_Alltag

Fastenzeit 2021 | Tag 12

Der letzte Sonntag im Monat. Noch immer haben keine Cafés geöffnet. Wir wollen auf unser Monatsdate nicht verzichten, machen es uns deshalb wieder gemütlich am heimischen Küchentisch. Es ist bei weitem nicht das gleiche wie auszugehen und sich verwöhnen zu lassen. Ich finde aber wichtig, dass wir an unserem Ritual festhalten. Denn es tut uns gut, einmal wirklich Zeit zu haben zu besprechen, was im Monat anliegt, was uns gerade wichtig ist und was es braucht, um über die Runden zu kommen. Im Unternehmen wie privat.

Und so kauft der Mann frische Semmeln beim Biobäcker. Ich decke den Tisch mit den Leckerein, die er schon am Samstag besorgt hat. Wir sitzen bis 13:30 Uhr und besprechen, planen und tauschen uns aus. Am Ende haben wir Termine für Autoreifenwechsel und unsere Lager-Aufräum-Aktion, ein Brainstorming incl. To-Do-Liste für Kursideen, eine Monatsrückschau und die grobe Planung für den kommenden Monat. Wir haben unsere Finanzen gecheckt und überlegt, wie wir welche Kosten abedecken können. Durch die coronabedingten Schliessungen fällt ein Großteil unseres Einkommens weg. Das sorgt immer wieder für angespannte Stimmung. Wir konnten das ein bisschen aufdöseln und hoffnungsvoll nach vorn blicken.

Raus in die Sonne

Nach so viel Kopfarbeit und Schmaus wollen wir die Sonne nutzen. Diesmal gehen wir wieder unsere lange Runde. Es ist kühl, aber schön. Heute gehen wir auch nicht schweigend nebeneinander her. Die Stimmung hat sich wieder etwas aufgehellt, nachdem wir die Stressfaktoren wenigstens einmal benannt haben (Finanzen, Ordnung im Haus, Verantwortung/Verteilung von Aufgaben).

Die Kinder überlassen wir an solchen Tagen weitgehend sich selbst (= am Handy/Computer). Am Nachmittag braucht der Jüngste dennoch etwas Aufmerksamkeit und schlägt eine Massage vor. Wir richten uns mein Zimmer als Massagestudio her und verwöhnen uns gegenseitig. Später verbringe ich noch etwas Zeit mit Planung, Bullet Journal und Vorbereitung auf meinen Mut-Kurs Zoom-Abend.

Ich bin heute furchtbar aufgeregt deswegen. Nach dem Abendessen (Kartoffeln, Rotkraut und Sosse, für mich Kartoffeln mit Fenchel, Granatapfelkernen und Berberitzen) ziehe ich mich noch eine Weile in mein Zimmer zurück, um einen Übergang zwischen Familienleben und Kurs zu haben und zu beten. Der Mann bringt den Sterngucker zu Bett incl. Badewanne und Haare waschen.

Nach meinem zweistündigen Kursabend bin ich noch eine Weile aufgewühlt. Ich helfe dem Wolf beim Haare waschen und quatsche noch ein wenig mit ihm und dem Mann. Dann gehe ich ins Bett, wo ich den Sterngucker finde. Er konnte nicht einschlafen und ist umhergewandert. Vollmond? Ich brauche auch noch lange, um zur Ruhe zu finden. Schreibe mir noch einige Gedanken auf. Erst nach Mitternacht finde ich in den Schlaf.


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