yoga siehst und was dir daran besonders gefällt! Bei mir ist es ganz anders.
    Ich mache seit 4 Jahren Yoga, habe über einen VHS-Kurs mit Hatha-Yoga begonnen und ich mag das Singen und Tönen überhaupt nicht.
    Meine damalige Yoga-Lehrerin hat Yoga gelebt, mit Räucherstäbchen und den Raum dekorieren und begleitender Musik. Für mich spielt
    das eher eine untergeordnete bis gar keine Rolle. Die Düfte und Musik sind einfach nicht meine Welt. Ich war auch schon auf der Yogafair
    in Hamburg und habe dort viele Probekurse mitgemacht, aber Yoga so zu leben ist nicht meins, war aber interessant für mich, das zu sehen
    und für mich zu merken, wo Yoga bei mir aufhört ;-)
    Ich habe den Kurs nur weitergemacht, weil ausnahmslos alle Mädels im Kurs auf einer Wellenlänge schwammen und wir uns privat mochten.
    Der Kurs war da nur noch der Anlass, um uns regelmäßig zu treffen …
    Ich mag in erster Linie die Asanas, bis auf die, wo der Kopf viel nach unten hängt oder der Nacken überstreckt wird, meine „Hassübung“ ist der Fisch …
    Nachdem sich der Kurs durch Wegzug der Lehrerin aufgelöst hat, habe ich eine Weile kein Yoga gemacht und es hat mir auch nicht gefehlt. Daran
    merke ich, welchen Stellenwert Yoga bei mir hat.
    Ich bin sportlich sehr aktiv, habe wohl daher keine großen Probleme mit Verspannungen, Schmerzen o. ä., obwohl ich auch den ganzen Tag am Rechner
    sitze.
    Im Sommer habe ich ein neues Fitness-Studio ausprobiert und dort wurde auch Yoga angeboten, mit speziellem Augenmerk auf die Wirbelsäule.
    Dort mache ich nun wieder regelmäßig mit. Die Lehrerin ist super sympathisch und eher ein „Soft-Yogi“. Es gibt keine Räucherstäbchen, Gesang u. ä.,
    sondern die Stunde konzentriert sich auf die Asanas mit einer kleinen Anfangs- und Endmeditation bzw. einer Entspannung in Shavasana.
    Das wars und das ist genau meine Mischung. So ist „mein“ Yoga, so macht es mir Spaß ;-)
    Yoga-Nidra mal zwischendurch finde ich gut und ab und zu eine Yin-Yoga-Einheit mag ich auch. Aber ich mache das nie zu Hause für mich, ich brauche
    immer Anleitung und „Gruppenzwang“.

    Aber spannend, wie unterschiedlich Yoga sein kann, ich wie jeder persönlich für sich daran was findet!

  3. Ich habe Yoga auch über einen Schwangerschaftskurs kennengelernt. Dort habe ich Prana Yoga kennengelernt. Am Anfang war es für mich ziemlich seltsam zu meditieren, Mantras oder Omm zu singen. Aber gerade das Omm hat mir bei der zweiten Geburt so geholfen. Endlich habe ich verstanden, was da mit Tönen gemeint ist, wie man das nutzen kann. Heute mache ich leider kein Yoga mehr, aber gerade in letzter Zeit benutze ich meine Atmung gezielt um meine innere Anspannung zu lockern. Aber ich würde auch gerne wieder Asanas machen, da sie meinem Körper insb. meinem Rücken sehr gut tun.
    Viele Grüße,
    Kathrin

