_Alltag

Alltagsschnipsel Ende Juni

Letzten Dienstag habe ich einen Blogpost mit der Überschrift „Sehnsucht nach Pause“ dagelassen. Die letzten Wochen waren intensiv, emotional und dicht. Kaum noch etwas von dem Gefühl der vorherigen Monate während der Ausgangsbeschränkungen ist übrig. Diese Entschleunigung und der Rückzug, das Innehalten. Das Leben hat wieder an Fahrt zugenommen. Das ist schön, aber auch stellenweise anstrengend. Da muss ich sehr gut auf mich schauen.

Wir nähern uns nun dem Endspurt. Die letzten Wochen vor den Sommerferien mit Wechselbeschulung. Eine Woche geht der Sterngucker Montag, Mittwoch und Freitag zur Schule, in der zweiten Woche dann Dienstag und Donnerstag. Beim Wolf wird das auch so gehandhabt, nur sind die beiden asynchron, sodass immer ein Kind daheim ist. Im Kalender habe ich mir alle Tage, an denen der Sterngucker zur Schule geht markiert. So weiss ich, wer gerade wohin muss. Die Tochter organisiert sich selbst. Ich sehe sie eh kaum.

An den Tagen, wo die Jungs daheim sind, haben sie Aufgaben, die sie allerdings mit geringer Motivation (oder gar nicht) erledigen. Ich bin sehr froh, dass das an unseren Schulen kein großes Thema ist. Es zählt auch, gemeinsam einen Kuchen zu backen, die Zutaten abzuwiegen und dazu etwas aufzuschreiben. Somit war Schule zu Hause auch nicht so ein großes Stressthema in den letzten Wochen wie ich es bei anderen gelesen und mitbekommen habe. Wir haben dafür andere Schulthemen, die uns beschäftigen. Am Vormittag sassen wir also am Esstisch, ich versuchte den Blogpost zu tippen, die Jungs rechnen Aufgaben von ihren Matheheften.

Das klingt romantischer als es ist. Genaugenommen fehlt mir die Konzentration, selbst an meinen Dingen zu arbeiten. Ich halte in den letzten Tagen meine Aufgabenlisten kurz und übersichtlich, um nicht das Gefühl zu bekommen, nichts zu schaffen. Und dann bin ich überrascht, wieviel doch geht. Zum Beispiel das Sternguckerradl zur Werkstatt fahren und mir einen neuen Fahrradhelm kaufen auf dem Weg zum Freundinnenfrühstücksdate. Fotos ausdrucken für das längst fällige Montessorigeburtstagsalbum, Bücher zur Bibliothek zurückbringen (und neue ausleihen) und endlich neue Zahnseide und Wattepads kaufen. So Kleinkram, der ewig auf dem Zettel steht und sich dann wie eine Erleichterung anfühlt, wenn er erledigt ist.

Es ist längst Nachmittag. Heute war einer solcher Tage. Keine Ruhe für irgendwas. Ich freue mich schon den ganzen Tag auf den späten Nachmittag. Vor zwei Wochen war ich zur Schnupperstunde beim Posaunenchor. Jetzt lerne ich Trompete und hab da so Freude dran. ich kann es kaum erwarten, bald mehr als einen Naturton zu produzieren und richtig was klingendes zu spielen. Na mal sehen. Letzte Stunde hat mir schon gut gefallen. Wir beginnen mit vielen Atemübungen, draussen unter der blühenden Linde, wegen der Abstandsgeschichten. Aber allein dieses Atmen und Beckenboden spüren tut so gut. Der Trompetenlehrer sagte, es soll sich wie Wellness anfühlen. Das tut es!

Hier ist also viel los auf mehreren Ebenen. Viele Veränderungen stehen an, viele Dinge wollen abgeschlossen, vereinfacht und geordnet werden. Ich denke noch an einem passenden Monatsmotto für Juli herum. Vielleicht reicht aber auch, erstmal meinen Schreibtisch aufzuräumen.

Was schön war

ein Freundingeburttag im Garten unterm Apfelbaum, ein Freundinnenfrühstücksdate, Spaziergänge und Gespräche, Küsse, Vorfreude auf Muttibesuch, Posaunenchor, Post, Geldeingänge auf dem Konto, der Built Up Caps Onlinekurs von Yves Leterme, nette Gespräche bei der Pausenaufsicht, ein neu begonnenes Buch und ein Stapel weiterer Lesefreude von einer Freundin

 


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Ein Kommentar

  • TAC

    Mit anderen Musik machen ist etwas ganz besonderes. Ich find es super, dass du ein Instrument lernst.
    Ich selbst warte schon sehnsüchtig drauf, dass die Kirchenchorproben wieder beginnen. Das Singen (mit anderen) fehlt mir sehr.
    LG und viel Kraft für den Endspurt vor den Ferien von TAC

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