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Februar 2021 | Schrift, Schule und Schönes

Die Tage vergehen wie im Flug. Auch ohne Außentermine ist mein Kalender voll. Ich teile mit die Tage immer in zwei Arbeitsblöcke ein. Vormittags von 9-12 und nachmittags nach unserer Mittagspause nochmal einen für weniger konzentrierte und umfangreiche Dinge. Das Bloggen kommt gerade zu kurz. Irgendwie ist dann schon immer abend, und ich mache dann lieber den Bildschirm aus. Mir flackern die Augen und mein Gehirn läuft auf Hochtouren. Da ist es wichtig, runter zu kommen.

@Percanta hat sich auf Instagram von meinem Foto inspirieren lassen

Ich arbeite an meinem Schriftenteppiche-Kurs, der gerade läuft. Ich bin jedesmal begeistert über die tollen Arbeiten, die bei den Teilnehmerinnen entstehen. Gestern hatten wir einen tollen gemeinsamen Kreativabend per Zoom. Das Format, sich per Zoom zu treffen wird immer gängiger. ich sehe es auch bei vielen Kalligrafie-KollegInnen, dass sie teilweise ihre Kurse darüber abhalten. Keine klassischen onlinekurse mit voraufgetzeichneten Videos (die gibt es auch), sondern gemeinsame Abende in direkter Interaktion. Das hat auch was. Meinen Fastenzeitkurs werde ich auch auf diese Art anbieten. Kein fertiges Konzept, sondern ein Angebot, die Menschen auf meine eigene Fastenzeitreise mitzunehmen. Momentan überlege ich noch an den Details herum. Der Kurs wird über sieben Wochen (40 Tage) laufen, es wird einmal pro Woche einen gemeinsamen kreativen Zoom-Termin geben, weil ich den Austausch und das gemeinsame Tun sehr schätze. Das Thema des Kurses ist Mut – Mein Jahresmotto. Die Details gibt’s in den nächsten Tagen.

Dieser Kurs beschäftigt mich sehr. Eben gerade weil er ein anderes Format haben wird und ich meine gewohnten Strukturen verlassen werde. Allein das kostet mich schon Mut und viel Auseinandersetzung mit meinen Mustern, Ängsten und Vorstellungen. Eine spannende Reise.

Wie in einer Schneekugel

Neben all der Arbeit für meine eigenen Kurse und den Dienstleistungen für meine Kunden standen in dieser Woche noch diverse Gespräche im Kalender. Therapie und Coaching, beides sehr intensiv. Danach nehme ich mir immer gar nichts komplexes weiter vor, weil ich Zeit brauche, mich wieder davon zu erholen. Die aufgewühlten Emotionen müssen sich dann erst wieder setzen und sortieren. Ein bisschen wie bei einer Schneekugel, die man schüttelt, aufwirbelt und dann wartet, bis das Innenleben wieder zur Ruhe kommt.

Gestern habe ich mir einen Tag frei genommen und habe eine Freundin besucht. Wir haben gemeinsam gekocht, waren spazieren und haben wunderbare Gespräche geführt. Auf unserem Spaziergang haben wir Hasen beobachtet und wieder unsere Rehe getroffen. Wir haben Dachsspuren entdeckt und Weinrebenlauch kennengelernt (Dabei hat uns die Pflanzenbestimmungs-App „Picture This“ geholfen). Ein rundum schöner und warmer Freundintag.

Schule zu Hause

Anfang der Woche haben wir den LehrerInnen der Jungs eine Rückmeldung zum Fernunterricht gegeben. Daraufhin habe ich mit der Lehrerin des Wolfes fast eine Stunde lang telefoniert, um zu besprechen, was gerade von uns gebraucht wird und wie wir den Wolf am besten unterstützen können. Er war nach dem Schulwechsel an der neuen Schule gerade so weit, dass er sich eingefunden hat und begonnen hat, Vertrauen in die Gruppe und die Lehrerin zu bekommen – die Basis für gutes Lernen. Dann kam der Lockdown. Nun ist es schwieriger, den noch seidenen Kontaktfaden zu halten. Ich bin wirklich dankbar um die Zeit, die sich die Lehrerin nimmt, den Wolf und uns in dem Prozess zu begleiten, um das Vertrauen, was sie in ihn hat und die Zeit, die sie ihm gibt.

