_Alltag

Donnerstagsschnipsel – zwischen der Lust auf Neues und der Angst vor Überforderung

Uff, was für eine Woche. Die Tage waren für mich sehr intensiv, emotional anstrengend, gleichzeitig total interessant und aufregend. Ich bin viel zu oft viel zu spät ins Bett gegangen und hatte zu wenig hochwertigen Schlaf. Ich fühle mich heute ein bisschen wie eine Mutter mit Kleinkind, dauernd am Rand der Tränen und verwundbar. Nebenbei hatte ich jedoch zwei wirklich spannende kalligrafische Zoom-Abende mit Jurgen Vercaemst zum Thema Buchstaben mit Bleistift und Einblicken in seine Arbeitsweise und sein phänomenales Skizzenbuch. Ich finde es ja richtig toll, dass es jetzt so viele Kalligrafie-Angebote online gibt (da fällt mir mein selbstauferlegtes Use-What-You-Have-Onlinbekursverbot wirklich schwer).

Die Kinder hatten abwechselnd Präsenzunterricht, sodass wir keinen Vormittag wirklich frei waren zu arbeiten. Das war aber in diese Woche auch einkalkuliert. So ist nur Kleinkram entstanden. Ich habe nichts gelesen, kaum gestrickt, aber dank unseres Speiseplans wenigstens auf gutes Essen geachtet. Heute hatte ich einen schönen Spaziergang mit der Tochter, die ich in den letzten Tagen auch nur sehr wenig gesehen habe. Und ich muss sagen: große Kinder sind toll. Die Gespräche, die wir führen können, das Verständnis und die Reflektiertheit der Tochter sind schon sehr toll.

Will ich Trompete spielen lernen?

Am Dienstag waren wir zu einer Schnupperstunde im Posaunenchor. Wenn ich wieder weniger müde bin, spüre ich nochmal hin, was sich daraus entwickeln kann. Möchte ich wirklich das Abenteuer wagen, ein Instrument komplett neu zu lernen? Wenn ja, nehme ich das Vernunftinstrument (Trompete, weil handlicher, günstiger, flexibler, nahbarer) oder das Instrument, was mir zuerst ins Herz gesprungen ist (Euphonium), aber ein Monstrum ist, teuer und ich die Noten mit Bass-Schlüssel spielen muss (keine Ahnung, was das für das mir bekannte System bedeutet). Ich werde da noch ein bisschen hinspüren und vielleicht eine Weile testen. Und was von dieser Posaunenchoridee ist eine romantische Vorstellung, Sehnsucht nach Gemeinschaft und verklärte Idee gespeist aus meinen Spielmannszug-Erinnerungen meiner Kindheit. Hm.

Was ich jedoch bemerkt habe: Ich war zwei Tage wirklich angespannt und schlapp und dysreguliert. Nach der Posaunenschnupperstunde ging es mir gut, ich hab mich leicht, ausgeglichen und freudig gefühlt. Dabei haben wir nicht wirklich musiziert, sondern erstmal viel Theorie über die verschiedenen Instrumente gehört. Aber es war gemeinsamer Kontakt, Atmung und im-Moment-sein. Gibt es Kraft oder wird es Bürde im eh schon vollen Alltag?

Schularbeit

Am Mittwoch war ich wieder an der Schule zur Pausenaufsicht und Unterstützung des Teams. Gemeinsam mit einer anderen mama, die ich schon von der Tochterschulzeit kenne, habe ich die Spielgeräte desinfiziert und auch mal ein Aufge auf die gruppen geworfen, wenn die LehrerInnen mal aufs Klo wollten. Das war ein unterhaltsamer Vormittag an der frischen Luft mit Austausch und Kontant. Schön. Heute kam von der Schule kam die Nachricht, dass wir zwischen den Pfingst- und Sommerferien die ausgefallenen nachmittagskursstunden dennoch bezahlt bekommen, was mich sehr sehr freut. Ausserdem steht noch eine Ausschreibung für einige Kurse im nächsten Jahr, wo ich nun überlege, noch einen zweiten hinzuzunehmen und vielleicht Kalligrafie anzubieten. Auch hier wieder: Freude oder Überforderung? Ich mag meinen Mittwoch nachmittag an der Schule mit den Kindern sehr, auch wenn es oft anstrengend und herausfordernd ist. Aber ich lerne dabei so viel und es tut gut, so ganz im Moment und in Kontakt zu sein.

