_Alltag

Abifeier, Posaunenchor und das Salz der Erde

Nun atmet sich das Schuljahr langsam aus. Die letzte Woche inclusive dem Wochenende war voller Termine. Es war viel, aber schön. So richtig mit Menschen, Gesprächen und Festlichkeiten. Das Wetter war uns genau in dieser Woche hold, sodass nichts ins Wasser fallen musste.

Am Freitag hatten wir das Abschiedsfest in der Wolfsklasse. Er verlässt die Mittelstufe und kommt nach den Ferien in die Projektstufe. Vorher habe ich noch bei den Vorbereitungen für die Präsentationen der großen Montessoriarbeit geholfen. Der gemeinsame Festnachmittag war dann sehr schön. Vorallem das Buffet! Hm. Ich liebe Buffets. Im Zuge der Kleiderwahl für das Fest, musste ich feststellen, dass mir mein blaues Sommerkleid nicht mehr so gut passt. Ob es da einen Zusammenhang zu meiner Buffetliebe gibt? Oder ob es nur Muskelwachstum durch das Fitnesstraining ist? Wer weiß, wer weiß…

Den Samstag habe ich ruhig verbracht. Der Mann war bereits am Freitag nach Aschaffenburg zu seiner Gongausbildung gefahren. Wir schlumperten uns durch den Tag. Der Tochter ging es nicht so gut, die Jungs inclusive Wolfsfreund haben Pizzateig für das Abendessen vorbereitet, zum Mittag gab es Kartoffelgratin – diesmal habe ich eine vegane Version mit Oatly und Simply-Reibekäse ausprobiert. Fand ich auch nicht schlecht.

Fachabi im Regen

Gegen Abend, als die Jungs dann ihre Pizza zubereiteten, haben die Tochter und ich uns chic gemacht, um gemeinsam mit dem Tochterfreund nach München zu Zeugnisverleihung (Fachabitur) zu fahren. Ich habe noch ein Kleid gefunden, was mir passte, hehe. Dazu feine Riemchenschuhe mit Absatz. Ich weiss gar nicht, wie Menschen in solchen Schuhen dauerhaft gehen können.

Die Abifeier war in lockerer Atmosphäre, draussen in einem Zelt vor der Schule auf Holzbänken – eben den Gegebenheiten mit Abstand und Pipapo angepasst. Pünktlich zum Start fing es an zu regnen und zu gewittern. Nach einigen Reden, unterhaltsamen Anekdoten und Zeugnisübergaben war die Veranstaltung gegen 21 Uhr zu Ende. Die jungen Leute wollte noch ein bisschen Feiern und sich unterhalten. Ich zog mich ins Auto zurück und nickerte ein bisschen – froh um die warmen Sachen, die die Tochter noch beim Losfahren ins Auto geschmissen hatte. Irgendwann kurz vor Mitternacht fuhren wir dann zurück nach Hause. gegen 1 Uhr war ich im Bett. Die Jungs hatte ich allein gelassen. Das hat ganz gut geklappt. Nach Details habe ich lieber nicht gefragt.

Licht sein

Am Sonntag stand ich etwas widerwillig auf. Etwas mehr Schlaf hätte mir wahrlich gut getan. Aber: Um kurz nach 9 Uhr trafen wir uns schon zur Anspielprobe für den Gottesdienst, den wir mit dem Posaunenchor begleiteten. Also frühstückte ich, der Sterngucker leistete mir Gesellschaft, und packte meine Sachen. Dann ließ ich die Jungs wieder allein und düste nach Ebersberg. Dort waren wir bis 11:30 Uhr beschäftigt mit Proben und dem Gottesdienst. Es hat Spaß gemacht, da mitzuspielen. Die Stücke haben (aus meiner Perspektive) ganz gut geklappt. Die Predigt des Pfarrers hat mir gut gefallen. Es ging darum, wie wir das Salz der Erde sind, wie wir Licht sein können inmitten all der Nachrichten und unserem eigenen Alltag, Licht sein in der Gemeinde und im Leben. Er sprach über Mut und darüber, wie wir auch beim Kochen nicht immer nach Rezept kochen, sondern nach Gefühl und uns dabei beim salzen auch mal vertun können.

