_Alltag

Februar 2021 | Die Fastenzeit beginnt

Heute beginnt die Fastenzeit. Ich habe mir vorgenommen in diesen 40 kommenden Tagen ein wenig langsamer zu gehen, eigene Ansprüche zu fasten und mich auch auf Social Media (Instagram, Facebook und Twitter) zurückzuziehen. Mut habe ich mir als Leitwort für dieses Jahr gewählt, das soll mich auch in der Fastenzeit begleiten. In Therapie und Coaching habe ich mich schon einigen Lebensthemen gestellt, die genau damit zu tun haben. Meinem mutigen Anteil.

In den letzten Tagen habe ich mich intensiv mit meinen Kursen beschäftigt. Zum einen läuft der Schriftenteppiche-Kurs, den ich nun vollständig in den Mitgliederbereich übertragen habe. Zum anderen startet heute der Kurs zur Fastenzeit. Dazu habe ich schon viele Ideen gesammelt, mir Gedanken zu den kreativen Inputs und zum Thema selbst gemacht. Dieser Kurs soll aber auch von den Teilnehmerinnen leben. Ich bin besonders gespannt auf dieses neue Konzept des Miteinanders. Wie aufregend! Für Miteinander wird es auch im März noch ein Angebot geben. Wie ein Yogakurs in kreativ. Als regelmässiger Raum, schöpferisch tätig zu sein, sich auszutauschen und an Projekten zu Arbeiten. Das hatte ich schon mal bei mir zu Hause als Angebot. Nun soll das ganze auch per Zoom möglich sein.

Schule ohne Faschingsferien

Neben meinen Kursen arbeite ich für meine langjährigen Kunden, schreibe für das Handschrift Magazin und begleite den Wolf bei seinem Schulkram. Das funktioniert bei ihm besser im Kontakt als allein. Er braucht da eine engere Begleitung als online möglich ist. Der Sterngucker geht nach wie vor in die Notbetreuung. Diese Woche wären ja eigentlich Faschingsferien. Also gab es fröhliches Feiern in kleinem Rahmen in der Schule. Verkleiden, Krapfen essen, tanzen. Je nach Betreuung können die Kinder die Werkstätten nutzen. Letzte Woche hat er sich in der Holzwerkstatt ein Schwert und ein Schild gebaut. Diese Woche (und auch letzte) waren sie in der Schulküche, haben Pizza gebacken, Obstsalat geschnippelt und Pudding gekocht.

Nächste Woche beginnt für ihn wieder Wechselunterricht in kleinen Gruppen seiner vertrauten Klasse. Der Wolf wird noch bis mindestens März daheim bleiben. Die LehrerInnen geben sich wirklich große Mühe trotz der Umstände in Kontakt mit den Kindern und Eltern zu bleiben. Wir hatten letzte Woche ein Elterngespräch mit den LehrerInnen des Sternguckers und einen Elternabend mit der Wolfklasse. Es gibt sehr engen Austausch und große gegenseitige Wertschätzung und Dankbarkeit. Das schätze ich sehr.

Heute Nachmittag treffen wir uns mit den anderen KursleiterInnen der Schule per Zoom, um das Schuljahr zu besprechen, wie es weitergeht und wie die aktuelle Stimmungslage ist. Momentan sind wir ja daheim bzw einige von uns in dwer Notbetreuung eingsetzt.

Am Nachmittag gehe ich täglich mit dem Mann nach draussen. Am liebsten habe ich unsere große Spazierrunde. Da zeigt mein Schrittzähler am Smartphone über 6000 Schritte (ich habe keinen Fitness-Tracker). Aber ich mag die Spaziergänge nicht wegen der Schritte, sondern vorallem wegen unserer Gespräche. Das ist so ein schönes Ritual geworden.

Letzte Woche habe ich auf meine Spaziergehrunde verzichtet. Da hatte ich einen Termin zum Zähne röntgen. Der lag so mitten am Tag, dass ich dann einen kleinen Bummel über den Markplatz in Ebersberg draus gemacht habe. Ich habe das gleich mit einem Einkauf im Bioladen verbunden und Geschenke und/oder Naschkram für die Februar-Geburtstagsfrauen im Freundeskreis eingekauft.

