Donnerstag – schneefrei

Donnerstag – schneefrei

Heute bin ich echt schwer aus dem Bett gekommen. Ich habe einen Lichtwecker und normalerweise wache ich schon auf, bevor er Geräusche macht (ein Kuckuck ruft), weil es allmählich heller wird im Raum. Das ist meist so kurz vor 6 Uhr. Heute bin ich erst vom Kuckuck wach geworden. Ich stehe auf, um der Tochter Brotzeit zu machen. Das könnte sie auch selber, aber ich habe Freude daran, ihr was zu essen einpacken. Essen machen ist eine meiner Sprachen der Liebe. Sie zum Bahnhof fahren nicht so. Deshalb muss sie um 6:40 Uhr den Bus nehmen und einen längeren Schulweg in Kauf nehmen.

Es hat die ganze Nacht über geschneit. Die Tochter stapfte also wadentief durch den Schnee zur Bushaltestelle, in der Hoffnung, dass der Bus nicht kommt und sie nicht zur Schule muss. Die Wolfschule hat schulfrei, von der Tochterschule hatten wir eine solche Nachricht nicht. Der Plan ging nicht auf, weil ein netter Nachbar die Tochter stehen sah und mit dem Auto zum Bahnhof mitgenommen hat.

Schnee, vorallem in solchen Mengen, verlangsamt das Leben. Da ist nur wichtig, frisches Holz rein zu holen und das Feuer zu schüren. Da will ich nix draussen besorgen müssen. Man kommt ja eh nicht weit. Der Verkehr liegt lahm, das Internet ist gefühlt auch langsamer, die Geräusche sind gedämpft. Da wird es ganz analog. Anke Gröner schrieb heut morgen auf Twitter:

Ich komme mir wie ein Stockfoto vor, so mit dampfender Teetasse am Fenster, in den still fallenden Schnee starrend!

Der Sterngucker wollte unbedingt zum Kindergarten. Und da ich nix über Schul- und Busausfall auf seiner Strecke herausfinden konnte, schaufelten wir eine Schneise durch unsere Einfahrt. Der Bus kam mit etwas Verspätung und von der anderen Seite tatsächlich. Allerdings sass nur ein weiteres Kind da drin. Der Busfahrer vermutete, dass die Schule ausfällt. So fuhr der Sterngucker zum Kindergarten. Ich rief vorsorglich nochmal an, um die Lage zu checken. Und tatsächlich. Schulausfall (der Kindergarten ist auf dem gleichen Gelände) und keine Busse. Tja nun. Die vier Kinder machten sich mit der Erzieherin und den Schneemassen einen schönen Tag.

Am Nachmittag fuhr ich dann vorsichtig zum Kindergarten, den Schneegraber wieder abzuholen.

Freitag und Montag bleiben offiziell schulfrei im Landkreis.

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Der Wolf schlumpert sich durch den Tag, schaufelt unsere EInfahrt frei und baut ein Iglu. Ich verbringe den Vormittag mit meiner Arbeit.

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Vom gestrigen Abendessen waren noch Pizzaschnecken übrig, die wir im Laufe des Tages essen konnten. So war das Brotzeit- und Mittagsthema einfach. Der Sterngucker hat im Kindergarten mitgegessen und die Reste mit nach Hause gebracht (Salat, Nudeln, Reis). Den Salat hab ich am Nachmittag gegessen. Ich hatte sop Lust auf was Frisches. Den Reis und die Nudeln hab ich zusammen mit einer angebrochenen Tomatensosse aus dem Kühlschrank und einer frischen Karotte angebrachten und zum Abendessen serviert.

Der Nachmittag war etwas laut und nöhlig. Ich glaube, der Sterngucker war müde vom Schneespielen. Er verbrachte dann nochmal eine Stunde draussen, dann gingen wir noch eine Runde spazieren, um den Schlittenberg zu begutachten. Ohne Schlitten, denn eigentlich wollte ich nur zum Briefkasten einen Brief wegbringen, den ich am Nachmittag geschrieben hatte. Spontan rutschten wir auf unseren Hosenboden den Berg hinunter. Was ein Spaß!

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Tochter abholen, Feuer machen, Abend essen, Küche aufräumen, Wäsche falten, nasse Wintersachen zum Trocknen vorm Feuer drappieren, Jungs ins Bett bringen…. jetzt, 21:30 Uhr ist Ruhe hier. Die Spülmaschine surrt, ich trinke einen kleinen Schluck Heißer Hirsch Glühwein, kalt aus dem Glas.

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Beim Bettbringen haben wir Dr. Brumm von Daniel Napp gelesen. Der Sterngucker wünscht sich in letzter Zeit, dass ich die Dialoge auf sächsisch vorlese. Das ist schon ein bisschen lustig. Ich glaube, Dialekte machen ihm Spaß. Der Mann liest die Dialoge in niederbayrisch.

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Ich habe den Podcast von Madhavi gehört. Der hat mir gut gefallen.

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