_Alltag

Letzte Oktoberwoche – Samstag

Vor einer Weile hatte ich mit dem Wolf die Idee, ein Harry Potter Fest zu feiern. Tafeln, wie in der großen Halle. Üppige Dekoration, Phantasie und Spaß. Wir planten also für Samstag unsere Hogwarts Party. Der Wolf hatte sich eine Pinata gewünscht, also bastelten wir aus beklebten Luftballons Hohlkörper zum Befüllen und Zerschlagen. Die Kinder waren mit viel Eifer bei den Bastelarbeiten dabei. Von der Terrasse räumten wir den Tisch ins Wohnzimmer und deckten alles mit einem Rolletuch zu. Unsere große Halle. Um ein bisschen Hogwartsstimmung zu zaubern, hing ich Kerzen von der Decke ab. Der Sterngucker war für Samstag zu mehreren Feiern von Freunden eingeladen, zog es aber vor, daheimzubleiben.

So verbrachten wir den Vormittag mit Vorbereitungen: Schmücken, kochen, backen. Zum Mittag gab es Kürbislasagne an der großen Tafel. Danach den ersten Süßkram. Die Kinder schnitzten in der Mittagssonne einen Kürbis aus und naschten immer wieder von den Süßigkeiten aus der „Zonko’s“ Ecke. Die Jungs waren abwechselnd drinnen und draussen, mal zockten sie, mal klebten und gestalteten sie. Auch die Tochter bereitete ein paar Sachen vor, die sie später mitbringen würde.

Auf der Suche nach Licht

Am Nachmittag war ich auf einem langen Spaziergang. Das Wetter war herrlich. In mir drin blubbern nachdenkliche Gedanken, die mich beschäftigen. So war ich auf der Suche nach Licht, jetzt wo der November beginnt. Wo in mir drinnen ist Licht? Wo finde ich Licht, um mich zu nähren? Was brauche ich, und was möchte ich loslassen?

Ich sauge das letzte Leuchten auf. Die herrlichen Herbsttöne des Oktobers. Die Wärme und die Hoffnung. Ich tanke Alleinzeit, komme aber auch beim Spaziergang nicht wirklich zur Ruhe. Da braucht es wohl gerade mehr als nur ein Spaziergang. Das Licht muss stärker leuchten, um die Dunkelheit in mir drin zu verscheuchen. Mit der Kamera fange ich das Leuchten ein. Und diesen Gang. Jedesmal, wenn ich diesen Weg gehe, bin ich fasziniert. Es ist ein schmaler Weg, herausgeschnitten aus dicht bewachsenen Nadelnäumen. Wie ein Tunnel. Viel düsterer als es auf dem Bild erscheint. Und am Ende leuchtet das Licht. Ich geh da so gern durch. Vom Dunkel zum Licht.

Ich sitze eine Weile auf einer Bank, versteckt hinter einer leuchtenden Buche. Würde zu Hause nicht eine Party-Bande warten, ich würde noch länger hier sitzen wollen. So bin ich aber etwas getrieben, weil wir keine klaren verabredungen getroffen hatten. Die Tochter und ihr Freund warten schon daheim. Auch ich bin schon etwas hungrig. Also gehe ich zurück nach Hogwarts.

Zum Abendessen gibt es eine große Portion Pommes, wer möchte auch Brokkoli und Reste der Lasagne. Wir schlagen die Pinatas und spielen Chicago-Gangsters, ein Kartenspiel, das der Wolf gern mag. Der Mann hat sich aus dem Tag etwas zurückgenommen. Er war beim Sport und brauchte eher Ruhe. Solche Aktionen sind ihm zu viel, weshalb er sich im Hintergrund hielt. Am Ende war es ein schöner und lustiger Tag mit Schokofröschen, Unmengen an Süßkram, überzuckerten wilden Kindern und einer ganz schön erschöpften Mama. Aber es hat auch Spaß gemacht.

Mein Fazit

Es geht mir nicht um das Feiern an sich, sondern ich mag den kreativen Prozess der Vorbereitung, Liebe in Details und die Gesamtästhetik eines solchen Arrangements. Es ist schön, wenn wir dann alle beeinander sitzen und es zu schätzen wissen, wenn wir essen und spielen. Aber es hat auch seinen Preis. Die Vorstellung einer Party ist bei Kindern eine andere. Gerade der Sterngucker war fast überfordert von der Spannung, Vorfreude, dem Mitmachenwollen und selbst kreativ werden. Da brauchte es viel Achtsamkeit, den Raum zu halten und abzuwägen zwischen meinem Bedürfnis nach Gestaltung und Perfektion und der unmittelbaren Mitmachfreude des Sternguckers. Ist mir nicht immer gelungen. Ich war überrascht über den Wolf, wie geduldig und sorgfältig seine Vorstellung seiner Pinata umgesetzt hat (eine Fledermaus) und wie er bis zum Schluss drangeblieben ist. Über mehrere Tage.

Jetzt brauche ich erstmal Pause und wieder etwas Rückzug und Ordnung. Die Deko darf sicher noch ein paar Tage stehen bleiben. Es war ein schöner Auftakt in unsere Herbstferien, die ja eigentlich ganz anders geplant waren.


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2 Kommentare

  • Claudia

    Ganz toll….viel Vorbereitungen….klasse Idee….hätte meinem Sohn wie er noch jünger war auch gefallen….lb.Gruß

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