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Januar 2021 – Schule zu Hause, tägliche Rituale und Winterspaziergänge

Am liebsten würde ich noch eine Weile in meinem Winterkokon bleiben, Winterspaziergänge machen und  gemütlich eingeigelt stricken, am Feuer sitzen, malen und schreiben. Diese kleinen Inseln versuche ich mir zu erhalten. Denn nebenher nimmt das Jahr schon wieder Tempo auf mit Job-Telefonaten, Koordination von Workshops und nebenbei natürlich der Gesamtsituation mit Schule-zu-Hause.

Wie Schule bei uns läuft

Der Wolf loggt sich morgens ganz selbständig in seine Schulkonferenz auf Big Blue Button ein. Das funktioniert mal mehr mal weniger gut. Er fällt quasi aus dem Bett direkt an den Schreibtisch. Wie bequem! Er hat einen Wochenplan, momentan ist er aber wenig motiviert, den abzuarbeiten. ich schwanke etwas zwischen “ich lasse ihn, denn es ist seine Verantwortung” und “ich nerve ihn, weil ich will, dass er die Sachen erledigt und nicht zockt, während er sich nicht in der Konferenz einloggen kann”.

Meistens entscheide ich mich für “ich lasse ihn”. Damit habe ich einen ruhigeren Arbeitstag. Und ich bin überzeugt, dass er seinen Abschluss trotzdem schafft und die relevanten Dinge fürs Leben lernt. Die Tochter war ja auch nicht gerade Musterschülerin, was ihre Arbeitsmoral betrifft und hat dann trotzdem zwei gute Abschlüsse geschafft. Es ist immer wieder eine interessante Gradwanderung zwischen Verantwortung als Eltern und Verantwortung den Kindern überlassen für ihre Sachen. Wo übernehme ich, wo ich nicht muss. Wo braucht es mehr Rahmen. Was sind meine Vorstellungen, was braucht das Kind wirklich.

Der Sterngucker ist täglich in der Schule zur Notbetreuung. Mit nur 5 Kindern in der Klasse hat er echt eine gute Zeit, kommt jeden Tag gut gelaunt wieder und kommt plötzlich dazu, richtig coole Dinge zu machen, weil er nicht so abgelenkt ist. Heute gehen sie vielleicht in die Tonwerkstatt und Ende der Woche in die Textilwerkstatt. Darauf freut er sich schon.

Workshops und Kurse vorbereiten

Ich bereite einen Workshop für das Frauenkreativseminar vor. Das gibt es diesmal Online (Wenn du dabei sein möchtest, melde dich gern an), und ich werde Bibel Art Journaling anbieten. Ausserdem gibt es Makrame, Seifen herstellen und Marmorieren von Papier. Ein feines kleines Programm von Freitag Abend bis Samstag.

Ab dem 1.Februar wird auch wieder ein Schriftenteppiche-Kurs laufen. Auf den stimme ich mich schon ein, überlege, was es braucht und wie ich ganz viele Menschen davon begeistern kann. Den Teilnehmerinnen im letzten Jahr hat der Kurs richtig viel Spaß gemacht. Zusammen mit dem Mann arbeite ich an einer schöneren Kursplattform. Dort findest du dann alle Kurse, die du bei mir buchst und zusätzliche kostenlose Inhalte. Ich bin schon ganz aufgeregt mit den ganzen Ideen, die ich dazu habe. Am liebsten hätte ich es schon fertig!

Tägliche Rituale

Schon Ende letzten Jahres habe ich begonnen, Morgenseiten zu schreiben. Das funktioniert gerade gut. Ich stehe ein wenig früher auf als der Rest der Familie (6:30 wird mein Lichtwecker hell). Dann sitze ich eine Weile still im Bett und stelle mich auf den Tag ein. Meditieren will ich das noch nicht nennen. Aber es ist ein Übergang von Schlaf zum Tätigsein. Dann gehe ich ins Bad, mache mich Tagfertig und setze mich mit einem Tee (Ingwer-Zitrone-Honig) an den Küchentisch udn schreibe drei Seiten Geblubber in mein Buch: Dinge, die mich beschäftigen, Gebete, Gedanken, Affirmationen, Grübelein, innere Dialoge … was mir eben in den Sinn kommt. Wenn sich dabei Ideen udn Aufgaben herauskristallisieren, schreibe ich sie in mein Bulletjournal, was daneben liegt.

Dann mache ich mir und dem Sterngucker Frühstück. Entweder er ist zwischenzeitlich schon allein aufgewacht oder ich gehe ihn wecken. Später kommt auch der Mann dazu. Mein Frühstück besteht derzeit aus meinem Morgendrink (Vitamine), zwei Scheiben Dinkel-Vollkornbrot mit wechselnden Belägen und einem Apfel (oder Birne).

Zum Mittag machen wir alle Pause. Der Mann oder ich kochen, dann essen wir gemeinsam. Je nachdem, wie wir zeitlich hinkommen, alle zusammen oder in Etappen. 12:15 Uhr ist der Wolf mit seiner Schuleinheit fertig, 13 Uhr muss der Sterngucker abgeholt werden. Meistens nehmen wir uns bis gegen 13:30/14 Uhr Zeit für eine Pause. Da lesen wir, erledigen Kleinkram und sind für die Kinder da. Dann gibt es nochmal eine weniger konzentrierte Arbeitsphase bis 15 Uhr.

