Baustelle

Baustelle

spooky

Momentan fehlen mir ein bisschen die Worte zum bloggen. Mein Körper entgiftet mit einer mächtigen Erkältung. Die letzten zweit Tage war ich damit beschäftigt, das Geburtstagalbum für die Tochter fertigzubekommen. Heut feiert sie in ihrer Stammgruppe in der Schule ihren Geburtstag. Da gibt es ein Montessori-Geburtstagsritual mit einem eigens dafür geschaffenem Fotoalbum. Und kaum hat man ein DIng von der Liste soweit abgehakt, tritt nicht etwa Ruhe ein. Nein, in der Wohnung warten ca 3 Waschmaschinenladungen Wäsche darauf, zusammengelegt und wegsortiert zu werden. Und während ich das tue, hüpft ein energiegeladener (im Gegensatz zu mir) fast 2 jähriger Räuber herum und zieht all die bereits gelegte und wegsortierte Wäsche wieder aus dem Schrank und wirft sie jubelnd in die Luft. In solchen Momenten habe ich das Gefühl, mich im Kreise zu drehen. Alles, was ich vorn anfange, wird hinten wieder eingerissen. Sauge ich Staub, liegen gleich danach wieder Krümel herum. Von Wäsche sprechen wir gar nicht erst. Usw usw. Dieser kleine winzige Alltag wird manchmal zum riesigen überwältigenden Monster. Ich hab dieses Alleinerziehendendasein so satt. Mein Leben fühlt sich an wie eine Baustelle. Überall sind noch offene Projekte. Und immer soll ich stark sein. Ich möchte auch mal schwach sein. Oder mal nichtstun (naja, lesen oder stricken…ihr wisst schon). Oder ausschlafen. Aber nein. Da müssen die Kinder gebracht und abgeholt werden, der Haushalt geschmissen, damit die Wohnung nicht verwahrlost. Da will ein Businessplan endlich beendet werden, Kosten für drei Jahre kalkuliert werden, da sind Projekte, die meinen Input erfordern und kleine Gefälligkeiten für Freunde, die doch wieder mehr Zeit in Anspruch nehmen, als geplant. Manchmal soll auch bisschen Geld verdient werden, weil von irgendwas müssen wir ja auch leben….

Ich möchte nicht jammern, aber es gibt einfach Tage, an denen mir mein Leben ein bisschen über den Kopf wächst. Ich bin froh, über meine Fähigkeit, doch in allem noch was Gutes zu sehen. Ich erfreue mich an den Sonnenstrahlen, dem Lachen meiner Kinder und bin dankbar, daß wir hier sind wo wir sind und wie wir sind. Manchmal muss man nur das Ventil öffnen und bissl Luft rauslassen, nicht?

Und nun hatte ich doch recht viele Worte.

0 Gedanken zu „Baustelle

  1. Hallo Ramona,
    kopf Hoch, das wird schon wieder, die Gefühle die Du beschreibst kenne ich nur zu gut. Und dabei habe ich nur ein Kind, das schon nicht mehr ganz so klein und chaotisch ist und tägl. 4 Stunden in die KITA geht, und einen Mann der die ganze Woche über präsent ist und trotzdem würde ich mich manchmal gern einfach verstecken vor all den Pflichten die man so hat.
    Wenn es mir nach solchen Phasen wieder besser geht kommt es mir so vor als ob mir das nur mal wieder den Blick für die kleinen, kostbaren Dinge im Leben schärfen sollte.

    Das wird schon wieder!!!

    Alles liebe,

    Tascha

  2. Liebe Ramona,

    Luft rauslassen muss auch sein! Unbedingt! Halt die Oehrchen steif, Du schaffst das, auch wenns Tage gibt,
    wo man nicht mehr tapfer sein will. Kenne das gerade nur zu gut…

    Und ich wuensche Dir gute Besserung, werde wieder gesund
    und lass die Haushaltspflicht zur Not mal nen Tag Pflicht sein,
    um Dir was Gutes zu tun!

    Liebes Winke!

  3. Liebe Ramona,

    das gestaltete Bild über deinen Worten drückt für mich Missbrauch aus – und die damit verbundenen Schweigegebote. Demnach finde ich deine vielen Worte toll: aussprechen statt runterschlucken. Gute Sache meiner Meinung nach. Und sehr kraftvoll.

    „Jammern“ bzw. äußern, dass manchmal alles Kacke läuft – ich wüsste nicht wer das verbieten dürfte. Und nur weil du ausspricht, das manches scheiße ist, heißt das ja nicht, dass du gleichzeitig schöne Dinge erlebst und diese auch siehst. Das muss ja kein entweder oder sein.

    Was du alles tust (dein „kleiner winziger“ Alltag mit zwei Kindern, dem Aufbau einer Selbstständigkeit und deiner Bewusstseinserweiterung) und was ich von dem Lesen deines Blogs mitbekomme ist, dass du eine starke Frau bist (keine Ahnung wer sagt, du sollst eine sein). Und wenn dir Dinge über den Kopf wachsen, hat es m.M. nach nichts mit Schwäche zutun, sondern mit: schwer was los bei dir.

    Prioritäten setzen, Grenzen ziehen; kennst du sicher. Vielleicht bieten solche Zeiten Möglichkeiten das weiter zu üben.

    Und ich denke ‚das wird nicht wieder‘ (wobei ich Tascha ihre Gedanken&Erfahrungen nicht absprechen möchte):

    Du bist Gestalterin deines Lebens und du wirst räumen; alles in deiner Zeit.

    Meine Gedanken dazu, wo ich sonst still und immer wieder gerne bei dir mitlese.

    Viele Grüße

    Vanessa

  4. Liebe Ramona,
    ich kann das so gut nachvollziehen. Momentan geht es mir genauso. Der Monat. Die Jahreszeit. Fehlende Kraft. So viele Dinge im Kopf und um die Ohren. Meine Tochter. Der Haushalt. Mein Job. Und das Gefühl, dass mir alles über den Kopf wächst. Gerade die letzten Tagen waren so, wie Du es in Worte fasst. Ich hatte das Gefühl, dass ich am einen Ende der Wohnung anfange aufzuräumen, und wenn ich dann alles geputzt und gesaugt und weggeräumt habe, macht Frollein Wirbelwind alles wieder durcheinander. Oder ich hab einfach keine Lust mehr, wenn ich abends von der Arbeit komme. Hiiiilfe! Aber es geht vorbei. Ich weiß, dass es vorbei geht ;-)

    Sei fest umarmt
    und gegrüßt
    M.

  5. Liebe Ramona,

    du schreibst auch mir aus dem Herzen, eine komische Zeit ist das.
    Es gibt aktuell so viele schöne Momente, die lang ersehnte und wärmende Sonne scheint wieder länger, die Zeit mit meiner Tochter ist gerade eine wunderschöne, aber trotzdem reicht die Zeit zum genießen nicht aus, da im Hinterkopf tausend Dinge sind, die noch erledigt werden wollen/müssen und man fühlt sich so schwach und kraftlos.
    Ich hoffe mit dir auf bessere Zeiten und weiß dass du die Kraft hast, dein Leben zu ordnen und all die Dinge, die dir Wichtig sind Schritt für Schritt zu meistern.
    Meine Gedanken sind bei dir – ich schick dir eine liebe Umarmung, deine Kathrin

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