_Alltag

Gute Dinge

Gestern war die Stimmung etwas im Keller. Immer wieder kam es zu Konflikten, vorallem mit dem Wolf, dem es gerade schwer fällt, sich an Absprachen zu halten. Am Nachmittag hat es dann einmal richtig gekracht, sozusagen haben sich die Spannungen in einem Gewitter entladen. Bis zum Abendessen hatten wir die Kurve aber wieder gekriegt. Um beim Gewitterbild zu bleiben: die Luft ist jetzt wieder geklärt, die Spannungen gelöst und es herrscht wieder ein friedliches Miteinander. Familienleben ist an vielen Stellen so mühsam. Dinge immer wieder neu aushandeln, sich der Werte bewusst sein, eigene Grenzen und die Grenzen anderer wahren, im Gespräch bleiben. Das ist Arbeit. Wie in jeder Beziehung.

Herzensfreuden

Eine tolle Überraschung kam per Post: Von einem persönlichen Brief begleitet hat mir eine Leserin ein Buch geschickt. Walden von Thoreau – es könnte passender nicht sein. Um das Buch bin ich neulich erst herumgeschlichen, weil das Zitat auf meiner Jahrescollage von Thoreau direkt in mein Herz spricht. Das war also eine richtig gelungene Freude, die mir da bereitet wurde. Danke!

Gefreut habe ich mich auch über die Rückmeldung einer Freundin, die einer Inspiration von mir gefolgt ist und nun ein kleines Aha-Erlebnis hatte. Wenn andere sich freuen, dann freue ich mich so mit!

Zum Mittagessen hatten wir Kartoffeln, Gemüse und Joghurt mit Kräutern und sauren Gürkchen drin. Ich mag das total gern. Der Mann bereit seit einer ganzen Weile unseren Joghurt selbst zu. Dazu hat er Milchsäurebakterien, die er in die Milch gibt. Er setzt alle paar Tage einen großen Behälter voll an. Experimente mit Sojamilch sind leider noch nicht geglückt.

Lang ersehnter Regen

Am Nachmittag waren die Jungs mit dem Mann Fußballspielen. Ich war derweil eine kurze Runde laufen. Über uns zog sich schon der Himmel zusammen und kündigte den langersehnten Regen mit Wind und ersten Tropfen an. So sehr ich mir den Regen auch wünschte, ein bisschen Bammel hatte ich vor den mit der Nässe aktiv werdenden Schnecken. Ich war nochmal eine Runde im Garten, die Schnecken aus ihren verstecken unter dem Holz wegsammeln. Die Pflänzchen sind alle noch so zart. Ich möchte sie nicht mit den Schnecken teilen müssen. Bei meiner Gartenrunde habe ich entdeckt, dass die ersten Kartoffelpflanzen aus der Erde spitzen. Ich habe 6 verschiedene Sorten eingebaut. Mal sehen, was dabei herauskommt und welche am besten gedeihen. Der Regen kam dann tatsächlich. Es wurde dunkel, sodass wir um 17 Uhr dachten, es sei schon viel später.

Gute Dinge des Tages

Am Abend haben wir ein neues Ritual begonnen, wo ich noch nicht weiss, wie es sich fortführen wird. Bevor wir die Sendung mit der Maus schauen, schreiben wir alle in ein kleines Heft drei gute Dinge des Tages: Erfolge, schöne Momente und Erlebnisse. Ich mache das schon eine Weile am Ende des Tages in meinem Bulletjournal. Manchmal schreibe ich die Dinge auch im Laufe eines Tages auf. Wenn wir unseren Fokus auf das, was gut war richten, eine Haltung der Dankbarkeit entwickeln, dann verändert das unsere Gesamtschwingung und hat Einfluss auf unser Immunsystem, unser Lebensbild und unsere Fähigkeiten im Umgang mit Krisen. Bodo Schäfer schlägt in seinem Buch „Ein Hund Namens Money“ und in den anderen Finanzbüchern das Führen eines Erfolgstagebuchs vor, um den Selbstwertmuskel zu trainieren. Wie wichtig der Selbstwert für eine gesunde Entwicklung ist, hat auch Jesper Juul in „Leitwölfe sein“ betont. Selbstwert entsteht nicht nur aus Erfolgen oder einer Dankbarkeitshaltung, bringt aber nochmal eine andere Bewusstseins- und Schwingungsebene in den ganzen Menschseins-Cocktail.

Ich werde mal eine Weile beobachten, ob sich dieses Abendritual hier etablieren kann und welche Veränderungen es mit sich bringt.

Abendrunde

Weil es am Vortag so spät geworden ist, habe ich den Sterngucker schon früh ins Bett gebracht. Nach unserer gemeinsamen Leserunde ist er auch schnell eingeschlafen. Der Mann hatte einen Zoomcall, weshalb ich den Abend mit dem Wolf verbrachte. Wir haben uns gemeinsam Mrs. Doubtfire angeschaut.

Carola schreibt unter ihre täglichen Corona-Tagebuch-Blogposts (44 Tage schon mit Ausgangsbeschränkungen!) immer so eine kleine Liste. Die mag ich gern und übernehme sie hier mal mit einer kleinen Ergänzung (weil ich ja mein „Kein Tag ohne Linie“ Projekt wieder aufgenommen habe).

Gegessen: Kartoffeln, Gemüse und Joghurtsosse zum Mittag | Selbstbaudöner zum Abendessen
Gesehen: Stieglitze und Grünfinken im Garten, die kleinen Kartoffeltriebe, Mrs. Doubtfire
Gespielt: nichts
Gestaltet: einen kleinen Schriftenteppich im Moleskine
Bewegt: Laufrunde (16 min, 2,2 km)
Vorgelesen: Latte Igel
Gelesen: Die Wiederentdeckung der Spiritualität, Die Dienstagsfrauen, Wie Frauen ihre Finanzen selbst in die Hand nehmen können (als Hörbuch)


Hat dir der Beitrag gefallen? Wie bei StrassenkünstlerInnen der Hut, steht hier im Blog eine Teekasse. Nur eben virtuell. Wenn du magst, kannst du mir einen Tee ausgeben. Oder Farben und Papier. Danke für die Wertschätzung <3

Ein Kommentar

  • Jana

    Liebe Ramona,
    es war mir eine Freude :-)
    Ach und falls du Löwenzahnhonig kochst, die Idee mit der Orange ist vielleicht doch nicht so gut. Es wurde recht bitter, wie Orangenmarmelade halt. Ich würde es in Zukunft wieder nur mit 2 Zitronen machen, vielleicht sogar nur den Saft verwenden ;-) Herzliebe Grüße und ein schönes laaaaaanges Wochenende ooooohne Schulaufgaben :-)))))
    Jana

Eine Antwort schreiben

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.