_Alltag

Alltagsschnipsel am Freitag

Die erste Schulwoche verging dann doch wie im Flug. Die Kinder kommen nach dem ersten Murren gut aus dem Haus und gewöhnen sich wieder an den Schulrhythmus. Das tut uns allen gut, wenn auch es hier und da noch etwas hakt. Aber wie sagt meine Therapeutin gestern: Auch das Nicht-Perfekte annehmen und umarmen. Denn ja, die eigenen Erwartungen sind hoch. Möge es doch bitte immer harmonisch und streitfrei, geordnet und fröhlich zugehen. Aber so ist es nicht, das Leben.

Mittwoch – mein Schultag

Am Mittwoch hatte ich einen schönen ersten Nachmittag nach den Ferien in der Schule. Ich hatte etwas Respekt davor, aber es wurde ein wirklich stimmiger Nachmittag. Ich mag das Gefühl sehr, am Nachmittag zur Schule zu fahren, mein kleines Ritual durchzuführen und dann für die Kinder da zu sein: Meine Sachen vor dem Raum abstellen, die Treppe zur Verwaltung hochsteigen, mich darüber amüsieren, wie sehr mich das aus der Puste bringt. In mein Fach schauen, ob Post für mich da ist (Beleg der Lohnabrechnung Dezember und eine Weihnachtskarte mit einem Bild von Picasso), die Anwesenheitsliste checken und nach dem Schlüssel fragen. Manchmal ergibt sich noch etwas Smalltalk mit irgendjemandem auf dem Weg. Dann schliesse ich den Raum auf, ordne meine Sachen kurz, hole das Obstsäckchen für die Apfelpause (die heisst wohl so, weil es meistens Äpfel sind) und gehe zum Aussengelände, wo ich Aufsicht mit zwei anderen Lehrerinnen habe. Meistens kommen nette Unterhaltungen zustande. Die Kinder kommen angelaufen, grüßen und fragen schon, was wir heut machen oder erzählen mir, was sie begeistert. Am Anfang ist es immer noch ruhig im Aussengelände, weil die Kinder beim Mittagessen sind. In der Schule wird das Mittagessen von den Kindern im Kochunterricht in der Schulküche für die Schule gekocht. Später wird es lebendiger. Wenn der Pause-zu-Ende-Gong ertönt, gehen wir in unseren Bastelraum und legen los.

Donnerstag – Therapie und ein überfliessendes Herz

Gestern hatte ich dann Therapie. Über die Ferien hatte sich einiges bei mir angestaut und es war, als brächen alle Dämme. Es ist ja schon interessant, was da aus den Tiefen unseres Daseins hochblubbern kann, von dem wir keine Ahnung haben, dass es jemals Thema war. An welchen Stellen wir uns selbst sabotieren, weil alte Glaubenssätze wirken. An welchen Stellen wir unser Potenzial und unsere Superkräfte als Makel oder Fehler betrachten. Leergeweint, aber viel entspannter und ausgeglichener bin ich wieder nach Hause gefahren. Und gleichzeitig so voller Liebe, Schönheit und Dankbarkeit, dass mein Herz überfliessen wollte. Manchmal haben all diese Empfindungen gar kein Platz in mir drin.

Vor der Therapie hatte ich noch ein bisschen Zeit, in Bad Tölz herumzuschlendern. Ich habe mir eine duftende Lavendel-Seife gekauft (und noch während des Kaufes überlegt, ob ich gerade meinen „use what you have“ Vorsatz boykottiere. Aber wahrlich, unsere Seife daheim wurde gerade leer und ich hätte eh eine neue kaufen wollen.) Manchmal ist es eben doch kein Tee, sondern Seife, die ich vom Teekassengeld kaufe.

Freitag – Schreibtischtag

Und heute? Heute ist endlich ein ganzer Schreibtisch-Vormittag. Der Berg an Emails und Anfragen, zu erledigenden Dingen und abzuarbeitenden Jobs ist gefühlt Haushoch. Ich sortiere mich und freue mich, dass ich heute bis 13:30 Zeit habe, mich darum zu kümmern. Der Wolf ist nach der Schule verabredet, der Sterngucker kommt mit dem Bus, der Mann ist übers Wochenende zu einer Gongausbildung gefahren. Heut nachmittag gehe ich mit dem Sterngucker einkaufen. Er braucht dringend eine Schneehosen, weil er mit seiner Klasse am Montag Schlittschuhlaufen geht. Auch wenn es sich gerade wie Frühling anfühlt, glaube ich dennoch, dass der Winter noch nicht vorbei ist. Wir müssen auch noch DVD’s zur Bibliothek zurückbringen. So habe ich einen gemütlichen Sterngucker-Exclusiv-Nachmittag geplant. Am Abend treffe ich den Wolf bei einem Eltern-Kind-Abend in seiner Klasse. Und so läuten wir das Strohwochenende ein.

Reiseplanung

So langsam plane ich auch meine kommenden Reisen. Denn einige stehen ja doch schon im Kalender. Gleich nächstes Wochenende bin ich im Parimal zu einer Dharmatraining-Fortbildung. Im Mai in Berlin und im Juni in Augsburg zur Schön Konferenz. In Ausgburg werde ich in der Jugendherberge übernachten, für Berlin suche ich noch nach einer Unterkunft. Ich wüsste zwar ein paar Menschen in Berlin, die wohnen aber so weit vom Veranstaltungsort der Berlin Letters weg, dass ich noch nicht sicher bin, wo genau ich übernachten möchte. Denn Berlin ist so groß, dass man locker eine Stunde Anfahrt hat, wenn man am anderen Ende schläft. Hm.

