_Alltag

Januar 2021 – Wie das Jahr so anläuft

Seit Tagen schon liegt ein angefangener Bericht über unsere ersten Januartage in meinem Entwurfsordner. Mit Bildern, Stichpunkten, aber keinen Worten für diese Tage. Hier hängen Schneehosen über dem Stuhl vor dem Feuer. Darunter liegen alte Handtücher, um das Tropfwasser aufzufangen. Überall liegen Haufen mit irgendwas herum: Weihnachtsdeko, die ich sortieren und verräumen will, Wäsche, die gewaschen und verräumt werden muss, Geschirr zum Abspülen, Weihnachtsgeschenke, Spiele, Notizen und Papierstapel. Es ist wuselig, laut und bunt.

Draussen hat es geschneit. Das tut gut, das zieht die Kinder nach draussen. Auch der Mann und ich geniessen tägliche Spaziergänge. Ich komme gerade erst an in der Langsamkeit und möchte noch ein bisschen länger in diesem Zustand verweilen. Wir machen beide nur Kleinigkeiten für unsere Erwerbsarbeit. Anfang des Jahres die Steuererklärung, da ein Telefonat und dort ein Online-Meeting. Wir führen Gespräche zur Jahresplanung, spielen und geniessen das langsame Rumgeschlumpere.

  

Ich freue mich über meine gemusterten Stricksocken. Die sind durch die mitgeführten Fäden viel wärmer als einfach gestrickte Socken und perfekt für die Spaziergänge im Schnee. Heute hatte ich meinen nächsten Coachingtermin. Das Thema meines Coachings hat mich über die ganzen Ferien beschäftigt und umgetrieben. Das Treffen heute war intensiv und grundlegend. Ich will es noch wirken lassen. Möglicherweise folgt daraus eine Stille hier. Vielleicht aber auch nicht.

Kleine Projekte, große Wirkung

Ziemlich cool ist unsere neue Badlampe am Spiegel im kleinen Bad. Da hing seit wir hier eingezogen sind immer eine nackte Glühbirne. Durch das Duschen und die Luftfeuchtigkeit hat sie dann eine Weile gezuckt und ist ausgegangen. Unser ersten Projekt im Haus war also, die Badlampe zu organisieren und anzubringen. War nicht teuer, hat nicht lange gedauert. Komisch, warum man sowas immer so lange vor sich her schiebt.

Ich habe ein neues Moleskine gestartet, mein kleines Skizzenbuch für alle Tage. Als Langzeit-Projekt habe ich mir das Thema Selbstportrait ausgesucht. Austin Kleon hat ein 100 Tage Projekt blindgezeichneter Selbstportraits gemacht, das fand ich inspirierend. Mal sehen, wie es sich entwickelt. Die Portraits brauchen nicht viel Zeit, sind unkompliziert und anspruchslos. Ich kann sie gut mit Tagesthematiken kombinieren oder einfach nur Linien da stehen lassen. Bisher habe ich wirklich Spaß daran. Und wer weiss, vielleicht gehe ich ja mal tatsächlich zu konkreteren Portraits über, wenn ich der lockeren Zeichnungen überdrüssig bin.

Meine Weihnachtspost ist über die Feiertage liegengeblieben. So schreibe ich nun nach und nach Neujahrsgrüße und beantworte längst fällige Briefe. Dafür möchte ich mir aber auch noch etwas länger Zeit geben.

Vom Schulbeginn

Ab Montag geht bei uns dann die Schule wieder los. Wie andererorts auch mit Schule-zu-Hause, digital begleitet. Dazu kamen von den KlassenleiterInnen der Jungs schon erste Infos. Alles weitere folgt am Wochenende. Morgen hat der Sterngucker bereits ein Onlinetreffen, um kurz miteinander zu besprechen, wie es in den nächsten Wochen weitergehen wird.

Ich bin da relativ gelassen, das liegt vermutlich auch daran, was die Schule ausstrahlt. Sie versucht schon seit Beginn der ganzen Veränderungen so wenig wie möglich Druck zu machen, geht sehr auf die Kinder ein und hört auch uns Eltern. Wir als NachmittagskursleiterInnen werden weiterhin bezahlt, obwohl wir nicht arbeiten dürfen. Das finde ich eine sehr schöne Geste. Ich schätze die Kommunikation an der Schule und die Tatsache, dass Alltagspraktisches als Unterrichtsinhalte gezählt werden dürfen. Wenn der Sterngucker also beim Kochen hilft, dann darf er das in sein Studienheft eintragen, ebenso Draussenzeit und Naturerkundungen. So braucht es von uns nicht viel Extrabegleitung. Die LehrerInnen in der Wolfklassenstufe (Klasse 5 und 6) konzipieren gerade für die Zeit ein Unterrichtskonzept und wollen am liebsten ein fächerübergreifendes Projekt anbieten. Ich bin ganz gespannt, wie es sich entwickelt, habe aber keine Sorge, dass die Kinder nichts Lernen oder Stoff verpassen. Die machen das schon.

