_Alltag

Fastenzeit 2021 | Tag 2

Gestern bin ich früh ins Bett gegangen, habe nicht noch gelesen, sondern wollte gleich schlafen. ich war so müde. Dann aber wurde mein Gehirn aktiv. ich habe das Licht wieder angemacht und noch drei A5 Seiten Kursideen und Struktur aufgeschrieben. Das wollte wohl noch aus mir raus. Dann konnte ich schlafen.

Mein Tag

Das Hochdruckwetter macht mich immer noch schlapp. Ich komme schlecht aus dem Bett. Zwar bin ich schon kurz nach 6 aufgewacht, habe dann aber den Lichtwecker wieder ausgemacht und bin nochmal eingeschlafen bis kurz nach 7. Die Morgenseiten habe ich nach dem Frühstück geschrieben, als der Mann den Sterngucker zur Schule gefahren hat (die restlichen Fragen aus dem Buch „Der Weg des Künstlers“ Seite 246).

Heute musste ich keinen Wolf wecken: Distanzlernen ohne Videotreffen. Die Kinder können ihre Aufgaben nachholen oder Stoff vertiefen. Der Wolf kommt gegen 9 Uhr aus dem Bett. Wir kümmern uns gemeinsam um eine Deutschaufgabe zum Thema Zeitformen und Verben. Ein Bastelprojekt. Ausserdem schreibe ich noch etwas am Artikel für das Handschrift-Magazin und lese meine Emails.

10:30 – 12:15 Uhr habe ich Coaching. Wir sprechen über meine inneren kritischen Stimmen zu Glaubensthemen und Hingabe (mit ihnen in Dialog zu gehen: Wovor wollen sie mich warnen? Was ist ihre Sorge?), über die Sehnsucht nach Zugehörigkeit, über Mut und darüber, wie es sich anfühlt, Kontrolle aufzugeben und Gott zu vertrauen und als Entscheidungsinstanz in mir zu haben. An Coaching- und Therapietagen nehme ich mir danach nichts Großes weiter vor, weil mich der Prozess, oft mit Tränen verbunden, erschöpft und erstmal integriert werden will, sich setzen muss.

Ich hole den Sterngucker ab, der heute den ganzen Tag im Aussengelände der Schule war. Er riecht nach Feuer, hat rote Wangen und ist Frischluftmüde. Wir halten nochmal beim Bäcker an und kaufen neue Schoko-Krapfen und ein Croissant. Der Wolf hatte da nochmal Appetit drauf. Am Nachmittag habe ich ein längeres Gespräch mit einer potentiellen Kundin. Beim Tee bespreche ich die Anfrage mit dem Mann. Dann gehen wir Spazieren.

Nach dem Abendessen schaue ich mir mit dem Wolf nochmal Mathe an. Wir üben multiplizieren von Dezimalzahlen. Ich muss erstmal nachschauen, wie das überhaupt geht. Mathe ist echt nicht mein Steckenpferd. Bevor ich die bettgehzeit für den Sterngucker einläute, spielen wir skribbl, was der Wolf über Tiktok entdeckt hat.

Gegessen

  • Zum Frühstück habe ich mir diesmal ein Müsli gemacht. Dazu nehme ich den Guten Morgen Frühstücksbrei von Rapunzel, rühre mir den mit warmer Hafermilch an. Das pimpe ich noch mit Obst. Heute war das ein kleiner Apfel, eine kleine Banane. Als Topping nehme ich den „vegan choco crunch“ von Rosengarten. Dazu trinke ich meinen Morgendrink von PM mit Activize sensitiv für B-Vitamine und 30 Tropfen Heart Duo (Omega 3 und Q10).
  • Weil mein Coaching etwas länger ging, kamen wir etwas in Zeitnot mit unserem Mittagessen. Deshalb gab es nur schnelle Pasta mit einer Tomaten-Champignonsosse. Dazu einen Schluck Weißwein und Salat.
  • Am Nachmittag ein Croissant vom Bäcker und eine Tasse Earl Grey mit Hafermilch und Honig
  • Zum Abendessen wärme ich die Nudeln nochmal auf und wir knabbern Rohkost dazu.