Ich musste dabei ein bisschen an Lena von Segenregen denken. Wie sehr sie gerade Liebe verteilt, indem sie in ihrer Gegend für die von der Flut betroffenen Menschen Geld sammelt, Essen verteilt und Päckchen packt.

Nach einem kleinen Mittagsschläfchen lese ich und spiele später mit den Jungs zwei Stunden lang Monopoly. Es ist spannend, wie sich die Stimmung verändert, wenn eine Person (in dem Falle der Mann) fehlt. Ein ganz anderes Miteinander. Familien und Beziehung sind doch sehr sensible Organismen.

Die Kleidanprobe und der Frust darüber, dass mir mein schönes blaues Kleid nicht mehr passt, haben mich motiviert, mir wieder ein paar vegane Rezepte auszugucken und bisschen mehr darauf zu achten, was ich eigentlich den ganzen Tag so esse. Das hatte ich jetzt eine Weile ganz schön schleifen lassen. Mit dem Teenager im Haus, hab ich doch des öfteren in seine Chipstüte gegriffen oder mir eine Ecke der Pizza geklaut. Ich probiere mich also durch ein paar vegane Rezepte und möchte zurück zu einer pflanzenbasierten Ernährung. Nicht nur des Kleides wegen, sondern schon lange aus ethischen und verantwortungsvollen Gründen.

Gestern, am Dienstag, hatten wir unsere letzte Posaunenchorprobe vor den Ferien mit einem kleinen Abschiedsbuffet. Das war richtig toll. Ich habe eine Kichererbsencreme mitgebracht, die ich im Thermomix-Kochbuch gefunden habe. Wir haben zuerst Stücke quer durch die Genres gespielt und uns dann am Mitbringbuffet gestärkt. Ich war erst 22:30 Uhr wieder daheim.

Heute gibt es nochmal eine Schulfeier in der Grundstufe, morgen spiele ich dann bei der Verabschiedung der Schulkinder im Kindergarten. Da habe ich gestern schon mit meiner Freundin geprobt (sie auf dem Cello, ich mit der Gitarre). Und dann sind Ferien, juhuu!

Arbeitsmässig lasse ich den Monat auch ausklingen. Am Sonntag habe ich noch ein Zoomtreffen mit meinen Skizzenbuchkurs-Mädels, worauf ich mich schon freue. Der Kurs ist so toll, die Zeichnungen und Rückmeldungen freuen mich sehr. Von den Einnahmen des Kurses habe ich 500 Euro an Refugio gespendet, damit traumatisierte geflüchtete Kinder, Jugendliche und Erwachsene professionelle Hilfe erhalten und ihre Vergangenheit verarbeiten können. Ich habe mir extra eine Organisation ausgewählt, die auch kunsttherapeutisch arbeitet.

Ein Teil der Einnahmen des im Oktober startenden Textura-Kurses geht an die Aetas-Kinderstiftung. Auch sie begleitet traumatisierte und trauernde Kinder. Wenn du Lust hast, am Kurs teilzunehmen und dich jetzt schon dafür zu entscheiden, kannst du bis zum 1.August mit dem Gutscheincode „Vorfreude“ zum Frühbucherpreis buchen. Einfach den Gutscheincode beim Auschecken eingeben und du bekommst 50 Euro Rabatt.

Am Sonntag startet auch das schon zum dritten Mal stattfindende August Art Journal.

Aus dem Garten

Frust und Freude liegen so nah beisammen. Ich freue mich, dass meine letztes Jahr im Herbst gepflanzte Montbretie überlebt hat und dieses Jahr wieder blühen will. Ich finde die Blüten so zart und wunderschön.

Der frustige Teil sind noch immer die Schnecken. Es regnet gerade so viel. Das ist für die Viecher ein Paradies. Am Wochenende habe ich Rasen gemäht und wirklich nur einen kleinen Teil des Grasschnittes als Mulch in das Zwiebelbeet, was ich frisch von Unkraut befreit hatte, aufgebracht. Am Abend sah das dann so aus. Die Tochter berichtete ähnliche Szenarien von einem Spaziergang entlang einer frisch gemähten Wiese. Wenn sich die Tiere an den Grasschnitt halten würden, wäre es ja ok. Aber sie fressen selbst die Zwiebeln, das Kartoffelkraut und überhaupt alles, wo sie irgendwie rankommen. Ein paar wenige Pflanzen habe ich mit Schneckenkragen geschützt.


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