Große Kinder sind toll

Neben aller Emotionalität in letzter Zeit (ich fange echt superschnell an zu heulen) und all den Prozessen, durch die wir gerade gehen, habe ich sehr Freude am Wolf. Ich habe das Gefühl, dass er einen Entwicklungsschub gemacht hat (solls ja geben in der Pubertät) und er wieder ein Stück über sich hinauswächst auf so vielen Ebenen. Auch, wenn wir natürlich aneinander geraten oder er sich stundenlang in seine Zockerhöhle zurückzieht (und wir uns Sorgen um seinen Medienkonsum machen), sind wir doch in Kontakt und im Gespräch und es fühlt sich gut an, diese neue Ebene an ihm zu spüren.

Das Wetter ist wieder wärmer und sonniger geworden. Der Garten blüht vor sich hin, die Schnecken sind seit dem Schneckenkorneinsatz weniger geworden, aber noch genau so nervig wie vorher. ich freue mich über die ersten roten Walderdbeeren und einen Busch voller Johannisbeeren. Die Zuckerschoten legen endlich los und sogar einige Bohnen haben es geschafft, den Schnecken zum Trotz ihre Rankhilfen hochzuklettern. An den Tomatenpflanzen, die mir meine Eltern geschickt haben, hängen schon erste grüne Tomaten dran. Wir können wieder warm duschen, weil die Sonne das Wasser erhitzt hat.

Morgen wird nochmal ein aufregender Tag, der all meine Energie brauchen wird. Deshalb gehe ich heute (hoffentlich und endlich) früh ins Bett. Und dann freue ich mich auf das Wochenende, Mittsommer, den Start des Sommerskizzenbuchkurses. Und wenn dieser Kurs mit seinen 6 Modulen dann um ist, sind schon Sommerferien und das August Art Journal geht in die zweite Runde (ich sammle schon Ideen für die Tagesaufgaben). Wenn du also noch spontan (oder lang drumherumschleichend) für das Sommerskizzenbuch anmelden möchtest, hier geht’s lang zu den Details. Ich bin schon startklar und freue mich, viele Menschen für ein Skizzenbuch begeistern zu können. Wir sind schon ein feines Grüppchen.


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2 Kommentare

  • sonja

    Liebe Jademond,

    es ist ja kaum erträglich mitzulesen, was du über deine Schneckenplage schreibst ;)
    Also : meiner Meinung nach ist die bestmögliche Lösung ein Schneckenzaun, z.b aus Blech. Der kann auch selbstgemacht sein. Wichtig ist die geknickte obere Kante, wo die Schnecken dann nicht drüber kommen und ausserdem, dass das Gras drumherum nicht zur Kante reicht.

    Dennoch wird es eine Weile dauern, bis der Garten schneckenfrei ist, da in der Erde noch Schneckeneier sind . Und ganz wichtig : den bisherigen Kompost nicht verwenden, da dort unzählige Schneckeneier sind. Jedesmal wenn du deinen Kompost in den Garten einarbeitest , holst du dir die Schnecken in den Garten.
    Am besten ist es, einen neuen Kompost anzulegen, der ebenfalls von einem Schneckenzaun geschützt ist.

    Das ist alles etwas aufwendig, aber letztlich effektiv. Eine Biogemüsegärtnerin hat es so geschafft, mitten in einer Wiese im Freiland einen nahezu schneckenfreien Gemüsegarten zu bewirtschaften. Das fand ich sehr überzeugend.

    Liebe Grüsse :)

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