Auch auf unser Feedback zum Sterngucker (der ja in der Notbetreuung ist) haben wir eine direkte Reaktion bekommen und nächste Woche ein Elterngespräch per Zoom. Überhaupt sind die LehrerInnen sehr in Kontakt mit uns Eltern, bieten Elternabende per Zoom und stehen für Rückfragen zur VErfügung.

Gelesen

Dem Sterngucker habe ich neulich das sehr süße Kinderbuch „Fips der kleine Nasenbär“ von Sybille Hein vorgelesen. Ich mag die Illustratorin und Autorin sehr. Auf ihrer Website gibt es einen kleinen Einblick in das Buch. Vor einigen Jahren habe ich in ihrem Blog eine ihrer Arbeiten gewonnen. Das Bild hängt in unserem Flur. Sybille Hein hat an der gleichen Hochschule wie ich studiert, sie war allerdings in einem Jahrgang über mir. Einmal war ich bei einer Besprechung der Entwürfe zu einem ihrer Büch mit Professor Veljovic (das war mein Schriftprofessor) dabei. Das war die offene Sprechstunde, die ich genutzt habe, um mich auf mein Diplom vorzubereiten. Ich mag solche Erinnerungsschleifen.

In der vergangenen Woche habe ich am Abend „Das Lavendelzimmer“ von Nina George fertig gelesen. So ein feiner, rührender Roman. Was habe ich Tränen vergossen! Eine feine Reise durch Frankreich, voller Düfte, Gefühle und Sinnlichkeit – fast wie ein Urlaub zwischen den Buchdeckeln.

Begonnen habe ich nun „Das rote Adressbuch“ von Sofia Lundberg.

Gehört

Ich habe auch wieder begonnen, Hörbücher zu hören. Von meiner Merkliste habe ich mir „Der Buddhist und ich“ bestellt – das Hörspiel, was der Start für „Was man von hier aus sehen kann“ war. Das war ein sehr kurzes Hörvergnügen von weniger als einer Stunde.

Danach konnte ich gleich das nächste kurze Hörbuch (knapp über vier Stunden) beginnen. Muldental. Ich schleiche schon eine Weile drumherum, vorallem weil es in meiner alten Heimat spielt, im Muldental. Die Autorin gibt verschiedene Einblicke in die Lebenswelten von Menschen in der Zeit der Wende.

Dankbar

Weil ich Lust auf Sockenstricken hatte, meine Wollreste aber keine schönen Farbkombinationen mehr hergaben, habe ich das Internet nach Resten gefragt. Und schwupp, fanden sich drei Wolletauscherinnen, die mir schönste Pakete mit Tee und Wolle schickten. Von Corinne gab’s ausserdem noch Seife und eine Kerze von wearenani dazu.

Unsere Putzfrau war nach einer langen Winterpause wieder da. Was ein Segen! Ich habe mich nicht nur über das saubere Haus gefreut, sondern auch über unseren Smalltalk.

Im Garten blühen die Hamamelis und die Winterlinge.

Ich habe schöne, feine Post bekommen, gut gegessen und einen ganzen Tag Freundinzeit geniessen dürfen. Der Schriftenteppiche-Zoomcall war so gut besucht wie noch keiner meiner Zoomcalls und hat richtig Spaß gemacht.

Immer wieder Pakete von meinen Eltern mit geretteten Lebensmitteln.

Kreatives Gewerkel

Ich stricke an meinem Maulwurf weiter. Den Po mit einem kleinen Schwanz. Den Po musste ich wieder auftrennen und nochmal stricken, weil ich mich vertan hatte. Jetzt ist das Gesamtwerk etwas verdreht, aber weil der Maulwurf am Ende noch eine Hose bekommt, finde ich das jetzt nicht massiv störend.

