_Alltag

Donnerstag – Sonne!

Einen ganzen Blogpost könnte ich füllen vom heulenden Jammertal, was ich gerade bin. Und das werde ich auch. Aber nicht jetzt. Ich möchte mir erst überlegen, wie. Denn dass es mir nicht gut geht, das ist hier schon immer zwischen den Zeilen oder auch direkt angeklungen. Das möchte ich gar nicht verstecken. Das gehört gerade zu mir dazu. Und ich weiss auch, dass ich meine Erfahrungen gern teilen möchte, um anderen Mut zu machen und zu helfen. Vorerst brauche ich meine Kraft und muss mich selbst sortieren. Dann gibt es mal einen Post über Angstsymptome, Panikattacken und all die dunklen Wolken.

Heute vormittag habe ich jedenfalls, ganz mutig, einen Arzttermin für Montag ausgemacht. Allein der Gedanke daran hat mir schon die Luft weggenommen. Aber: der Mann hat angeboten, mich zu begleiten. Und nun steht da der Termin im Kalender. Montag morgen. Nüchtern.

Der Rest des Tages verlief ruhig und sonnig. Die Sonne, die tut wahrlich gut. Ich habe mir einen ganz langen Spaziergang gegönnt, draussen auf der warmen Erde gesessen, an einen Baum gelehnt und dem Specht zugehört. Und den Falken, Krähen und den kleinen Zwitschervögeln. Das tat sooo gut. Da habe ich wieder mein Licht gespürt.

Arbeit konnte ich auch schaffen. Einen Flyer und Newsletter. Alles etwas langsamer als sonst.

Zum Mittag hat der Mann Gemüsesuppe mit Kartoffeln, Kohlrabi, Blumenkohl und Karotten gekocht. Die war sehr lecker. Wir kochen gerade spontan und nach dem Use-What-You-Have-Prinzip. Irgendwie schaffen wir es gerade nicht, einen Speiseplan zu bauen und entsprechend einzukaufen. Trotzdem sind wir dann immer wieder begeistert, was wir doch alles aus dem vermeintlichen „Wir ham nix da“ auf den Tisch zaubern können. Morgen kommt wieder die Gemüsekiste. Vielleicht nehm ich mir dann mal die Zeit, die nächste Woche durchzuplanen. Das ist nämlich viel leichter, wenn klar ist, was wir essen wollen.

Am Nachmittag habe ich Kekse für die Knusperzeit (so hiess der Nachmittagssnack im Kindergarten der Tochter) gebacken. Und wir sassen zusammen und haben geknuspert. Die Jungs wollten gern einen Film schauen. Ich hab sie erst eine Runde in den Garten gescheucht. Der Schnee ist noch immer nicht von der Wiese getaut. Während sie ihren Film schauten, hab ich ein bisschen in meinem Moleskine-Diary gezeichnet und mich später ums Abendessen gekümmert. Die Tochter war auch kurz da. Sie ist jetzt, wo es wärmer ist, wieder selbst mit ihrem Motorrad mobil, was alle sehr entlastet. Sie hat ihre Praktikumsmappe sortiert. So hatte ich Einblick in die tollen Arbeiten, die schon während des Schuljahres entstanden sind.

Der Mann hatte einen Abendgongtermin. Jetzt bin ich ganz gespannt, was er erzählt.


Wie beim Frisör das Sparschwein oder bei StrassenkünstlerInnen der Hut, steht jetzt hier im Blog eine Teekasse. Nur eben virtuell. Wenn du magst, kannst du mir einen Tee ausgeben. Oder Farben und Papier.

7 Kommentare

  • andrea

    ‚ich bin da ganz bei dir‘ und – ich bin bei dir.
    also sowohl inhaltlich als auch gefühlt. es ist eine sehr lebendige zeit gerade und ich schwimme wieder öfters mal eine runde im tränenmeer. die träume nachts sind intensiv und die morgendlichen spaziergänge tiefinnerlich und klärend. ich glaube, summasummarum, da heilt sich was zurecht :-)

  • Jenny

    Liebe Ramona,
    Vielen Dank für deine offenen Worte.
    Ich wünsche dir alle Gute und viel Kraft für deinen Arzttermin.

    Sonnige Grüße
    Jenny

  • Micha

    Heulendes Jammertal – so ging es mir auch heute morgen. Jetzt sind die Kinder da und erden mich etwas. Alles Gute für dich!
    Liebe Grüße, Micha

  • Ines Düe

    IN und um mich herum jammert es ebenfalls…;-).Du gehst also nicht allein!
    Die Sonne streichelt die Seele,also raus mit uns!!!
    Dir,Deiner Familie und allen Bloglesern ein zauberschönes Wochenende🤗
    LG aus dem Norden,Ines D.:-)

  • Sandra

    Ich drücke mal die Daumen und schicke Geduld vorbei.
    Als langjährige Leidensgenossin fühle ich mit. Sonne ist auf jeden Fall immer gut.
    Man fühlt sich alleine damit, ist es aber absolut nicht.
    Sstehe gerne zur „Verfügung“, Sandra

  • Tina

    Liebe Ramona, ich danke dir für deine Offenheit. Und wünsche dir alles Gute für deinen Arzttermin!
    — etwas ganz anderes: ich wollte dir gerade etwas Geld in die Teekasse legen – und bin recht erschrocken, dass gut 30% vom Betrag an paypal geht (vielleicht auch wegen CHF -> EUR). Gibt es ein Konto, wo ich eine Direktüberweisung machen könnte? Wäre das auch eine Möglichkeit für dich? Herzlich, Tina

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