_Alltag

Die letzte Oktoberwoche – Montag

Draussen ist es trüb und grau. Ein ungemütlicher Wind streift durch die Luft. Zwischendrin leuchten die roten und gelben Blätter der Bäume im Herbstgewand. Ein Tag, an dem ich gern im Bett geblieben wäre. Wir raffen uns dennoch zur letzten Schulwoche auf. Der Wolf verschläft, meldet sich ab und bleibt daheim. Ich bin gespannt auf die Konsequenzen. Aber der Wolf und die Schule, das ist ein Thema für sich.

Ich bin immer noch arg verspannt und finde keinen rechten Anfang in meine Arbeit. Also schreibe ich unseren Wochenendbericht. Heute fliessen die Worte gut aus mir, das merke ich. Ich sitze nur widerwillig am Laptop, würde lieber etwas Rückenfreundlicheres tun. Aber die Arbeit ruft. Die Liste ist lang. Ich schleiche mich um Kleinkram herum und vertrödele Zeit. Leider steigt dadurch der Druck und somit die Verspannungen. Ein Teufelskreis.

Arbeitsvormittag-Gedanken

Ich arbeite schon seit Beginn des Jahres für das Handschrift-Magazin. Die Arbeit im Team macht Spaß, vorallem seit wir Slack zur Kommunikation nutzen. Jetzt ist auch mein Foto auf der Website des Verlags. Im Handschrift-Magazin betreue ich die Rubrik Handlettering. Falls ihr also Themenwünsche und Ideen habt, freue ich mich natürlich über Feedback. In dieser Woche möchte ich unbedingt den Artikel für die übernächste Ausgabe fertig schreiben. Dafür habe ich schon Material und Ideen gesammelt, aber noch nicht mit dem Schreiben begonnen. Langsam wirds eng.

Die letzten Monate waren für viele Selbständige und Unternehmen eine echte Herausforderung. Ich hatte mich ganz gut durch die vergangenen Monate gehangelt, merke aber hier und da Spätfolgen. Ein Kunde schreibt mir, dass er meine Arbeit zwar schätzt und auch braucht, mich aber nicht länger zahlen kann. So wird es vielen gehen. Nun gilt es flexibel zu bleiben und gemeinsam zu überlegen, was wir aus der Situation machen können. Betrifft ja uns alle. Wir leben hier von einem Monat zum nächsten. Das geht zeitweilig an die Substanz, auch wenn sich der Finanzstress manchmal nur sehr subtil auswirkt.

Ich überlege kurz, wie wir die vergangenen Monate gewuppt haben:

  • wir haben gleich ganz zu Beginn Soforthilfe beantragt (und erhalten)
  • wir haben unsere Kreditraten an die Bank in Absprache  für ein paar Monate gestundet
  • mit dem Finanzamt haben wir Ratenzahlungen  und Steuerstundung vereinbahrt
  • im Alltag haben wir auf alle zusätzlichen Ausgaben und Neuanschaffungen weitgehend verzichtet, uns an unser Wochenbudget für Lebensmittel gehalten
  • als Paar haben wir uns immer wieder gegenseitig ermutigt, unsere Finanzen offen besprochen und unsere Ängste dem anderen mitgeteilt. Weil wir wissen, dass wir selten beide gleichzeitig im Tief sind, haben wir immer den anderen, der Mut macht und die Fahne hoch hält.
  • nicht zuletzt haben wir in Gott (ich) und/oder das Universum (der Mann) vertraut, dass für uns gesorgt ist

Ausserdem kamen von überraschnen Seiten Hilfsangebote für den Fall, dass wir in Not geraten. Das finde ich beruhigend: wir sind nicht allein, sondern leben in einer Gemeinschaft. Deshalb hoffe ich nun sehr, dass wir auch die kommenden Monate überstehen werden. Wir erinnern uns gegenseitig an unsere Fähigkeiten, unsere Werkzeuge und unseren Glauben.

Familienleben

Zum Mittag koche ich Tagliatelle (der Sterngucker hat die mal „Gürtelnudeln“ genannt) und Gemüse für den Wolf und mich. Er hat am Vormittag seine Aufgaben für die Schule erledigt (im Schnelldurchlauf) und hängt hier rum. Der Sterngucker kommt gegen 13:30 Uhr mit dem Bus aus der Schule.