  4. Ich hab‘ vor knapp 2 Jahren mit Yoga angefangen, aufgrund von Rückenschmerzen (wohl der Klassiker schlechthin *g*). Zuerst zuhause mit DVDs, aber recht kurze Zeit später suchte ich mir eine Lehrerin für Einzelstunden (da ich es nicht so mit „körperlichen“ Gruppen-Aktivitäten habe). Zum Glück habe ich auf Anhieb eine sehr sympathische und tolle Lehrerin gefunden, zu der ich bis heute alle 6-8 Wochen führ 1-2h gehe. Es läuft meist so, dass ihr sage, welchen Körper-Bereich ich gerne „mehr bearbeiten“ oder welche Asanas ich gerne mal ausprobieren möchte und sie stellt dann ein kurzes Programm inkl. Vorübungen zusammen, was wir dann in der Stunde machen.
    Aus all den gelernten Asanas habe ich mir dann in Rücksprache mit ihr zwei Programme (ein kurzes und ein längeres) zusammengestellt, die ich dann mehrmals die Woche alleine zuhause übe (jeweils inkl. Atemübung und Meditation). Je nach neu gelernten Asanas oder auch nach Lust und Laune, wandle ich die Programme dann auch von Zeit zu Zeit ab.
    Mittlerweile „brauche“ ich das regelmäßige Yoga-Üben sogar, danach fühle ich mich entspannter und auch meinem Rücken geht es nach einem 8h-vorm-dem-PC-Tag einfach besser. Es ist aber auch ok, wenn ich mal ein paar Tage nichts mache. Denn ein weiterer Effekt des Yoga ist bei mir, dass ich mittlerweile recht gut drauf achten kann, was meine Seele und mein Körper gerade brauchen. Wahrscheinlich gehört dazu auch die schrittweise Ernährungsumstellung, die ich in den letzten 2 Jahren gemacht habe … von „überwiegend Fastfood und Fertigessen“ über „mehr Obst und Gemüse und frisch gekocht“ bis zum aktuellen Stand „ohne Fleisch und Fisch“ (seit einem halben Jahr). Zudem habe ich (als ehemaliger Bewegungsmuffel) letztes Jahr meine Begeisterung für’s Wandern entdeckt und mir erst vor kurzem ein Faltrad angeschafft und radle damit jetzt ab und zu vom Bahnhof ins Büro.
    Für mich persönlich ist Yoga auch eine wundervolle Fortsetzung dessen, was ich in der Vergangenheit im Bereich (psychischer) Achtsamkeit gelernt habe.
    Insgesamt kann ich doch sagen, dass Yoga bei mir schon ordentlich „was ins Rollen gebracht“ und mein Leben auch z.T. ganz schön umgekrempelt hat bzw. es sogar immer noch tut. Ich bin sehr gespannt, welche Auswirkungen das Praktizieren des Yoga als Lebensweise noch so für mein Leben bereithält.

    Aber auch wenn sich das alles jetzt doch noch nach recht viel Yoga anhört, würde ich mich nicht unbedingt als „Yogini“ bezeichnen, sondern einfach nur als „Mensch, der über das Yoga eine Lebenweise gefunden hat, mit der er sich rundum wohl fühlt“. (Aber vielleicht liegt das auch einfach nur daran, dass ich solche „Bezeichnungen“ für mich nicht ganz so mag ;-))

  5. Ich habe, wie wahrscheinlich viele hier, wegen Verspannungen und Rückenproblemen vor etwa 5 Jahren angefangen, regelmäßig Yoga zu machen. Das war vor allem Iyengar-orientiert (manchmal sogar mit Klappstuhl :-)), mir hat es gefallen. Meine Lehrerin war dabei sicher ausschlaggebend; ich fand sie sehr gut, sie kann wirklich auf allen Ebenen – körperlich, emotional und geistig – viel vermitteln. Seit ca. 2 Jahren übe ich morgens täglich (meistens 10 bis 20 Minuten), und ich habe das Gefühl, dass mir das auf Dauer mehr bringt als eine längere Session ein- oder zweimal pro Woche. Ein Kurs ist mir wegen der neuen Inputs immer noch wichtig, und auch weil ich es mag, immer wieder an die Basics erinnert zu werden.
    Wegen unseres Umzugs habe ich jetzt das Studio gewechselt und vor drei Wochen einen neuen Kurs begonnen. Der Stil ist anders, als ich es kenne, aber ich empfinde es als gute Ergänzung. Mit Kundalini Yoga habe ich noch keine Erfahrungen gemacht, interessieren würde es mich aber auch.
    Über die Jahre habe ich gemerkt, dass Yoga auch auf anderen Ebenen als auf der körperlichen positiv beeinflusst, ich kann generell besser zur Ruhe kommen und verwende manchmal auch Atemtechniken. Ich finde, man achtet auch einfach besser auf sich und seine Umwelt und Mitmenschen und lernt besser einzuschätzen, was einem gut tut und was man braucht. Mein Mann hat vor drei Jahren auch mit Yoga angefangen, zuerst in einem Kurs für Männer, jetzt gehen wir gemeinsam. Der Austausch darüber ist für uns beide auch sehr gut und interessant.