Im April habe ich ein Freundinwochenende geplant. Wir suchen noch nach einem schönen Ziel, was gut per Bahn sowohl von Dresden als auch von München aus erreichbar ist. Letztes Jahr waren wir ja in Erfurt, was sehr schön war. Vielleicht wird es dieses Jahr Bamberg?

Was schön war

  • Wir hatten diese Woche einen Speiseplan und passend dazu eingekauft und gekocht. Deshalb gab es lauter leckeres Essen, pünktlich und mit Liebe gekocht. Nichts spektakuläres, aber eben gut: Gemüsesuppe mit Kohlrabi, Blumenkohlcurry und Reis, Pasta mit Tomatensosse, Kartoffelbrei mit Karottengemüse und Gemüsestäbchen. Das motiviert mich, auch für nächste Woche einen Plan zu machen.
  • Von meinen Eltern kam ein Carepaket mit geretteten Lebensmitteln wie Nudeln, Schokolade und dergleichen.
  • Mein Sensory Awareness Kurs hat wieder angefangen. Mittlerweile ist es so ein wichtiger Begleiter für mich geworden. Spüren und im Moment sein. Diesmal haben wir mit Holzleisten experimentiert. Wie fühlt es sich an, auf einem Kantholz zu liegen. Was braucht es überhaupt, um mich auf so ein Holz draufzulegen? Wo muss ich arbeiten und wann kann ich loslassen? Ich hatte so Freude daran, mit den Hölzern zu spielen, zu erkunden, erforschen, wahrzunehmen. Ich fand es so sehr passend zu meinem Monatsmotto Pray & Play.
  • Ich habe schon 9 Tage in Folge täglich eine kleine Zeichnung in mein Moleskine Pocket Diary gezeichnet. Ich hatte mir ja ein 366 Tage Projekt vorgenommen (ganz nach Paul Klee: Kein Tag ohne Linie)

Feedback und Wertschätzung

  • In den letzten Tagen haben ich so liebevolle Mails und Teekassenspenden erreicht. Wirklich, ich freue mich so sehr über diese Wertschätzung. Wenn jemand mir vertraut und mich um Rat bittet, mir Feedback zu meinen Texten gibt oder etwas nachfragt, von sich erzählt und mir ein Gegenüber ist. Das fühlt sich gut an. Danke!
  • Ausserdem kam eine Anfrage für einen kalligrafierten Taufspruch. Eine Familie hatte 2018 einen Taufspruch für ihren Sohn bei mir bestellt und möchte nun für den anderen Sohn auch einen haben. Das hat mich sehr gefreut, und ich habe richtig Lust auf das Projekt.
  • Gestern morgen habe ich soo eine schöne Feedback-Email zum Buch der Möglichkeiten bekommen. Hach!

    „Oben habe ich es aus dem Umschlag geholt, mich erfreut an dem Format, am Aussehen, an der Ausstrahlung von außen. So warm und klar. So wertvoll. Mir fehlt da irgendwie ein Adjektiv. Still und edel und vorfreudig. (…) Ich bin erst bei Seite 21 beim Blättern und muß Dir jetzt schon diesen Brief schreiben und Dir danken für dieses tolle, liebevolle, gehaltvolle Werk. So wertvoll, so wichtig. Besonders und berührend. (…) eigentlich sollte jede/r so ein Buch der Möglichkeiten haben.“ Eva

    Und dann denke ich ja! Genau so fühlt es sich auch an, wenn ich das Buch der Möglichkeiten gestalte. Das möchte ich transportieren. Wie wertvoll die Fragen für das eigen Leben sein können, welches Potenzial in den Antworten steckt. Und es ist so schön, wenn genau das bei den LeserInnen dann ankommt. Von meinem Herz zu deinem Herz.

Buchtipp: In meinem Herzen Feuer

Im Auto hatte ich Zeit mein Hörbuch „In meinem Herzen Feuer“ von Johannes Hartl zu Ende zu hören. Dieses Buch möchte ich mir nochmal in der Druckausgabe kaufen, denn ich habe darin so viele Anregungen, Querverweise und inspirierende Texte gelesen. Über Glaube, Gebet, Schönheit, Kunst und Liebe. Johannes schafft es immer wieder, seine Leidenschaft so sprühen zu lassen. Durch viele persönliche Erlbenisse und Geschichten erzählt er glaubhaft von der Wirksamkeit von Gebet, von der Hingabe und Liebe zu Gott und von der Gründung des Gebetshauses in Augsburg. Der Vorleser des Hörbuchs hat das wunderbar rübergebracht. Dem konnte ich wirklich gut zuhören. ★★★★★


Hat dir der Beitrag gefallen? Wie StrassenkünstlerInnen der Hut, steht hier im Blog eine Teekasse. Nur eben virtuell. Wenn du magst, kannst du mir einen Tee ausgeben. Oder Farben und Papier. Danke für die Wertschätzung <3

Ein Kommentar

  • Eva Manz-Jackson

    Ich finde es so toll, dass Deine Eltern Euch Pakete schicken! Erzähl doch mal, was es mit geretteter Schokolade und Nudeln auf sich hat, wenn Du magst.

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