Heute soll noch mein wöchentlicher Inspirationsbrief rausgehen. Den verschicke ich immer Montags. Dafür sammle ich kreative und interessante Links aus dem Internet, Anregungen und Gedanken. Wenn du den auch bekommen möchtest, kannst du dich hier eintragen.

Der Sterngucker kommt um 13:30 Uhr mit dem Bus, isst seine Gürtelnudeln mit Ketchup und erinnert mich, dass wir Schuhe kaufen wollen. Stimmt. Er braucht dringend wasserdichte Winterschuhe. Na denn. Wir haben noch das Tochterauto. Sie musste heut nicht zur Schule. In München streikt die MVG. Deshalb hat die Schule entschieden, den Unterricht digital stattfinden zu lassen inklusive einer Deutschklausur, die heute auf dem Plan stand. Ich bin immer wieder begeistert von der Flexibilität, die die Schule in den letzten Monaten erarbeitet hat. Wir fahren also durch den Regen nach Grafing.

Dort kaufen wir für nicht wenig Geld neue Schuhe für den Sterngucker. Das ist mit ihm immer recht unkompliziert. Er sucht sich noch einen Schuhlöffel aus. Um ein kleines Vermögen leichter verlassen wir den Laden. Wir durften uns noch ein Blümchen aussuchen. Die waren noch übrig vom Leonhardi-Sonntag. Wie schön!

Dann geht unsere Runde weiter zum Tanken und Einkaufen. Uns sind übers Wochenende ein paar Lebensmittel ausgegangen. Normalerweise kauft der Mann bei uns ein. Weil der aber erst heute Abend kommt, erledige ich einen Schnelleinkauf mit Kartoffeln, Brot und Joghurt. Wieder daheim, schreibt die Tochter, ob wir mit ihr und dem Hund spazieren gehen wollen. Naja, das Wetter lädt nicht gerade dazu ein. Aber ein bisschen Bewegung schadet nicht. Also packen wir uns ein und fahren zur Tochter. So können wir ihr gleich das Auto zurück bringen. Wir gehen eine halbe Stunde durch den Regen. Das tat jetzt doch ganz gut.

Dann ist es draussen schon dunkel, obwohl es erst 17 Uhr ist. Im Ofen knistert das Feuer. Ich mache Abendessen, räume die Küche auf und hoffe auf einen entspannten und ruhigen Abend. Den Newsletter habe ich noch immer nicht verschickt. Das hole ich später noch nach. Dafür war die Zeit mit den Kindern unterwegs ganz schön, und ich fühle mich nicht mehr so angespannt.

Buchtipp

{Werbung, Rezensionsexemplar}

Ich habe mir vorgenommen, in dieser Woche täglich einen Alltagsblogpost zu schreiben. Mal lang, mal kurz. Und jeden Tag stelle ich hier ein oder mehrere Bücher vor. Mein Stapel mit Rezensionsexemplaren ist ganz schön hoch gewachsen. Da sind ein paar tolle Tipps dabei (und nur die gebe ich auch weiter). Manche Bücher verschenke ich. Es lohnt also, immer wieder reinzulesen und zu kommentieren.

Advenskalenderbücher

Den Anfang machen zwei Adventskalenderbücher. Bei beiden Büchern muss man an den jeweiligen Tagen im Dezember erst die Seiten auftrennen, bevor man deren Inhalt entdecken kann.

Beide Bücher verschenke ich an meine LeserInnen. Wenn du eines der Bücher haben möchtest, hinterlasse bis zum 1.November einen Kommentar unter diesem Blogpost, welches der Bücher dich am meisten interessiert. Wenn sich mehr als eine Person pro Buch findet, entscheidet das Los. Ich schreibe die GewinnerInnen persönlich an und werde nach der Adresse für den Versand fragen.