  6. Ich fühle mich nach jeder Yoga-Stunde besser als vorher. Körperlich und mental, immer. Das empfinde ich als ein großes Geschenk. Mir ist alles wichtig, Asanas, Pranayama, die Philosophie, die dahintersteht und die Mantren. Das Rezitieren des Gayatri-Mantras hat mir z.B. geholfen, eine CT-Untersuchung durchzustehen, damit kam keine Panik auf in der engen Röhre.
    Nach ein paar Jahren Hatha-Yoga bin ich beim Iyengar-Yoga gelandet und finde die Hilfsmittel dort genial, da ich einfach zu kurze Arme habe. Und erst mit den Hilfsmitteln konnte ich manche Haltung auch wirklich so ausführen, dass sie wirkt. Z.B. Drehsitzhaltungen: ohne Block unter der Hand am Boden hab ich dabei einen krummen Rücken, dann bringt es nix.
    Tolle Erfahrungen waren zwei Yoga-Reisen in die Türkei und nach Andalusien, hier gab es so viel neue Erfahrungen… Meine erste Osho-Meditation dort werde ich nie vergessen.

  7. Ich habe mit Yoga begonnen, weil ich Nackenprobleme hatte. Ich bin eine von denen, die es gern auch zu Hause machen. So habe ich zuerst nach einem Buch gearbeitet.
    Dann ging ich auch zum Schwangeren-yoga (auch 2001 mit meiner tochter im Bauch). :-)
    Seit dem mach ich es eigentlich sehr regelmäßig.

    Es gibt immer mal Pausen, wenn ich einfach zu viel zu tun habe, aber ich kehre immer wieder dahin zurück – genauso wie zum Joggen.
    Ich weiß nicht viel über die Entstehung von Yoga oder die verschiedenen Yoga-arten oder was für eine Philosophie dahinter steht. Ich glaube, deshalb mag ich Tara stiles gern, weil sie nicht so „indisch“ daher kommt und das Ganze sehr entspannt und sportlich wirkt.
    Ich möchte nicht das Gefühl haben, einer bestimmten Richtung folgen zu müssen oder die Asana-Namen auswendig kennen zu müssen. Ich mag mich da nicht einordnen, und ich mag mir da auch keinen Name (ich bin yogini) geben.
    Ich mache yoga-übungen weil sie mich beweglich halten – und fertig. :-)

    Am liebsten mag ich Yoga am Abend, um die Verspannungen des Tages loszuwerden. Meist mache ich nicht länger als 20 Minuten oder eine halbe Stunde. Das reicht mir.

  8. Ehm, nein? Nicht von mir. Manchmal sehe ich erst später, daß Kommentare erst freigeschalten werden müssen. Aber ich lösche eigentlich keine Kommentare.

  9. Ich finde es schön, dass du für dich wieder Yoga entdeckst, habe in letzter Zeit schon daran gedacht, dass dies eigentlich dein Thema ist, eventuell sogar beruflich. Du hast darin eine gute Ausbildung und viel Wissen um die gesamte Lebensweise darum, du kannst dies sicherlich Klasse weitervermitteln und war nicht sogar ein Kursraum im Haus angedacht? Aber soweit muss es ja nicht gleich gehen.

    Schön dass du eine Yoga Stunde im Ort gefunden hast und dir dieser Termin gut tut.

    Ich brauche auch immer einen Kurs um Yoga zu praktizieren, obwohl man es ja eigentlich täglich zu Hause machen müsste, aber dies habe ich seit 10 Jahren nicht geschafft;-(. Manchmal habe ich keine Lust auf die Stunde, aber wenn ich dann da war, ist es perfekt. Ich fühle mich wieder mehr im Gleichgewicht und körperlich meistens gleich 3 cm länger.

    Lg,
    Kathrin

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