Der Sterngucker hat seinen Nistkasten in der Schule fertig gestellt. Vor dem ersten Lockdown letzten Frühjahr hat er in der Holzwerkstatt damit begonnen und konnte sein Werkstück nicht fertigstellen. Am Freitag war es dann so weit, dass er endlich wieder in die Werkstatt durfte und seinen Nistkasten beenden. Der Mann hat dann mit den Jungs alle Nistkästen von den Bäumen geholt, um sie sauber zu machen. Dann hängen wir sie wieder auf, damit im Frühjahr die Vögel wieder einziehen können.

Jeden Morgen schreibe ich meine Morgenseiten. Neulich kam ich nicht dazu, weil der Sterngucker früher wach war und viel zu erzählen hatte. ich hab derweil eine Collage geklebt. Das hat auch Spaß gemacht.

Seit Beginn des Jahres zeichne ich jeden Tag ein schnelles Selbstportrait in mein kleines Moleskine Diary. Das führe ich auch im Februar weiter und habe richtig Spaß daran, auch wenn die Portraits mitnichten Ähnlichkeit mit mir haben.

Weil ich gerade den Schriftenteppiche Kurs begleite, schreibe ich diese natürlich auch vermehrt.Gestern haben wir gemeinsam eine Danke-Karte geschrieben.

Notizen

Neulich kam eine Ringana-Werbung in mein Postfach geflattert mit Hinweis auf ein Valentines Special. Weil ich die Produkte eh gern mag und nicht widerstehen konnte, habe ich mich damit verwöhnt: Tinted Moisturiser (getönte Tagescreme) und Lippenbalsam mit Goldglitzer. Zusammen mit meinem neulich gekauften Lippenstift habe ich da gerade richtig Freude dran.
Ausserdem habe ich unsere Fußcreme nachbestellt, weil sie fast leer ist (die ist richtig toll), Seife (für die Geschenke-Kiste) und Kapseln für die Tochterblase.

Der Mann hat festgestellt, dass seine alten Lowa Schuhe kaputte Sohlen hatten. Er erinnerte sich an eine Werksführung und dass Lowa auch eine Reparaturwerkstatt hat. Er nahm Kontakt auf mit der Firma und konnte seine Schuhe zur Reparatur einschicken. Nun sind seine Wanderschuhe neu besohlt von der Reparatur zurück und wir können weiter tolle Spaziergänge laufen. Hat ca 70 Euro gekostet statt 200 Euro für ein paar neue Schuhe.

So ähnlich ging es mir mit meinem Lamy Füller. Da habe ich neulich festgestellt, dass nach 20 Jahren das Gewinde des Aufziehkolbens klemmt. Den Füller habe ich nun auch zu Lamy geschickt und warte nun auf Nachricht zur Reparatur.

Katja hat, wie letztes Jahr schon, Anfang des Jahres einen Herzensbrief bei mir bestellt. ich habe mich so sehr über das Feedback in ihrem Blog gefreut: „Das Wort alleine wäre ja schon Geschenk genug, aber diese Briefe sind tatsächlich wahre Seelenschmeichler – so liebevoll zusammengestellt. „


Hat dir der Beitrag gefallen? Wie StrassenkünstlerInnen der Hut, steht hier im Blog eine Teekasse. Nur eben virtuell. Wenn du magst, kannst du mir einen Tee ausgeben. Oder Farben und Papier. Danke für die Wertschätzung <3

Ein Kommentar

  • Maren

    Ich habe „Muldental“ im Wochenbett mit Kind3 gelesen. Eigentlich etwas zu schwere Kost, aber die Kurzgeschichtenstruktur war sehr gut… Mich hat das Buch so richtig in seinen Bann gezogen. Ich habe auch mal an der Mulde gewohnt und das Buch fängt für mich vieles so gut ein, bedrückend, aber für mich als „Wessi“ und auch für die Wendezeit zu junge Generation auch sehr verständnisfördernd, wenn man das ausdrücken kann. Ich bin gespannt, welchen Eindruck es bei dir hinterlässt.
    Herzliche Grüße
    Maren

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