_Alltag

In Bewegung

Tatsächlich hatte ich lange kein Schreibbedürfnis, keine Worte. Meine Tage sind gefüllt, vor allem mit Selbstfürsorge. Ich tue ungewohnt viel für mein Wohlbefinden und habe erstmals kein schlechtes Gewissen, mir ausgiebige Pausen zu gönnen, nur das Nötigste zu tun und zu spüren, wie sehr ich Auszeiten brauche. Und zu sehen, wie effektiv ich scheinbar dennoch arbeite, denn hier entstehen Dinge, ich arbeite und bekomme eine Familie organisiert.

Neben unseren täglichen Spaziergängen habe ich mich entschieden, ein Fitness-Training zu beginnen. Ziel: Kondition, Körpermitte stärken und später Muskelausbau für die Optik. Dafür arbeite ich mit einer Fitness-Coach zusammen. Noch ganz frisch tasten wir uns an einen Trainingsplan heran. Ich laufe hier schon seit einer Woche mit Muskelkater in diversen Regionen meines Köpers herum. Von der guten Sorte. Noch bin ich motiviert und habe Spaß daran.

Longing to belong

Emotional befinde ich mich im Auf und Ab. Das Thema Impfen setzt mir mehr zu als ich anfangs dachte. Es bringt einige tiefe und vielschichtige Themen zu Tage, mit denen ich mich nun auseinandersetzen darf. Gestern erst hatte ich, vielleicht auch ein bisschen hormonell begünstig, einen Heultag. Genau genommen begann es schon am Montag mit einer Sensory Awareness Einzelstunde. Die Themen, die sich zeigen sind gleichzeitig aber spannende Anhaltspunkte, denen ich mich kreativ widme. So wurde mir in den letzten Tagen deutlich, welch großes Lebensthema von mir „Longing to belong“ ist. Das habe ich mir nun als roten Faden für mein Buch notiert. Zum Buch gibt es insgesamt noch nicht so viel zu erzählen. Ich bin noch im Sammelstadium: Ideen, Bilder, Wortfetzen, Texte, Assoziationen, Gefühle.

Gestern habe ich an der Schule bei der Pausenaufsicht ausgeholfen. An meinem Heultag war das die perfekte Abwechslung. Mal rauskommen, die Leichtigkeit der Kinder beobachten, Smalltalk mit den LehrerInnen und eine Aufgabe. Gemeinschaft. Sinn. ich hatte nicht bemerkt, wie sehr es mir fehlt, weil ich eigentlich auch gut für mich sein kann.

Am Abend war ich beim Posaunenchor. Wir proben noch immer für den Gottesdienst an Himmelfahrt. Im Freien vor der Kirche. Mit Abstand. Hoffentlich wird das Wetter schön. Und überhaupt ist das alles sehr aufregend. Wir spielen sechs Stücke, wovon ich mich gerade mal zweien halbwegs gewachsen fühle. Ich hoffe sehr auf professionelle Unterstützung der fortgeschritteneren SpielerInnen. Das Dumme: wenn ich aufgeregt bin, dann stockt auch die Luft und es kommen keine Töne aus der Trompete. Weia. Aber vielleicht geht auch alles gut, die Proben sind schlimm, der Auftritt dann gut. Wer weiss. Das wichtigste: ich habe Freude daran. So sehr. Wir erarbeiten uns da gemeinsam etwas, sind überfordert und aufgeregt, haben aber auch Erfolge – und wenn es nur ein gut klingender Akkord ist. Ich bin immer noch sehr froh, dass ich letztes Jahr damit angefangen habe.

Was schön ist

  • Eine Freundin hat uns ihr Trampolin vererbt, was wir jetzt im Garten aufgebaut haben. Das hat zur Folge, dass vor allem der Wolf wieder mehr draussen ist und sich bewegt.
  • Der Tochterfreund hat vor zwei Tagen den Rasen gemäht und vertikutiert. War ja nur noch eine einzige Löwenzahnwiese (was schön aussieht und Bienen erfreut).
  • Ich habe mir einen Haufen neuer Bücher bestellt, worauf ich mich schon freue.
  • Das Wetter. Die Sonne tut gut.
  • Gemeinsames Mittagessen mit dem Mann (und manchmal den Kindern). Zusammen kochen und essen, sitzen und reden.
  • Die langsamere Gangart
  • regelmässige Kreativabende

Auf der Lucifer-Playlist ist das Lied „Only you“. Das ist eines der Lieder, die bei mir ganz eng mit einem Ereignis verknüpft sind. Meiner Abiturfeier. Das Lied habe ich da zum ersten Mal gehört und zwar gesungen vom Chor unserer Schule. Und das war so toll und hat mir Gänsehaut gemacht, dass ich es seitdem als ganz besonderes Lied gespeichert habe. Überhaupt war die Abiturzeit doch eine sehr intensive Lebensphase, nicht wahr? Nicht wegen des Abiturs, sondern der ganz sozialen Kontakte, der persönlichen Themen, des intensiven Lebens. Verliebtsein, Ausprobieren, Drama, ernsthafte Diskussionen.


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3 Kommentare

  • Ines Düe

    Oh ja das Impfthema…,mir geht es genauso liebe Ramona…
    Ich weiss noch nicht genau, welch Themen da angesehen werden wollen, es geht tief soviel ist sicher…
    Fühle Dich umarmt;-)
    Liebste Grüsse von der schönen Elbregion,sendet Dir Ines.

  • Junischnee

    Was für ein wunderschönes Gänseblümchenbild, meine Lieblingsblumen ♥. Um den Posaunenchor beneide ich Dich fast ein bisschen, ich kann leider weder Noten lesen noch ein Instrument spielen, aber ich liebe Blasmusik. Ich glaube nicht, dass hier irgendwo schon Bläser proben dürfen, zumindestens habe ich noch nichts gehört. Weiterhin viel Freude dabei und bei anderen Dingen auch, Christine

  • TAC

    Oh ja, die Abiturzeit war sehr prägend. Ich finde es schlimm für die aktuelle Schulabschluss-Generation, dass denen wegen des Lockdowns so viele Möglichkeiten genommen werden.
    LG von TAC

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