_Alltag

Die eigene Mitte finden

Heute Nacht habe ich besser geschlafen. Wir wachen morgens ohne Wecker auf, sitzen dennoch 7:30 am Frühstückstisch. Der Wolf schläft meistens aus. Wir haben  heute gerade festgestellt, dass er sich in die Situation reinentspannt. Schule stresst ihn sehr, wir hatten jeden Morgen Schulpflicht-Diskussionen, oft blieb er mit psychosomatischen Symptomen zu Hause. Jetzt kann er viel besser seinem Biorhythmus folgen. Er steht später auf, frühstückt und kümmert sich ohne die Notwendigkeit, eine Maske aufrecht erhalten zu müssen, um seine Schulaufgaben. Nicht enthusiastisch, aber er tut es. Das schöne Wetter trägt natürlich seinen Teil zur Entspannung bei. Die Anordnung hat also auch seine guten Seiten. Ich weiss nicht, ob ich das auch noch sage, wenn es nächste Woche kühler und verregnet sein soll. Aber wir sind dennoch in der privilegierten Lage, viel Platz um uns herum zu haben.

Heute war also wieder Arbeit, Schulbegleitung und Kinderbetreuung dran. Ich habe heute unter anderem die nächsten Inhalte für den Fastenzeitkurs erstellt. Immer am Sonntag versende ich die Inhalte für die kommende Woche.

Die Jungs waren viel draussen, ich habe den Nachmittag mit Briefe schreiben, gemütlichen Terrassengesprächen mit dem Mann und Haushaltskram verbracht. Was eben so anliegt. Der Wolf hatte heute seine Trompetenstunde per Zoom. Ich glaube, das fand er ziemlich cool.

 

Zeit zum Lesen und Schreiben

Am Morgen im Bett habe ich mein Buch ausgelesen (Hoffnung leuchtet) und überlege, was ich als nächstes lese. Bücher habe ich natürlich genug, einige sind bereits angelesen. Am liebsten würde ich das neu erschienene Mariannengraben von Jasmin Schreiber lesen. Die Autorin kenne ich über Twitter und mag ihre Texte und Arbeit gern. Jetzt habe ich mir ganz getreu meinem Jahresvorsatz „Use what you have“ eines meiner angelesenen Bücher ausgewählt. Die Jesus Revolution. Da fehlen mir noch 111 Seiten bis ich durch bin. Ich setze mir dann gern ein Ziel bis wann ich das Buch fertig haben will und erreichne mir die Anzahl der täglich zu lesenden Seiten.

Am späten Nachmittag war der Mann beim Einkaufen und Pakete wegbringen. Er hat hier die Versorgerrolle. Im Haushaltsgedlbeutel waren noch 15 Euro unseres Wochenbudgets. Davon hat er das nötigste vom Einkaufszettel besorgt. Den Rest kaufen wir dann nächste Woche, wenn er den Geldbeutel wieder befüllt.

Gehmeditation und Gatka für die Mitte

Ich bin in der Zwischenzeit eine kleine Runde spazieren gegangen, habe Veilchen gepflückt und die Natur genossen. Danach hatte ich Lust auf ein bisschen Gatka. Gatka ist eine altindische Schwertkampfkunst, die der Mann und ich früher regelmässig trainiert haben. Jetzt sind wir etwas eingerostet, die Grundschritte sitzen aber noch. Die Grundschritte, das Pentra, sind nicht nur ein tolles Workout, sondern gleichzeitig eine gute Meditation, um sich auszugleichen und wieder in die Mitte zu finden. Sie wirkt durch die Überkreuzbewegung ausgleichend auf die Gehirnhälften. Dazu habe ich das Mantra Chattr Chakkr Vartee gehört, weil der Rhythmus gut zu den Schritten passt. Der Text sind die letzten vier Zeilen aus dem Jaap Sahib von Guru Gobind Singh, einem kraftvollen Gebet dem nachgesagt wird, Angst, Sorgen, Depression, Unsicherheiten und Phobien zu vertreiben. Es vermittelt Mut und Furchtlosigkeit, Selbstbeherrschung und Anmut. Meine Lieblinsversion ist die von Kulwant Singh. Ich mag den beruhigenden meditativen Rhythmus. Hier kannst du die Version beim Sat Nam Versand anhören, hier auf Spotify.

Passend zur erdenden und zentrierenden Wirkung des Pentra fand ich den Text in meinem Fastenzeitkalender heute, wo es um Geduld Mitmenschen gegenüber ging:

„Ich muss in meiner Mitte stehen, damit ich auch die tragen kann, die keine Mitte haben.“ Anselm Grün

Ab heute Abend gilt in Bayern eine eingeschränkte Ausgangssperre. Für meinen Alltag ändert das kaum etwas, für andere scheint es eine wahrliche Bedrohung für die Freiheit zu sein. Ich glaube, viel davon findet in unseren Köpfen statt. Auf Facebook habe ich interessiert die Gedanken von Giannina Wedde gelesen. Mag ich sehr. In meiner Collagekiste fand ich eine alte Collage, die thematisch irgendwie passt.

Zum Abendessen gab es Aufbacksemmeln, weil wir vergessen hatten, ein Brot aus dem Gefrierfach zu nehmen und einen kleinen Rest Aufbackpizza. Dazu Frischkram aus der Gemüsekiste, die heute geliefert wurde. Nach dem Abendessen haben wir die Jungs zum Baden und Duschen geschickt. Heute ist das Wasser noch Sonnenwarm (von unserer Solaranlage auf dem Dach), morgen und die kommenden Tage müssen wir für warmes Wasser dann wieder einheizen, weil es kühler und bedeckt werden soll.

Sendung mit der Maus und Bettzeit – wir sind alle so müde von Sonne und Frischluft.

Stimmung in der Familie

Gut gelaunt und wenig angespannt. In mir arbeitet noch der Freundinstreit. Ich denke im Alltag nicht oft daran, aber wenn dann zieht es im Herz und ich werde traurig. Ich übe mich darin, meine Gefühle zu beobachten und da sein zu lassen, ohne in Gedankenspiralen und Drama zu versinken. Insgesamt bin ich sehr dankbar, dass es uns so gut geht und sich jeden Tag Dinge ergeben, die mich glücklich machen und mich erfreuen: das Miteinander in der Familie, Blogteekassenbeiträge von lieben LeserInnen, Linkempfehlungen per Email und liebe Worte. Danke!


Hat dir der Beitrag gefallen? Wie bei StrassenkünstlerInnen der Hut, steht hier im Blog eine Teekasse. Nur eben virtuell. Wenn du magst, kannst du mir einen Tee ausgeben. Oder Farben und Papier. Danke für die Wertschätzung <3

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