15 Uhr treffen wir uns zum Tee und einem kleinen Snack. Plätzchen oder Kuchen. Danach gönnen wir uns je nach Wetter einen kleinen oder großen Spaziergang bevor es dunkel wird. Am späten Nachmittag kümmern wir uns um Haushalt, Essen und Kleinkram. oder setzen uns nochmal an eine angefangene Sache am Computer. Alle paar Tage gibt es eine Sporteinheit. Ich hüpfe Springseil, der Mann schwingt Kettle Bells.

Abendessen gibt es gegen 18 Uhr, dann werden die diversen Bettgehrituale eingeleitet. Erst der Sterngucker, der eine kleine 20 min Serie auf Netflix schaut (wir dürfen am Familienaccount des großen Sohnes teilhaben), dann gehen wir unseren Abenddingen nach. Der Mann macht seine Meditation. Wir sitzen auf der Couch und lesen, ich zeichne in mein Moleskine oder probiere andere Dinge aus.

Gegessen

Ich habe wieder begonnen, einen Wochenplan für unsere Mahlzeiten zu machen. Der sieht für diese Woche so aus:

  • Montag: Gemüsesuppe
  • Dienstag: Blätterteig mit Pilzen, Kartoffelbrei und grüne Bohnen
  • Mittwoch: Spaghetti mit Krautsosse
  • Donnerstag: Burger zum Selbstbelegen
  • Freitag: Gemüsepfanne mit Reis
  • Samstag: Rosmarinkartoffeln mit Kräuter-Dip und Salat

Für das Abendessen gibt es zum Brot diverse Salate. mal einen grünen Salat mit Apfelstückchen, geraspelten Karotten und Sonnenblumenkernen. Oder Fenchel-Orangen-Salat. Manchmal auch rote Beete. Gestern habe ich einen Linsenaufstrich gemacht (aus einem Rezeptbuch, was ich zu Weihnachten bekommen habe.)

Gelesen

Ich lese immer noch sehr gern in “Das Lavendelzimmer” und lasse mich mitnehmen in Lebensweisheiten, Gefühle und Frankreichzauber. Wie ein kleiner Urlaub. Nebenher stricke ich immer mal ein paar Reihen an dem kleinen Maulwurf (Das Material und die Anleitung habe ich bei Maria gewonnen). Dafür habe ich eine Keramikschüssel mit der Wolle auf der Couchlehne stehen.

Ausserdem habe ich im Internet einen Artikel über einen Fruganisten gelesen, den mir der Mann zugeschickt hat.

Gehört

Gestern bin ich mit dem Sterngucker auf dem Rückweg von der Schule im Auto durch die Schneelandschaft gefahren. Er wollte gern Radio hören. Da lief Gamper & Dadoni, Gimme Gimme Gimme. Das war dann so ein passender Soundtrack zu unserer Stimmung, dass ich am liebsten einfach so mit ihm weiter durch die Gegend gefahren wäre, Musik im Ohr und die schöne Landschaft um uns herum. Was genau da lief, habe ich übrigens im nachhinein auf der Bayern 3 Playlist herausgefunden.

Ansonsten sind mir wieder Ton Steine Scherben eingefallen. Da wollte ich nochmal in die alten Lieder reinhören, die ich mit 19 oder so gehört habe. Krass, dass die Tochter jetzt bald so alt ist.

Dankbar

Die täglichen Spaziergänge, Therapie, meine ruhigen Morgenminuten, ein langes Freundintelefonat (wir haben schon so lange nichts voneinander gehört), die Notbetreuung und wirklich guter Kontakt der Mittelstufenlehrerin mit uns Eltern und den Schülerinnen der Wolfklasse, ein extra spontaner Elternabend für offene Fragen und Feedback von Elternseite, ein Paket mit Süßkram für die Kinder von meinen Eltern, Kontakt zu den Jungs, der mir gut gelungen ist gestern, diverse gut laufende Job-Kontakte, ein Frieden im Nichtweiterwissen, Primavera Waldspaziergang Duschgel von der Nachbarin – es duftet so gut! (ja, ich werde wirklich so von unserer Nachbarin verwöhnt – Danke!)

Notizen

  • Diese Russische Eislaufoma habe ich entdeckt und die Reportage gern gesehen. Irgendwas in solchen Russland-Berichten klingt da in mir an. Vielleicht eine Rauhheit oder eine verklärte Romantik. Oder die Einfachheit, das Zufriedensein mit dem Wenigen, das stille Glück.
  • Für meinen Wirkraum, meinen Kursbereich, habe ich ein Farbschem gesucht und dabei mit Hilfe des color wheel Farben gefunden. Ein sehr nützliches Tool.
  • Im Handschrift Magazin war ein Artikel zur Gotischen Kursive. Bei Andreas Stoffels habe ich mir die zugehörigen Übunsgblätter bestellt, die ich mir nun anschauen will.

Hat dir der Beitrag gefallen? Wie StrassenkünstlerInnen der Hut, steht hier im Blog eine Teekasse. Nur eben virtuell. Wenn du magst, kannst du mir einen Tee ausgeben. Oder Farben und Papier. Danke für die Wertschätzung <3

Ein Kommentar

  • andrea

    Wenn die Nacht am tiefsten ist der Tag am nächsten. …Ton Steine Scherben sind einfach grossartig. Das live Konzert in der Werner Seelenbinder Halle zu DDR Zeiten und alle singen gemeinsam ‘ Dieses Land ist es nicht…’ Gänsehaut!!! Ich hab meinen Hund Rio genannt nach dem Sänger. So sind sie immer ein bisschen bei mir… liebe Grüße

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