Freitag – Medienzoff und Schneespaß

Freitag – Medienzoff und Schneespaß

Weil die Kinder schulfrei haben, können wir ausschlafen. Naja, so lange ist ausschlafen nicht, aber eben ohne Wecker aufwachen. Und dann nicht Termingetrieben den Tag starten. Im Halbschlaf höre ich die Müllabfuhr. Gut, dass ich noch daran dachte, unsere Mülltonne an die Straße zu stellen, nachdem ich gestern die letzte Autotour hinter mir hatte. Ausser mitten in der Ausfahrt war aufgrund der Schneemassen nirgendwo anders Platz.

Zum Frühstück gibt es Pfannkuchen aus dem letzten Rest Mehl, den wir im Haus haben. Der Sterngucker ruft gleich danach seinen Freund an und verabredet sich für den Tag. Weil wir noch Zeit haben, gehen wir zum Schlittenberg und rodeln eine Runde. Dann bringe ich ihn zu seiner Verabredeung, wo er bis 17 Uhr bleibt. So lange kann ich arbeiten. Ich freue mich. Auf dem Rückweg kommt die Sonne raus und verzaubert alles in ein strahlendes Winterwunderland.

Zu Hause erwartet mich ein schlecht gelaunter Wolf. Wir haben gerade eine kleine digitale Mediennutzungskrise. Die Bedürfnisse des Wolfes, den ganzen Tag mit anderen Spielern Minecraft zu zocken kollidiert mit meiner mütterlichen Vorstellung von Familienleben, Bewegung, Rhythmus und frischer Luft – genaugenommen gesunder Entwicklung für den 10 jährigen. Damit haben wir immer wieder ein Thema. Ich lese interessiert die Beiträge anderer Eltern im Netz. Wir sind wahrlich nicht Spitzer-isch unterwegs, dennoch ist das Minecraftspielen eine große Herausforderung. Also nicht das Spielen, sondern das Beenden (ohne danach frustriert das Haus zu zerlegen). Vielleicht packe ich das Thema aber nochmal in einen extra Blogpost, denn es beschäftigt mich. Jetzt ist auf jeden Fall erstmal ein paar Tage Spielpause. Damit ich mir wieder etwas Klarheit innendrin verschaffen kann.

Der Wolf schmollt in seinem Zimmer, ich arbeite an diversen Jobs. Aushänge für Veranstaltungen, Bestellungen versandfertig machen und so Zeug. Ausserdem ein bisschen Haushalt. Die zweite Arbeitsrunde schaffe ich am Nachmittag. Sangat-Bladl schreiben, noch mehr Post.

Zum Mittag gibt es Bulgur & Reis mit gebratenem Gemüse und frischem Salat. Der Wolf isst Salat und Avocadobrot, ausserdem Orangen und Mandarinen. Zum Glück kam eine frische Gemüsekiste. Hmm.

Später isst der Wolf noch eine große Portion Teenie-Salat (Mais-Bohnen-Salat) und Aufbacksemmeln, weil das Brot alle ist. Zum Abendessen gibt es Reste und belegte Semmeln.

Nach dem Mittag gehen wir zum Rodelberg. Ein bisschen Frischluft und Schneespaß. Der Wolf hofft auf eine Lösung für das Minecraft-Thema. Wir überlegen immer wieder gemeinsam, wie es für alle tragbar funktionieren kann. Alle Kompromiße und Abmachungen haben in der Vergangenheit nicht funktioniert, weshalb wir eine andere Lösung finden wollen.

Die ganze Medien-Geschichte bringt mich dazu, wieder einmal meinen eigenen Konsum zu hinterfragen. Ich beschliesse, zuerst an mir selber zu arbeiten und zu vertrauen, dass mir dann eine Lösung für den Wolf einfallen wird. Also weg mit dem Handy am Nachmittag bzw. während die Familie um mich herum ist. Das klappt ja immer eine Weile gut und dann reißt es doch immer wieder ein. Also kein Social Media Rumgelungere und Nachrichten schreiben für mich. Ich lasse mich da zu schnell aufsaugen. Die App Bildschirmzeit (iphone) führt einem ja erschreckend deutlich vor Augen, wieviele Stunden man an diesem Gerät verbraucht. Das wird also bis Ende Januar meine Challenge sein: Feste Regeln für mich selber und mein Handy.

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Am Abend beginnt es wieder wie wild zu schneien. Ich fahre zur Post, ein bisschen Einkaufen und den Sterngucker abholen. Das Abendessen ist das reinste Tollhaus, dann aber liegen beide Jungs 19 Uhr im Bett. Und ich weiss plötzlich vor lauter Freizeit nicht wohin mit mir. Ich mache Feuer, hänge Wäsche auf und will mich nun entscheiden, was ich mit dem angefangenen Abend mache: auch ins Bett gehen, lesen, stricken oder Briefe schreiben? Ich habe Muskelkater im Rücken (vom Rodeln??) und würde mich gern mit einem Buch in die Badewanne legen. Leider ist das Wasser noch nicht warm genug (der Ofen bollert aber schon).

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Es gibt noch Druckexemplare des Buch der Möglichkeiten. Naja, digitale ja sowieso :) {Das ist Werbung!}

 

 

5 Gedanken zu „Freitag – Medienzoff und Schneespaß

  1. Liebe Ramona,
    ich mag deine Tages-Postings. Es ist immer so schön zu lesen wie der Alltag bei anderen aussieht und ich danke dir, dass du ungeschönt schreibst. Ich würde das auch manchmal gerne machen, traue mich aber nicht und rede mich dann mit zu wenig Zeit dafür raus ;)
    Liebe Grüße und ein schönes Wochenende
    Sternie

  2. Irgendwie ist mein Comment jetzt verschwunden… darum leider bloss noch kurz und völlig unzusammenhängend (sorry!): Du hast meine Mütze gewonnen, was mich total freut! Kannst du mir noch deine Adresse mailen?

  3. Hallo, Medienkonsum und Zeit ist auch bei uns ein Thema. Da bist du nicht allein. Es wäre sehr schön, wenn du dazu Gedanken teilst und sich ein Gespräch entspinnt. LG

  4. Liebe Ramona, so oft denke ich es mir und schreibe dann nix – Eure Gerichte sehen immer so lecker, gesund und appetitlich aus :)
    Magst Du mal wieder Rezepte einstellen? Zum Beispiel, wie Du das gebratene Gemüse aus diesem Beitrag marinierst?
    Und noch ein Feedback am Rande – ich freue mich sehr über Deine Ehrlichkeit und wie wenig perfekt Du die Dinge schilderst und gleichzeitig Eure Ressourcen im Blick hast.
    Hör nicht auf damit – viele Grüße
    Edi

  5. Liebe Edi, danke für dein liebes Feedback. Das Gemüse brate ich einfach kurz in der Pfanne an und dünste es bei geschlossenem Deckel (nach Bedarf mit etwas Wasser) weiter. Dann würze ich das ganze nach Gusto mit Salz, Pfeffer und Olivenöl. Oder Butter. Oder auch mal ein bisschen Zitronensaft. Oder Sojasauce. Je nachdem, wonach mir ist und in welche Geschmacksrichtung ich das Gemüse haben möchte. Im Sommer gibt’s Kräuter, manchmal noch Sonnenblumenkerne. Es ist also kein festes Rezept und ganz unaufwändig.

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