Ist es möglich, die Weihnachtszeit auch ohne Konsum gestalten? Welche nachhaltigen Ideen fallen dazu ein? Hinter jedem Türchen des Adventskalender-Buches verbergen sich nachhaltige und festliche Ideen. Dabei geht es um bewussten Konsum, Recycling und Upcycling, saisonale Lebensmittel ebenso wie Gedanken zu Alternativen.

Das festlich anmutende Adventskalenderbuch ist für Schreibfreundinnen gedacht. Nach einer kurzen Klärung der Basics geht es auch schon los mit den Türchen, die 24 Tage Letteringspaß zur Weihnachtszeit versprechen. Da gibt es kreative Überraschungen in Form von Alphabeten, Übungen, Sprüchen und kleinen Projekten. Vielleicht entstehen so im Laufe des Dezembers noch ein paar Last-Minute-Weihnachtsgeschenke?

Und weil wir schon bei Adventskalendern sind, möchte ich natürlich den anderen Advent nicht unerwähnt lassen. Ich habe mir den Kalender schon für mich, zum verschenken und für den Sterngucker bestellt. Diesmal sind Texte von Hanna Buiting, bei der ich neulich einen Schreibworkshop mitgemacht habe und Giannina Wedde, bei der ich im Segen-Seminar war, dabei.

Bastelst du Adventskalender selbst, verzichtest du darauf oder kaufst dir einen? Welche Bedeutung hat ein Adventskalender für dich?


Hat dir der Beitrag gefallen? Wie StrassenkünstlerInnen der Hut, steht hier im Blog eine Teekasse. Nur eben virtuell. Wenn du magst, kannst du mir einen Tee ausgeben. Oder Farben und Papier. Danke für die Wertschätzung <3

 

13 Kommentare

  • Mo

    Liebe Ramona,
    Es ist immer wieder ein Genuß, in deinem Blog zu lesen. Vielen Dank, dass ich immer wieder an deinen Vorhaben und Überlegungen teilhaben darf.
    Ich freue mich auf das „jeden Tag bloggen“ diese Woche :-)

    Ich würde mich über den Hand lettering Kalender freuen.
    Herzliche Grüße Mo

  • Corinna B.

    Liebe Ramona vielen Dank für Deinen Blog und tollen Inspirationen.Mich spricht das Buch Christmas for Future an und weckt bei mir Neugier auf ‚Neues‘ .
    Viele Grüße Corinna

  • Steffi Rogg

    Ich bastle immer und schreibe Zettel, die unser Wichtel vor seine Tür legt.
    Über das Buch Christmas for Future würde ich mich sehr freuen ☘️🍁
    Und ich freue mich auf deine täglichen Posts.
    Ganz liebe Grüße aus Freiburg
    Steffi

  • Hildegard

    Hallo Ramona,
    ich bin hin und hergerissen: einerseits liebe ich die Vorweihnachtszeit und die Freude, die meine Mädels an ihren selbstbefüllten Adventskalendern haben, andererseits möchte ich keinen unnützen Konsum und Plastikkram. Da käme „Christmas for future“ genau richtig!
    Viele Grüße aus dem Norden in den Süden!

  • Birgit

    Liebe Ramona,
    na dann bewerbe ich mich mal mit um den Handlettering Adventskalender, das wäre eine gute Übungsmöglichkeit auch in Weiterführung des Schriftkurses im September. Danke nochmal für alle Impulse!! Adventskalender haben für mich eine große Bedeutung, ich verschenke viele :) unsere Patenkinder bekommen immer einen, auch jedes Familienmitglied, die sind dann immer selbst gemacht mit nützlichen Dingen und kleinen Freuden, die eh jeder braucht. Für mich selbst muss ich immer aufpassen, dass ich mir nicht „zu viel des Guten“ antue. Adventskalender können auch Stress verursachen (man glaubt es kaum).
    Ich freue mich auf Deine Rezensionen, habe ich mir schon manchen Lesetipp von Dir geholt.
    Herzliche Grüße aus Sachsen, Birgit

  • Suomitany

    Liebe Ramona, vielen Dank für deinen Rückblick. Immer wieder so schön.

    Seit ich vor 23 Jahren ausgezogen bin, füllen meine Mama und ich uns gegenseitig einen Kalender. Das bereitet uns beide Freude.

