_Alltag

Februar 2021 | Kalter Schnee

Es ist kalt geworden über Nacht. Draussen liegen kristallene weiche Schneeflocken. Das glitzert so schön! Ich bin vor der Familie wach und nutze die Ruhe, um in meinem Journal zu schreiben. Das ist mir eine liebgewordene Gewohnheit zum Tagesstart geworden. Nach und nach kommen der Mann und der Sterngucker dazu. Wir frühstücken, dann bringt der Mann den Sterngucker zur Schule. Ich stelle die gelben Säcke an die Strasse. Die werden heut abgeholt. Dann mache ich Frühstück für den Wolf und wecke ihn. Er ist heute schon wach und sitze bereits an seinem Schreibtisch. Das ist das praktische am Onlineunterricht.

Der Mann und ich starten unseren Arbeitsvormittag. Wir suchen noch immer das Problem mit der Darstellung des Mitgliederbereichs, geben dann irgendwann auf. Hauptsache die Teilnehmerinnen können auf die Kurse zugreifen. Der Mann zieht sich zurück, um seinen Podcast aufzunehmen, ich kümmere mich um einige Punkte auf meiner Aufgabenliste. Später schaue ich nochmal in den Mitgliederbereich und folge einer Idee. Ich setze an einer Stelle ein Häkchen, teste und – wah!!! – es funktioniert. Es sieht aus, wie wir es haben wollen. Ich zeige meine Entdeckung dem Mann. Zusammen freuen wir uns darüber, was für ein tolles Team wir sind. (oh, klingt das schnulzig!)

Dann mache ich Mittagessen. Ich habe dieses Mal den Speiseplan nur für eine halbe Woche geschrieben. Also muss ich heute improvisieren. Ich koche Nudeln und mache dazu eine Sosse aus Spinat, den ich im Gefrierfach entdeckt habe und Hafersahne. Dazu gibt es einen frischen Salat mit einem Dressing mit Oragensaft und Feigensenf. Der Wolf isst seine Nudeln mit Pesto.

Nach dem Mittagessen fahre ich den Sterngucker einsammeln. Er hat heute eine Scheibe gebaut, womit er das EinmalEins lernen kann. Der Wolf hatte sich Eis gewünscht, also halten wir kurz beim Supermarkt an. Weil ich meine FFP2 Maske nicht dabei habe, geht der Sterngucker einkaufen. Er ist schnell wieder da. Mit den Selbstbezahlkassen geht das super einfach.

Am Nachmittag sortiere ich meinen Posteingang und Fotos. Nach dem Tee gehen der Mann und ich spazieren. Draussen ist es ganz schön kalt, aber schön sonnig und hell. Heute haben wir uns über meinen Lamy Füller unterhalten, der ja gerade zur Reparatur ist. Anhand von Erinnerungen habe ich versucht einzugrenzen, wann und wo ich ihn gekauft habe. Da fielen mir Geschichten zu meinem Studium ein und wie es auch irgendwie eine zeitlang an mir vorüberging.

 Wieder daheim fährt der Mann zum Lanserhof. Ich kümmere mich mit dem Wolf um unser Klo. Anfang des Jahres habe ich eine Liste gemacht, in welchen bereichen des Hauses ich etwas verändern möchte, damit es wieder gemütlich wird bzw wo wir auch schon mit den ersten Schönheitsreparaturen beginnen müssen. Dazu gehörte unter anderem ein neuer Klodeckel für das obere Klo. Den hatte der Mann mitgebracht und der Wolf sollte ihn dranbauen. Er hat extra gewartet, bis die Putzfrau da war, kam aber nicht recht ins Tun. Wie ich schon vermutet habe, fand er das nicht so prickelnd. Also haben wir das gemeinsam gemacht. „Mama, so nah war ich das letzte Mal am Klo, als ich gekotzt habe!“

Ich übe noch ein bisschen Trompete. Das vernachlässige ich gerade ganz schön. Mir fehlt das Probem im Posaunenchor und der Einzelunterricht. Alleine fällt es mir schwer dranzubleiben. Also habe ich heute mal wieder die letzten Weihnachtslieder gespielt. Wir haben auch einen Corona-Fitness-Plan vom Posaunenchorleiter bekommen. Aber auf Tonleitern habe ich nicht so Lust, obwohl ich weiss, dass es sinnvoll ist, sie zu üben. Das nehm ich mir jetzt mal wieder vor.

Die Tochter war heut in der Schule und hatte danach noch zu Hause Online-Unterricht bis 17 Uhr. Dann hat ihr Freund sie zu einem Spaziergang abgeholt. Hungrig und durchgefroren kamen sie wieder zurück. Ich war gerade beim Abendessen machen. Weil die Tochter so hungrig ist, futtert sie mir die Spätzle mit der restlichen Spinatsosse von heut Mittag aus der Pfanne. Die beiden bestellen sich etwas beim Griechen nebenan. Wir nehmen was dazu und essen dann gemeinsam aus Plastikbechern vom Tisch. Für die Jungs ein Erlebnis. Die Plastikbehälter hebe ich auf, um darin Pflanzen für den Garten vorzuziehen. Beim Essen erzählen die Kinder Geschichten von früher. Wie sie Erlebnisse wahrgenommen haben, die aus unserer Sicht ganz anders waren. Perfekte Kinderschauspielerei quasi. Oder Angst und Kinderlösungen dazu.

Die Tochter und ihr Freund fahren wieder, ich mache uns ein Feuerchen an. Der Sterngucker wünscht sich noch eine Gute-Nacht-Massage. Dann bringe ich ihn ins Bett. Wir lesen „Die Glücksfee“ von Cornelia Funke. Ich räume die Küche auf, beginne einen Workshop zu schauen und trinke Tee. Dann kommt der Mann nach Hause und der Wolf ins Wohnzimmer. Wie jeden Abend. Vorbei mit der Ruhe. Er ist gesprächig, wir schauen uns Fotos an. Dann eise ich mich los und gehe ins Bett.


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