_Alltag

Buntes Alltagsgeschreibsel

Gestern habe ich die Schulsachen des Sternguckers aus der Schule geholt. Sie sollten die zwar am Freitag mit nach Hause nehmen, das hatte er allerdings vergessen. In Absprache mit der Verwaltung konnte ich die Arbeitshefte noch holen. Es war ein komisches Gefühl, die verlassene Schule, die üppigen Blüten, der leere Parkplatz. Alles wie immer und doch irgendwie nicht.

Derweil herrschte daheim kurz Geschwisterplüsch und Schule-zu-Hause Motivation. Der Sterngucker hat dem Wolf aus Käptn Knitterbart vorgelesen. Das war’s dann auch wieder an Schulmotivation.

Schule zu Hause

Heute morgen war der Sterngucker schon wie gewohnt kurz vor sieben wach. Ich hätte gern noch bisschen ausgeschlafen. Nach dem Frühstück haben wir ein bisschen Schule gespielt. Der Sterngucker hat für die Woche ein paar Vorschläge für die verschiedenen Fächer. Als Montessorikind ist er gewohnt, Freilernzeiten zu haben. Ok, so lange ist er noch nicht in der Schule. Aber er hat ganz motiviert das Gedicht der Woche gelesen, einen Steckbrief über Schweden erstellt, Zahlen in das Hunderterbrett eingetragen und sein Studienbuch geführt. Wir haben Datum und Wetter auf Englisch gesagt und er hat angefangen, das Einmaleins ins Pythagorasbrett einzutragen. Dann ist er rausgegangen und ich konnte Arbeiten.

Der Wolf und die Tochter schliefen aus. Die Tochter kümmert sich um ihre eigenen Aufgaben (oder vielleicht auch nicht?), der Wolf hat auch einen Lernplan, den er aber wie gewohnt verweigert. Naja, er hat ein paar Textaufgaben gerechnet, zu mehr war er nicht zu motivieren.

Sehr interessiert verfolge ich auf Twitter gerade die ganzen Schule-zu-Hause-Überforderungen. Welcher Druck da entsteht. Wir befinden uns alle in einer Ausnahmesituation, die Nerven liegen blank, die Häute sind dünn. Da finde ich verpassten Schulstoff total nebensächlich. Da geht es doch erstmal darum, unsere eigene Stabilität aufrecht zu erhalten (oder wieder herzustellen) und uns gemeinsam in die Situation einzuschwingen. Und dann kann da auch wieder Lernen passieren (Prüfungsklassen sind jetzt mal eine Ausnahme, das ist wirklich gerade ein denkbar ungünstiger Zeitpunkt). Kein Schulstress hier, aber eben auch keine Ferien.

Puzzlen und Malen

Am Montag habe ich ein 1000er Puzzle ins Wohnzimmer gestellt. Das ist ein schöner Zeitvertreib. So sind die Jungs abwechselnd draussen und drinnen am Puzzle. Ich bin froh, dass wir so ländlich wohnen und die Einwohnerdichte nicht so hoch ist. Da kann man getrost rausgehen, ohne gleich Menschen zu treffen. Oder eben immer die selben 7 Menschen, die hier immer ein und ausgehen.

Den nachmittag haben wir mit Happy Painting verbracht. Clarissa hat für diese Woche kostenlose Tutorials zur Verfügung gestellt. Ich bin kein großer Happy Panting Fan, aber irgendwie war das heute genau richtig. Wir haben also bunte Lockenköpfe und lustige Vögel zu Papier gebracht, dabei gelacht und Spaß gehabt. Die Tochter und ihre Freundin waren auch angesteckt und haben den ganzen Nachmittag gemalt.

Umdenken

Der Mann koordiniert seine Gongausbildungen um und hat sich wirklich tolle Alternativen überlegt, mit der Situation umzugehen. Das beobachte ich gerade sehr viel und finde die Kreativität sehr spannend. ich bin ja der Überzeugung, das Krisen und Notsituationen auch immer Chancen bieten, neues entstehen kann. Der Wolf wird am Freitag seine Trompetenstunde per Zoomcall bekommen. Auch spannend, oder?

Umdenken müssen wir vielleicht auch bald mit unserer Klopapiersituation. Wir hatten keine großen Vorratskäufe getätigt und haben nun pro Kopf noch eine Rolle Klopapier da. Und in den Läden gibt es einfach keine mehr. Es ist so absurd. Wir kommen sicher noch eine Weile hin und dann hat es sich hoffentlich wieder reguliert. Und wenn nicht, dann fällt uns auch was ein.

Den Kopf lüften

Weil es mir gerade ein bisschen viel ist alles, gehe ich jeden Tag auch eine Runde spazieren. Raus, den Kopf auslüften, den Körper bewegen. Die Blüten und das Vogelgezwitscher sind so wohltuend. Der Odelgeruch nicht so. Zu allem Wahnsinn ist mein Herz etwas schwer wegen eines Freundin-Streits. Also lasse ich meinen Fokus auf das Schöne und versuche immer wieder in eine höhere Schwingung zu kommen. Mich mit der Liebe verbinden, mein verletztes Ego trösten, atmen. Ich bin froh um meine Therapiestunde morgen früh. Die Anspannung hat sich langsam angeschlichen und zeigt sich in Kopfweh, Verspannungen und Müdigkeit. Heute Nachmittag habe ich mich mit Merle auf die Couch gekuschelt, gelesen und mein inneres Kind umsorgt.

Was schön ist

Lachen und Späße in der Familie, gemeinsames Essen, der Frühling, Herzensbriefbestellungen und ganz liebe Emails von Newsletterleserinnen und Kursteilnehmerinnen, liebevolle Nachrichten von Freundinnen, gutes Essen (Gestern hatten wir Kartoffeln, Brokkoli, Bratlinge und Cashewsosse. Heute gab es Pasta mit Gemüse, Tomatensosse oder Pesto und zum Abendessen Ciabatta mit gebratener Aubergine, Tomaten und Feta) und schöne Gespräche mit dem Mann.


Hat dir der Beitrag gefallen? Wie bei StrassenkünstlerInnen der Hut, steht hier im Blog eine Teekasse. Nur eben virtuell. Wenn du magst, kannst du mir einen Tee ausgeben. Oder Farben und Papier. Danke für die Wertschätzung <3

Ein Kommentar

  • Andrea

    Liebe Ramona, wir nutzen zerschnittene Leintücher als Klopapierersatz nach dem Urinieren, die wir dann auch waschen. Für die anderen Fälle haben wir eigene Waschlappen für jeden von uns, die dann in der Maschine ausgekocht werden oder gehen danach so und so duschen; Klopapier haben wir eigentlich nur für Besucher. Vielleicht wollt ihr ja auch was davon versuchen?! Danke für den link zum happy painting!
    Liebe Grüße aus Österreich

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