Gehört

Neulich habe ich den Moneypenny Podcast gehört. Zuerst den Quartalsbericht (das sind immer meine Lieblingsfolgen), dann nochmal was zur Jahresplanung. Sehr inspirierend. Natascha hat ja ungefähr zur gleichen Zeit angefangen Geige zu lernen wie ich Trompete. Ich kann da einige Erkenntnisse nachvollziehen und finde das ziemlich cool.

Anthem von Leonhard Cohen

„Ring the bells that still can ring
Forget your perfect offering
There is a crack in everything
That’s how the light gets in.“

Gelesen

Ausserdem hatte ich ja Ende des Jahres nochmal einen Anfall von „Ich brauche Bücher“ (was natürlich nicht stimmt, denn ich habe genug Bücher). Jedenfalls hat die Post dann Anfang des neuen Jahres eine kleine feine Bücherlieferung gebracht, wo ich mich schon richtig freue, da einzutauchen.

Was wir gegessen haben

Es macht mir gerade echt Freude, wieder neue Gerichte auszuprobieren. So habe ich aus dem Buch „Deliciously Ella“ eine Suppe mit Tomaten und dicken Bohnen gekocht (hauptsächlich, um die Pastinaken aus der Gemüsekiste zu verbrauchen) und Bananen-Apfel-Muffins gebacken. Wir hatten auch grüne Bohnen und Kartoffelbrei, leckere Tagliatelle mit Pilzsosse und Kartoffelbrei und Wirsinggemüse mit Räucher-Tofu. Der Speiseplan ist momentan eher eine Ideenliste, den möchte ich wieder etwas enger fassen, damit wir gezielter einkaufen können. Wir haben ja noch immer ein wöchentliches Budget für unsere Einkäufe, da ist es sinnvoll, etwas zu planen, um nicht am Ende des Woche mit leerem Geldbeutel dazustehen udn zu merken, dass aber noch Brot und Butter fehlen.

Wer grundsätzlich Interesse an veganer Ernährung hat, kann sich jetzt im Januar unter dem Begriff #veganuary inspirieren lassen. Wir haben ja gerade auch einige Milchprodukte (Käse, Joghurt) und Eier (die Männer!) auf dem Speiseplan, die ich gern nach und nach wieder reduzieren und ganz verschwinden lassen möchte.

Wofür ich dankbar bin

Der ruhige Tag, als der Sterngucker bei einem Freund war, die Spaziergänge mit dem Mann und allein, erste Teekassengaben mit lieben Botschaften, die Gespräche mit dem Mann, gemeinsame Essen, mein frischer Kalender, ein paar Morgen in Folge, wo ich noch vor der Familie wach war und die Küche für mich hatte, zarte neue Ideen, die heranwachsen, das intensive Coaching, die Erkenntnisse und Prozesse darin, Gespräche mit einer Freundin, Austausch und Herzensbotschaften und so viel mehr.

Ich habe im neuen Jahr ein Dankbarkeitstagebuch begonnen, weil es mir gut tut, jeden Tag diese vielen Segnungen, die kleinen und großen Momente im Alltag, die Geschenke, aufzuschreiben. Das mache ich vorm Schlafengehen im Bett, bevor ich das Licht ausschalte.

Notizen und Erkenntnisse

  • Nach Coeachingterminen sollte ich mir frei nehmen und keine Erwartungen an irgendwas haben. Ich bin danach meistens so platt und leer, dass ich den Rest des Tages zur Regeneration brauche.

Hat dir der Beitrag gefallen? Wie StrassenkünstlerInnen der Hut, steht hier im Blog eine Teekasse. Nur eben virtuell. Wenn du magst, kannst du mir einen Tee ausgeben. Oder Farben und Papier. Danke für die Wertschätzung <3

2 Kommentare

  • Barbara Karl

    Liebe Ramona!

    Die Socken sind so schön geworden! Mit welcher Nadelstärke hast du gestrickt?

    Wenn du „Butter“ schreibst: meinst du da „echte“ Butter oder habt ihr da etwas zum Ersatz? Mir fällt das so schwer auszulassen…

    Mir fällt immer so schwer, den Christbaum „rauszuschmeissen“ – jedes Jahr aufs Neue…

    Liebe Grüße, deine Barbara

  • Suomitany

    Liebe Ramona, das mit den Coaching Terminen verstehe ich sehr gut. Die Termine meiner jetzigen Therapie liegen zeitlich so ungünstig, dass es mir nicht möglich ist, hinterher nur Zeit und Ruhe für mich zu haben, in mich zu gehen, zu verarbeiten, was geschehen ist. Ich habe schon überlegt, die Termine zu ändern, falls möglich. Aber eigentlich muss ich es meinen Kindern nur deutlich freundlich mitteilen, dass ich etwas Zeit für mich brauche. Ich nehme deine Erkenntnis für mich mit. Danke und liebe Grüße
    Tany

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