_Alltag

Alltagsschnipsel aus einer vollen Woche – viele Termine, Frisör und tolle Gespräche

In dieser Woche ist meine Kalenderseite ziemlich voll geschrieben. Die letzte Woche vor den Pfingstferien. Wir jonglieren uns durch die Tage. Mit den sinkenden Inzidenzwerten darf der Mann wieder seine Seminare abhalten, das erste nach langer Zeit jetzt gleich am Wochenende. Vorher war es ein auf-Sicht-fahren, immer wieder neu entscheiden, Termine finden, verschieben. Ein sehr zehrender Prozess, den ich auch von den Yogaschulen mitbekomme, für die ich arbeite. Auch sie müssen Ausbildungen verschieben, ins Blaue hineinplanen und ihre Schüler*innen vertrösten. Wer weiß, wie anstrengend eine Seminarplanung incl Raumsuche auch ohne Corona schon ist, kann sich denken, wie Kräftezehrend diese ständige Ungewissheit und Umplanung ist.

Nun ist aber Land in Sicht. Die letzte Schulwoche wäre erstmals wieder Wechselunterricht für den Wolf gewesen. Aufgrund der Personalsituation hat die Schule aber entschieden, diese eine Woche auch noch als Distanzunterricht abzuhalten. Und dann sind erstmal Ferien. Juhu! Der Sterngucker geht nach wie vor jeden Tag zur Schule. Erst war er in der Notbetreuung. Seit die Inzidenzen wieder unter 100 sind, ist er im Wechselunterricht, aber komplett an der Schule, weil es für die Grundstufe vier Festzelte im Aussengelände gibt, sodass die Kinder ausreichend Abstand einhalten und an der Schule sein können.

Ich habe zu Beginn der Woche die Tochter zu ihrer zweiten mündlichen Prüfung begleitet und während der Wartezeit gut arbeiten können. An der Prüfungsschule fand ich einen leeren Raum, sort war ich ungestört und konnte viel schaffen. Was ein Ortswechsel manchmal ausmacht. Am Montag Abend hatte ich noch einen Zoomcall mit meiner deutschen Buchgruppe. Wir sind drei Frauen, Künstlerinnen, die an dem Thema Buch sitzen. Wir treffen uns in regelmässigen Abständen, motivieren uns, erzählen von unseren Struggels und inspirieren uns gegenseitig.

Mein Dienstag war ziemlich voll und zerrissen. Ich bin spontan für eine Pausenaufsicht an der Schule eingesprungen. Das war nasskalt, aber nett, weil ich viele kleine Gespräche führen konnte. Bisschen Sozialleben. Ich wusste nicht, dass es mir doch gefehlt hat. Später hatte ich ein Videodate mit einer Freundin und einen langen Spaziergang mit einer anderen Freundin. Voll der soziale Tag also.

Alle zwei Tage raffe ich mich zum Training auf. Ich habe ja einen feinen Trainingsplan von meiner Fitnesscoach bekommen und sportele mich da schitzend und schnaufend durch. Das tut mir insgesamt total gut. Ausserdem hatte ich noch meine Sensory Awareness Session per Zoom. Diesmal waren wir nur eine kleine Runde, die ich sehr bereichernd fand.

Die Abende verbringe ich mit dem Mann auf der Couch. Wir schauen hin und wieder eine Folge Lucifer. Weil wir mit der deutschen Synchronisation schon durch sind und auf den zweiten teil der Staffel Ende Mai warten, haben wir einfach begonnen, die Serie nochmal von vorn auf englisch zu schauen. Je länger wir dabei sind, desto besser verstehen wir und können sogar bei vielen Witzen mitlachen. Eine schöne gemeinsame Abendzeit, die wir beide sehr geniessen.

Gestern, am Donnerstag hatte ich endlich meinen lang ersehnten Frisörtermin. Den ersten seit November. ich war meiner Haare schon so überdrüssig, dass ich sie nur noch zu einem schnellen Zopf gebunden trug. Jetzt fühle ich mich wieder leicht, frisch und luftig. Erstaunlich, wie eine Frisur das Gesamtwohlbefinden beeinflusst. Am Nachmittag hatte ich noch ein anregendes Gespräch mit Marie Pischel über unsere Arbeit als Gestalterinnen mit dem Schwerpunkt auf Trauer und Krisen. Da haben sich nochmal einige Dinge für mich erschlossen. Sehr spannend. Überhaupt hatte ich in den letzten beiden Wochen interessante Gespräche und Denkanregungen, wovon ich einiges mit in mein Coaching heute nehmen werde. Auch wenn ich es nicht genau bennennen könnte, tut sich da doch einiges in Sachen Klarheit und Ausrichtung. Das gefällt mir gut.

Nun also auf in den Endspurt der Woche. Weil der Mann übers Wochenende Seminar hat, werde ich mit den Kindern allein sein. Das hatten wir schon lange nicht mehr. Einige dringende Dinge werde ich mit ins Wochenende nehmen, ansonsten gehe ich es ruhig an. Vielleicht bleibt es sogar trocken, und ich kann ein wenig im Garten werkeln? Dieses Jahr ist es so lange kalt geblieben und ungemütlich, dass ich noch gar keine richtige Lust hatte, mich um den Garten zu kümmern. Jetzt wuchert der Giersch unbezwingbar durch einen drittel des Gemüsegartens. Die Schnecken sind schon auf Beutezug. Ich habe aber kaum etwas ausgepflanzt, sodass sie mir auch nichts wegfressen können.

Jede Mutter zählt

Noch bis Ende Mai sammle ich für das Projekt „Every Mother Counts“. Die Organisation setzt sich für sichere Geburten in der ganzen Welt ein – leider nicht überall selbstverständlich. Sie unterstützen Hebammenarbeit, Aufklärung und medizinische Versorgung für junge Mütter. Geburten, das habe ich selbst schon erlebt, sind ja auch immer ein wandeln an der Grenze zum Tod. Hätte ich nicht die medizinische Versorgung gehabt, die mir zuteil würde – ich wäre vermutlich nicht mehr am Leben. Das war für mich ein sehr einschneidendes Erlebnis (im wahrsten Sinne des Wortes), was mich sehr dankbar und demütig gemacht hat.

Mein Ziel bis Ende Mai sind 500 Euro zu schaffen, die den Müttern zugute kommen. 295 Euro haben wir schon geschafft. Wenn jede, die hier mitliest, nur einen Euro gibt, dann sind die 500 Euro ein Kinderspiel. Wenn du Every Mother Counts unterstützen möchtest, lege mir gern ein bisschen Kleingeld in die Teekasse. Ich leite die Summe dann an die Organisation weiter. Oder du spendest direkt per Kreditkarte über die Fundraising-Seite. Vielen Dank, an alle, die schon beigetragen haben. Ich schreibe euch zeitnah noch eine persönliche Nachricht!

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