_Alltag

Freitagsfreude

In der Nacht tobt ein Sturm ums Haus. Der Lärm, den der Wind macht, meine Schniefnase und Gedankenkarusselle halten mich vom Schlafen ab, sodass ich mich seit vier Uhr wach im Bett herumwälze.

Einer der wenigen nicht abgesagten Termine diese Woche ist das Frühstücksdate mit dem Mann. Als die Kinder aus dem haus sind, fahren wir in unser Stammcafé nach Westerndorf, wo man uns schon fragt, ob wir überhaupt die Karte haben wollen. Des Rituals wegen nehmen wir sie, obwohl ich ehimmer das gleiche bestelle: Veganes Frühstück ohne Porridge. Diesmal gönne ich mir noch ein Croissant dazu.

Wir besprechen kommende Termine, Ideen und Punkte auf unserer Elefantenliste (Evernote) und geniessen unser miteinander, obwohl wir uns noch im Auto angepampt haben. Das mag ich am Mann. Er ist überhaupt nicht nachtragend.

Gegen Mittag sammeln wir den Wolf ein, der Sterngucker kommt mit dem Bus. Wir versorgen die Kinder. Der Mann erledigt noch eine Kleinigkeit und macht sich dann auf den Weg nach Altenburg, wo er das zweite Modul seiner Gongausbildung unterrichtet. Ich habe also wieder ein Strohwochenende vor mir.

Der Sterngucker verabredet sich zu seinem Freund, wo ich ihn hinfahre. Ich widme mich dann endlich meiner Aufgabenliste, die ich schon seit Tagen sichten möchte und scheibe die Monatsübersicht für Februar in mein Mahabuch, wie ich mein Notizbuch nenne. Maha heisst groß, großartig. Das Buch ist quasi mein ausgelagertes Gehirn für Überblick und Ideensammlungen. Wenn ich Bilder von anderen Bulletjournalern sehe, davon gibts im Internet ja genug, dann frage ich mich oft, wie die menschen mit so gestalteten Seiten und Designs klarklommen. Mir würde für meine ganzen Notizen und To-Do’s der Platz ausgehen. Nebenbei lese ich ja gerade das Buch von Sascha Lobo und Karin Passig (siehe Buchtipp am Mittwoch), was mich tatsächlich nachgrübeln lässt, ob ich nicht bisschen zuviel auf meinem Teller habe und es wohl täte, das ein oder andere einfach wegzulassen. Hm. Nun ist es aber so, dass einen großen Teil meiner Aufgabenliste aus Arbeit für KundInnen besteht. Das wiederum ist mein Einkommen. Ja, auch hier gilt es immer wieder zu prüfen, wo ist mein Ja und wo ist mein Nein. Momentan ist aber eigentlich alles gut. Ich war nur zwei Wochen etwas lahmgelegt und da hat sich was angestaut. Genaugenommen bin ich auf 4 Seiten Liste in Schriftgröße 11p gekommen. Und da ist mein Hauptkunde noch gar nicht dabei. Ich glaube, mit ihm komme ich nochmal auf 2 Seiten. Ich schreibe aber auch wirklich jedes Detail auf die Liste, damit ich nichts vergesse. Ende letzten Jahres hatte ich mal eine Zeit, da habe ich gnadenlos Dinge von der Liste gestrichen, die gerade nicht relevant sind. Denn so sehr ich den Überblick liebe, manchmal ist es auch ganz wohltuend, mal keine drängenden Listen im Nacken zu haben.

Als der Sterngucker wieder da ist, essen wir zu Abend und fahren dann nochmal los zur Bibliothek und einem kleinen Einkauf. Die Jungs leihen sich den Arm voller Spiele aus, ich ein paar Bücher. Wieder zu Hause steht unsere Gemüsekiste vor der Tür. Ich verräume das Gemüse und den Einkauf, die Jungs probieren die Spiele aus. Es ist längst Bettzeit, aber so richtig runter kommen sie nicht. Also lasse ich sie noch spielen und inhaliere derweil mein Kamillendampfbad. Dann gehen wir alle ins Bett. Halb zehn.

Juhu, so langsam kommt mein Geruchssinn zurück. Noch nicht stetig und nicht sehr differenziert. Aber hier und da rieche ich einen Hauch.


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