Spaziergang

Bevor der Mann zum Lanserhof fährt, machen wir noch einen langen Spaziergang. Gut eine Stunde sind wir unterwegs. Wir gehen die Strasse entlang bis zur hohlen Eiche und drehen dann um. Ich finde Bussardfedern, wir unterhalten uns über Coachings und Begleitung, über Annehmen von eigenen Persönlichkeitsanteilen und Weiterentwicklung.

Im Garten pflücke ich mir ein paar Winterlinge und stelle sie in die kleine Vase im Büro. Sie duften unerwartet stark nach Frühling (ich wusste nie, wie Winterlinge riechen).

Post

  • Die schnell noch bestellten Skizzenbücher sind angekommen. Mir kribbelt es in den Fingern, sie anzufangen.
  • verschickt: ein Brief an meine Therapeutin mit meiner Versichertenkarte, ein Päckchen mit Collagepapieren, Geburtstagspost für eine Freundin

Kreativ

  • Immer mal wieder eine Reihe an den Socken
  • von den Winterlingen inspiriert und den neuen Skizzenbüchern motiviert, zeichne ich ein paar flüchtige Blümchen auf Papiere und ins Moleskine
  • Ins Moleskine kommt auch mein Selbstportrait.
  • Ich schreibe ein Zitat in der Unciale für ein Projekt.
  • In einem der neuen Skizzenbüchern mache ich die Hausaufgaben (Kompositionsstudien) aus dem Kurs mit Lewis Rossignol.

Gelesen

Einen Artikel von Martin Schleske in der Zeitschrift „Anders Leben“, die ich zu Beginn des Jahres abonniert und einmal auch als Abo verschenkt habe. Auf der Website kann man sich übrigens ein kostenloses Probeexemplar bestellen. So habe ich das auch gemacht., bevor ich mich für das Abo entschieden habe.

Leonie Dawson schreibt im Newsletter über ihre Erfahrungen in den letzten zwei Wochen ihrer 21 Tage Social Media Fastenchallenge.

Notizen

Im Auto höre ich das Höbuch „Muldental“ weiter. Darin erzählt die Autorin Menschenschicksale zur Zeit der Wende. Sie erwähnt Autos: Wartburg, Trabant, Lada und den Barkas. Letzteren hatte ich schon total vergessen. Dabei fällt mir ein, dass einer meiner Porfessoren im Studium erzählt hat, dass er als Industriedesigner eines der barkas Modelle mitentworfen hat. Ich erinnere mich aber nichtmal mehr an den Namen des Professors und versuche es zu recherchieren. Ohne Erfolg.

Ausversehen immer wieder impulshaft Instagram und FB geöffnet (aber gleich wieder geschlossen)

Am Nachmittag habe ich auch mit meiner Mutti telefoniert. Sie erzählt mir von meiner Tante, die Corona hatte und schon seit November in der Klinik bzw jetzt Reha-Klinik ist. Puh.

Mülltonne rausgestellt, Wäsche gewaschen und aufgehangen, trockene Wäsche abgenommen


Hat dir der Beitrag gefallen? Wie StrassenkünstlerInnen der Hut, steht hier im Blog eine Teekasse. Nur eben virtuell. Wenn du magst, kannst du mir einen Tee ausgeben. Oder Farben und Papier. Danke für die Wertschätzung <3

2 Kommentare

  • Ines Düe

    Liebe Ramona,

    ich freue mich so sehr das Du nun wieder täglich schreiben möchtest. Es tut so sehr gut von Deinem Alltag zu lesen und ich bin immer wieder erstaunt,wieviel doch in einen einzigen Tag passt…Das kann ich bei mir selbst nicht so sehen, deshalb bin ich inspiriert auch meinen Tag einmal schriftlich festzuhalten um zu erkennen was da alles geleistet wird und um auch ein bißchen Selbstwertschätzung möglich zu machen…
    DANKE für Dein SEIN und TUN.

    FÜHL DICH UMARMT,
    Ines Düe

  • Jademond

    Liebe Ines, ja – mich überrascht auch immer wieder, wieviel in einen Tag passt, wenn man es einmal so aufgeschrieben sieht. Es geht mir nämlich auch so, dass ich oft am Ende des Tages denke: huch, was hab ich eigentlich gemacht? Wie sind die Stunden vergangen? Das Aufschreiben hilft sehr, das unsichtbare sichtbar zu machen.

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