Dankbar

Am Wochenende haben wir mit der Oma Mensch-ärgere-dich-nicht gespielt. Per Zoom. Das war lustig.

Gestern, zum Faschingsdienstag, hat der Mann Krapfen mitgebracht (und für mich ein Croissant).

Neulich morgens ging mein 20 Jahre alter Lamy 2000 Füller kaputt. ich konnte ihn nicht mehr mit Tinte befüllen. Weil der aber so teuer war, habe ich beim Lamy Reperaturservice angefragt, ob man ihn reparieren kann. Konnte man. Ich habe den Füller eingeschickt, ein Reperaturangebot erhalten. Nach einem kurzen und sehr freundlichen Telefonat mit einer Mitarbeiterin konnte ich sogar den Wechsel der Feder vereinbahren. Die war mir nämlich immer schon einen Tick zu breit. Vor ein paar Tagen kam dann ein Paket mit meinem reparierten und neu befederten Füller zurück. Die Reparatur hat knapp 60 Euro gekostet. Jetzt freue ich mich, dass der Füller wieder so schön schreibt.

Mit einer Freundin habe ich einen Kreativpakt geschlossen. Gemeinsam arbeiten wir nun wöchentlich an einem Thema und beglücken uns gegenseitig mit Post. Wir haben gerade erst damit begonnen, aber es macht schon so viel Freude.

Liebe Post aus dem Internet, ermutigende Emails und Antworten auf meine Newsletter und Blogposts, Teekassengaben. Danke an alle, die sich Zeit nehmen, an mich denken und mir eine Freude machen. Ich schätze das so sehr!

Kreatives

Nachdem ich ja einige Wollspenden bekommen habe, um meine eigenen Wollreste zu verstricken, habe ich ein Paar Socken in Blautönen angeschlagen. Ich stricke bei Restesocken gern parallel an beiden Socken, damit ich die Farben gleichmässig aufteilen kann.

Ich zeichne nach wie vor täglich ein Selbstportrait in meinem kleinen roten Moleskine. Gestern habe ich es vergessen. Dafür habe ich mit meinen Schriftenteppiche-Kursteilnehmerinnen beim Zoomtreffen einen Schriftenteppich geschrieben.

Mit meinen Mutpilgerinnen starte ich ein Art Journal. Gestern habe ich mit Erschrecken festgestellt, dass ich gar keins mehr da hatte, um neu zu starten. Mit den Künstlerbedarfläden geschlossen, habe ich mir schnell noch einige online bestellt.

Gelesen

Nach “Das Lavendelzimmer” habe ich relativ schnell “Das rote Adressbuch” gelesen. Eine schöne und gut zu lesende Geschichte. Nun habe ich “Kürzere Tage” begonnen, eine Leihgabe einer Freundin. Ich lese Abends im Bett ein paar Zeilen, nachdem ich mein Dankbarkeitstagebuch geführt habe. Zwischendrinlektüre ist noch immer “Steal like an Artist” von Austin Kleon und “Der Weg des Künstlers” von Julia Cameron. Daraus entnehme ich viele Impulse für meine Kurse und den Newsletter.

Notizen

Wenn ich den Sterngucker von der Schule abhole, begegnet uns immer der Linienbus, der zur gleichen Zeit fährt. Einmal haben wir gewartet, damit er um die Kurve fahren kann. Der Busfahrer hat sich durch Winken bedankt. Der Sterngucker hat zurückgewunken. Seit dem haben der Sterngucker und der Busfahrer ein gegenseitiges Winkritual. Immer, wenn uns der Bus entgegenkommt, erkennt uns der Busfahrer und winkt fröhlich. Und wir winken zurück. Kleine Alltagskontakte, die Freude machen.


Hat dir der Beitrag gefallen? Wie StrassenkünstlerInnen der Hut, steht hier im Blog eine Teekasse. Nur eben virtuell. Wenn du magst, kannst du mir einen Tee ausgeben. Oder Farben und Papier. Danke für die Wertschätzung <3

Eine Antwort schreiben

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.