_Alltag

Alltag nach einer unruhigen Nacht

In der Nacht lag ich über zwei Stunden wach. Zuerst schreckte der Wolf hoch und murmelte seine Selbstgespräche. Er ist ein unruhiger Schläfer, der nachts manchmal schlafwandelt. Danach war mein Schlaf unruhig und gegen zwei Uhr begann mein Gehirn auf Hochtouren alle möglichen Gedanken zu denken und mich auf Trapp zu halten. Keine Zukunftsängste oder Besorgnis, aber Gefühle, Situationen, das letzte Therapiethema, kreative Ideen, Alltagsgeblubber – alles wollte gedacht werden. Normalerweise hilft es mir, dann durch bewusstes Spüren in den Körper zu gehen und aus dem Gedankenkarussell auszubrechen. Das ist mir heute Nacht nicht gelungen. Also bin ich aufgestanden und habe mir alle Gedanken aufgeschrieben. Gegen halb fünf konnte ich dann wieder einschlafen, war aber trotzdem kurz vor sieben wach. Aber eben sehr zerknautscht.

Der Mann war schon am Frühstückstisch, die Sonne schien rein und im Hintergrund lief entspannte Frühstücksmusik. Ein bisschen wie im Hotel. Das war eine schöne Stimmung. Ich versorgte mich mit unserem Vitamin- und Powerdrink, Q10 und Omega3 – seit August ein fester Bestandteil unserer Ernährung.

Von der Schule kam eine Email an die Kursleiter, dass für uns die geschlossene Schule ein Verdienstausfall bedeutet. Und weil viele von uns aber auf das Geld angewiesen sind, sollen wir unsere Stunden aufschreiben, wie wir sie gehabt hätten und die Schule zahlt uns trotzdem. Das hat mir dann doch ein Rührungstränchen und viel Freude entlockt. Denn ja, es ist keine große Zahl, aber sie fehlt eben auf dem Konto, wenn sie nicht gezahlt wird. Ich bin voller Dankbarkeit.

Am Vormittag brauchte der Mann Ruhe für seine Podcastaufnahmen. Derweil habe ich mit den Jungs Mandalas vom Happy Painting Kurs gemalt. Wir haben eine Runde Tac gespielt, danach noch ein paar Schulaufgaben erledigt: Der Sterngucker hat gerechnet, dem Wolf habe ich einen Text diktiert, den er geschrieben hat. Kunst, Mathe und Deutsch heute also.

Zum Mittag gab es Kartoffeln, Spinat und für die Ei-esserInnen Spiegelei. Ich habe Anfang der Woche einen Speiseplan gemacht, an den wir uns grob halten. Nach dem Mittagessen habe ich mich zum Schlafen gelegt, um etwas fehlenden Nachtschlaf nachzuholen. Derweil kümmert sich der Mann mit der Tochter um ihr Onlinebanking. Sie ist jetzt 18 und bekommt nun ihren Unterhalt direkt auf ihr Konto gezahlt. Da mussten wir intern noch ein bisschen hin- und herbuchen, damit es diesen Monat nicht zu Doppelungen kommt. Die Jungs schauten einen Film.

Noch etwas zerknautscht gab es dann einen Tee und Snack auf der Terrasse und eine gemütliche Sockenstrick- und Gesprächsrunde mit dem Mann über die aktuelle Lage und unsere Emotionen dazu. Ich mag seine sachliche und gut informierte Art ebenso wie sein positives Mindset, was er sich in den letzten Jahren erarbeitet hat. So wertvoll in Krisensituationen. Er strahlt Ruhe und Sicherheit aus.

Die Tochter backt einen Bienenstich, die Kinder wuseln um uns herum und machen das Arbeiten schwer, weil einer immerzu etwas braucht oder möchte. Die Schulen der Jungs schicken nun erste Zugänge zu den Online-Plattformen und Nachfragen der Lehrerinnen, wie die Kinder zurecht kommen und es uns geht. Ich finde, alle leisten gerade eine ausserordentliche Arbeit. Von der Steuerberaterin kommt eine informative Rundmail zur Unterstützungen bei Coronabedingten Umsatzeinbrüchen. Das finde ich total hilfreich.

Zur Abendessenzeit habe ich eine Weile Zeit für mich: der Mann ist zum Gongspielen in die Klinik gefahren, die Kinder toben draussen herum. Ich höre mir in der Zeit diese Predigt von Giannina Wedde an, die ich schon mal als Script gelesen habe und auch zum Hören sehr schön finde. Ich finde das eine sehr schöne Betrachtungsweise von Gott, Krisen und dem Leben. Danach höre ich noch ein bisschen mein Hörbuch „Mittagsstunde“ weiter während ich Essen mache (Bratkartoffeln und Reste von gestern). Ich rufe meine Mama an und tausche mich kurz mit ihr aus, wie es ihnen geht. Dann stürmen die Kinder das Haus. Wir essen Abend. Nach dem Essen kippt nochmal kurz die Stimmung. Zeit ins Bett zu gehen. Der Sterngucker ist müde und frischlufterschöpft. Er hat vom Draussensein schon eine erste Frühjahrsfarbe im Gesicht. Dann kümmere ich mich um Wäsche und Küche, schreibe Blog und gehe auch bald ins Bett.

Ich war heute nicht spazieren, aber dafür im Garten und auf der Terrasse. Zum Abend bin ich unsere Treppe zehnmal rauf und runter gerannt. Das muss reichen.


Hat dir der Beitrag gefallen? Wie bei StrassenkünstlerInnen der Hut, steht hier im Blog eine Teekasse. Nur eben virtuell. Wenn du magst, kannst du mir einen Tee ausgeben. Oder Farben und Papier. Danke für die Wertschätzung <3

 

 

3 Kommentare

  • Nadine

    Habe dir über Paypal was zukommen lassen. Ich bin finanziell von der Krise nicht betroffen.
    LG Nadine

  • Ines

    Habe heute mit meinen Kindern Mandalas nach Deinem Vorbild oben gemalt…das war sehr schön :-) . Ich überlege, ob wir uns das „Tac“ auch schenken sollen….lohnt es sich? Es gibt soviele gute Bewertungen und dann auch wieder solche die sagen es ist einfach nur ein anderes „Mensch ärger Dich nicht“? Abe r es sieht alleine schon so schön aus!!! Ihr habt die grosse Version, oder?
    Ich freue mich übrigens immer noch, dass Du damals meinen Vorschlag mit dem Mangoldrezept nachgekocht hast….immer wenn ich es koche muss ich jetzt an Dich denken :-) ….

    Herzliche Grüße und viel Kraft für diese doch sehr sonderbare, skurrile und nicht so leichte Zeit!
    Gruss Ines

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