_Alltag

Sonntagsgedanken zur Woche

Während ich hier sitze und schreibe, fallen draussen flauschige Schneeflocken vom Himmel. Seit ein paar Tagen wechseln sich Schnee und Sonne ab. Es sieht wieder winterlich aus mit dem Unterschied, dass es morgens nun schon hell draussen ist, wenn der Wecker angeht. Noch eine Woche Schule, dann sind erstmal Osterferien. Ich kann gar nicht glauben, dass die Fastenzeit so schnell vorüber gegangen ist. Meine Mutreise beginnt gerade erst Fahrt aufzunehmen, so in mir drin. Ich kann es nichtmal an etwas Konkretem festmachen, dieses Mutgefühl. Eine zunehmende Sicherheit, ein Getragensein. Ich höre lauter meine Nein’s und meine Ja’s, aber auch meinen Trotz und meine Wut. Das fühlt sich gut an.

Rund um das Feuer

Nebenher tobt das pralle Familienleben. Die volle Küche, weil der Wolf mit seinem Freund Sushi macht. Ich mag es, wenn sie experimentieren, ausprobieren und Dinge herausfinden. Ich habe keine Sorge, dass sich die Kinder nicht selbst versorgen können. Die Wohnküche ist noch immer der liebste Aufenthaltsort von allen. Es ist der wärmste Raum im Haus, das Herz, das Zentrum. Auch, wenn wir uns in diesem Raum am meisten auf die Nerven gehen, passiert hier auch unser Familienleben: Witze, Streit, Lachen, Weinen, Kochen, Essen, Leben, Lieben. Am Tisch arbeiten wir, begleiten Schulaufgaben oder Basteln gemeinsam.

Wir sitzen um das Feuer und arbeiten an unseren Aufgaben. Bei mir sind das hauptsächlich Kursvorbereitungen jeglicher Art und ein paar Kundenaufträge. Beim Mann sieht es ähnlich aus. Er muss zudem noch sehr jonglieren, weil er einige Gongausbildungen immer wieder verschieben muss, je nach den gegebenen Vorschriften.

Meine Woche hatte diesmal nur wenige Termine. Am Wochenbeginn eine Posaunenchorprobe, am Mittwoch Therapie und ein Zoomspiration-Abend mit sehr netten Frauen, am Freitag konnte ich in mein Coaching eintauchen und heute Abend freue ich mich auf meine Kreativrunde mit den mutigen Frauen aus dem Fastenzeitkurs.

Vom Lernen und Verdauen

Die Abende und Mittagspausen nutze ich zum Lesen und Lernen. Durch die beiden Kurse, die ich gerade mache, kommt viel spannender Input, auf den ich richtig Lust habe. Es liegen unglaublich viele Notizen, Bücher und Zettelkram herum. Ich bin gespannt, wenn die Sättigung und Verdauungsphase eintritt. Ich kenne das mittlerweile schon: ein unglaublicher Hunger nach Input, neuem, Austausch wechseln sich ab mit einer Sättigung, Integrationsphase und dem Wunsch nach Vereinfachung, Input-Stop und Verdauungspause. Ein natürlicher Zyklus. Früher dachte ich immer, es gibt nur das ein oder andere. Aber Balance ist eine Bewegung. Das Leben passiert in Zyklen. Ich kann das jetzt viel besser annehmen.

Die Social Media Pause tut mir wirklich gut, obwohl ich mich immer öfter dabei ertappe, doch kurz durch Instagram, Facebook und Twitter zu scollen. Mal sehen, wie ich den Übergang gestalte. Leonie Dawson hatte ja zu Beginn des Jahres auch ein Social Media fasten Experiment und hat das jetzt ausgeweitet auf ein größeres digital-Detox. So extrem möchte ich es gerade nicht betreiben, aber die angenehmen Seiten des Rückzugs möchte ich gern beibehalten. Wie ich das gestalte, weiß ich noch nicht.

Die Nachmittage vergehen immer schnell. Ich mag den Rhythmus und die Rituale, die sich seit dem neuen Jahr etabliert haben. Zum Mittag kochen wir gemeinsam, dann nehmen wir uns eine kurze Mittagspause, arbeiten danach noch ein wenig. Um 15 Uhr treffen wir uns zum Tee bzw Kaffee und danach gehen wir spazieren – bei Wind und Wetter. Das tut gut.

Neulich waren wir zu Fuß in Herrmannsdorf, das sind hin und zurück etwa 8000 Schritte. Dort habe ich im Hofladen eingekauft. Neues Müsli, Brotaufstrich und ein Dinkelvollkornbrot. Der Spaziergang selbst war herausfordernd. Es war kalt und mittendrin schneesturmig. Umso schöner war es, nach Hause zu kommen. Bei Kiki gibt es einen Beitrag zu einem Australier verlinkt, der 90km zur Arbeit zu Fuß geht. Sehr spannend. Dieses zu Fuß gehen beschäftigt mich nun schon eine Weile. Ich entdecke daran immer neue Facetten.

Schönheit ist ein Trost in schwierigen Zeiten

In der Gemüsekiste war ein Romanesko. Dieser Kohl ist für mich immer und immer wieder ein Wunder der Natur. Schönste Fraktale zum Aufessen. Eine Eigenschaft von Fraktalen ist die Selbstähnlichkeit. Ein Teil des ganzen sieht aus wie das ganze selbst, also ein Röschen des Romanesko wie der ganze Romanesko usw. In der Natur gibt es ganz viele solcher Phänomene. Bäume, Farbe, Schneckenhäuser, Blitze … Ein wirklich interessantes Thema! Bei der mathematischen Berechnung setzt allerdings mein Hirn aus. Das habe ich schon zum Abitur nicht verstanden. Ich erfreue mich lieber an der Schönheit.

In diesem Sinne wünsche ich dir einen angenehmen Sonntag und einen leichten Start in die neue Woche.

P.S.: Für jene, die Lust auf schöne Schrift haben: Ich bereite gerade den Schriftzauber-Kurs vor, der im April starten wird. 3 Wochen Schriftspaß ohne Kalligrafie-Kenntnisse. Ganz viel Wissen, Grundlagen und Anwendungsbeispiele für den Alltag, die persönlichen Grußkarten und individuelle Notizen.


Hat dir der Beitrag gefallen? Wie StrassenkünstlerInnen der Hut, steht hier im Blog eine Teekasse. Nur eben virtuell. Wenn du magst, kannst du mir einen Tee ausgeben. Oder Farben und Papier. Danke für die Wertschätzung <3

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