    Von deinen Büchern würde mich der Adventskalender Handlettering interessieren.

    GLG Tany

  • Stefanie

    Liebe Ramona,
    bei uns gibt es immer einen oder mehrere Adventskalender und da hatten wir schon – fast – alles: Süssigkeiten für alle Kinder, kleine Geschenke an den Wochenenden, später, als die Kinder grösser wurden haben alle mitgemacht und jeder durfte ein paar Päckchen packen und dran hängen und in einem Jahr auch einen Rückwärt-Adventskalender, der sich immer mehr mit Gaben für eine soziale Institution gefüllt hat. In diesem Jahr ist nun nur noch die Tochter zuhause und die würde sich sicher sehr über den Handlettering-Adventskalender freuen. Auch wenn das sicher nicht der einzige Kalender bleiben wird…
    Ganz liebe Grüsse, Stefanie.

  • Andrea

    Hallo Ramona, wie schön beide Bücher sind. Beide wären der optimale Adventskalender für meine Tochter, die zum einen sehr umweltbewußt lebt mit 14 Jahren und zum anderen übt sie gerade täglich Handlettering. Ich würde mich jetzt einfach überraschen lassen und den Gewinn an meine Tochter weitergeben.
    Viele Grüße Andrea

  • Anja

    Liebe Ramona,
    Deine Beiträge lesen sich immer, wie persönliche Briefe. Es ist so schön, so besonders und ich freue mich sehr, Deinen Blog gefunden zu haben. Früher hatte man noch Brieffreundinnen. Die Briefe wurden mit Liebe und Sorgfalt geschrieben und entsprechend gestaltet. Es war immer ein kleines Fest, wenn ein Brief im Briefkasten lag. Besonders, wenn der Umschlag schön gestaltet war! Handlettering. Es gab ja nichts anderes.
    mich interessiert (deshalb) ganz besonders das Handlettering-Buch! Und auch, weil, es den Schriftzauber-Kurs so toll ergänzt.
    Der Adventskalender gehört zur Weihnachtszeit einfach dazu. Egal, wie alt man ist. Besonders schön finde ich den ‚anderen Advent‘.
    Und Weihnachtskarten gestalten und schreiben. Das gehört auch dazu!
    Viele Grüße
    Anja

  • Sandra

    … für die doppelt schwere, dunkle Zeit würde ich mich über Handlettering freuen.
    Ich liiiebe Adventskalender…
    Lieben Gruß und schönen Herbstabend, Slo

  • Maria

    Liebe Ramona, ich lese deinen Blog so gerne. Ich mag deine kreative Ader und freue mich immer, wenn du einen Einblick in deinen Alltag schenkst. Ich würde mich über den Handletteringadventskalender freuen, weil ich das schon so lange gerne ausprobieren würde.

    Liebe Grüße, Maria

  • Maren

    Liebe Ramona, deine Woche klingt anstrengend, aber auch fokussiert. Ich bewundere als Angestellte im Öffentlichen Dienst sehr, wie ihr diese Zeit als Selbstständige stemmt. Und dabei ist mir gleich die Teekasse wieder eingefallen ;). Bei den Büchern würde mich Christmas for future sehr interessieren :). Mit den Adventskalendern halten wir es so: Meine Schwester, die keine Kinder hat, bastelt für die größeren drei der Nichten und Neffen Kalender mit Badezusätzen, Haargummis, Süßem, Rätselaufgaben, Playmosets in Raten usw. Dafür bekommen die Kinder von uns keine mehr. Ich habe mir früher häufig die Teekalender gekauft, aber bin mittlerweile sehr auf meine Lieblingssorten eingeschossen. Daher versuche ich einfach, mir an den Adventswochenenden immer etwas kleines Gutes zu tun und konzentriere mich ansonsten eher auf Spenden, Helfen etc. LG Maren

  • Birgit

    Liebe Ramona,
    ich freue mich jedesmal, Deine Beiträge zu lesen. Sie sind aufmunternd und motivierend. Danke, dass du uns an deinem Leben teilhaben lässt. Über das Buch Christmas for Future würde ich mich ganz besonders freuen.
    Ganz liebe Grüße Birgit

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