_Alltag

Schnipsel aus der dritten Juliwoche 2021 – Spülmaschine, Stress und Strassenlöcher

Den Blogpost habe ich, wie schon oft, mehrfach angefangen, dann war er veraltet, und ich hab ihn verworfen. Aus Mittwochsschnipseln wurden Donnerstagsschnipsel wurden Freitagsschnipsel. Meine Tage sind voll, ich bin voll. Emotional wie im Kalender. Und damit meine ich nicht nur Sorgen und Stress, sondern ich bin auch voller Freude und positiver Dinge. Aber viel ist eben viel.

Ein bisschen konnte ich schon beim Sensory Awareness am Mittwoch Abend rausweinen. Es ist faszinierend, wie sehr sich unser emotionaler Zustand auch auf körperlicher Ebene zeigt. Danach ging es mir deutlich besser. Dennoch bin ich müde und erschöpft. Gestern Abend habe ich mich, nachdem ich den Sterngucker ins Bett gebracht habe, schon um 20:30 Uhr selbst ins Bett gelegt. Deshalb ist es hier etwas ruhig dieser Tage.

Was diese Woche so alles los war

  • Unsere neue Spülmaschine wurde geliefert und eingebaut
  • Die Tochter hatte ihre letzte Prüfung zum Fachabi
  • Ich hatte zwei schöne motivierende Telefonate und
  • einen inspirierenden Zoomcall mit Gabriele
  • Probe mit dem Posaunenchor für den Gottesdienst am 25.7. in Ebersberg
  • dazwischen immer wieder Arbeit am laufenden Kurs, die Vorbereitung für den nächsten Kurs und an der Website
  • und mein Fitnesstraining

Was mich gerade beschäftigt

Das Wetter. So banal es klingt. Es ist herbstlich kalt, dann wieder sommerlich heiß. Ein ständiges auf und ab. Viel Regen. Die Überschwemmungen anderswo. Der Hagel vor ein paar Wochen bei uns. Gefühlt liegt die Welt im Chaos. Eine Pandemie und Klimakrise. Ein Aufschrei der Erde. Mich besorgt das. Ich überlege, was ich im Kleinen tun kann, mit meinen Entscheidungen, meinem Lebensstil, meinen Gebeten.

Schule und viele Gedanken drumherum. Der Wolf tut sich noch immer schwer mit Schule. Ein Thema mit vielen Facetten, worauf ich gar nicht näher eingehen möchte. Aber es beschäftigt mich eben. Wo können wir als Eltern etwas tun, wo liegt die Verantwortung bei ihm. Wo sitzen wir auf Verantwortung, die eigentlich nicht unsere ist, wo ist es nötig, genauer hinzuschauen, weil doch etwas Tieferes dahinter steckt. Ein ständiger Balanceakt.

Und da kommen wir zum nächsten Thema: Schuld. Wieso konnte es soweit kommen. Haben wir etwas übersehen? Etwas falsch gemacht? Überhaupt, bin ich genug? (ständig wiederkehrendes Thema. Kenn ich schon.) Und weil das noch nicht ausreicht, kommen gleich noch alte Themen um die Ecke. Altlasten aus der Tochterkindheitszeit. Idealbilder in mir drin, die ich versuche zu erreichen oder von denen ich glaube, dass alles anders wäre, hättesolltekönnte. Blah… Immerhin kann ich mir schon selbst dabei zuschauen und mich dabei ertappen, in diesen Strudel hineinzugeraten. Auf dem Starkmacher-Wochenende (worüber ich ja auch noch schreiben will – der Blogpost liegt schon angefangen im Entwurfsordner) las eine Frau zum Abschluss einer unserer Plenum-Runden einen passenden Text vor:

Autobiografie in fünf Kapiteln, von der amerikanischen Sängerin, Schauspielerin und Autorin, Portia Nelson

I

Ich gehe eine Straße entlang.
Da ist ein tiefes Loch im Bürgersteig.
Ich falle hinein.
Ich bin verloren.
Ich bin ohne Hoffnung.
Es ist nicht meine Schuld.
Es dauert endlos, wieder hinauszukommen.

II

Ich gehe dieselbe Straße entlang.
Da ist ein tiefes Loch im Bürgersteig.
Ich tue so als sähe ich es nicht.
Ich falle wieder hinein.
Ich kann nicht glauben, schon wieder am gleichen Ort zu sein.
Aber es ist nicht meine Schuld.
Immer noch dauert es sehr lange herauszukommen.

III

Ich gehe dieselbe Straße entlang.
Da ist ein tiefes Loch im Bürgersteig.
Ich sehe es.
Ich falle schon wieder hinein… aus Gewohnheit.
Meine Augen sind offen. Ich weiß, wo ich bin.
Es ist meine Schuld.
Ich komme sofort wieder heraus.

IV

Ich gehe dieselbe Straße entlang.
Da ist ein tiefes Loch im Bürgersteig.
Ich gehe darum herum.

V

Ich gehe eine andere Straße entlang.

Was schön ist

Viele herzliche Emails und Rückmeldungen: zu meinem Newsletter, zu meinem Skizzenbuchkurs und meiner Arbeit, Vorfreude auf das August Art Journal und generell wohlgesonnene Post.

Vorfreude auf die Sommerferien. Ich habe diese Woche unsere Bahnreisen zu meinen Eltern und nach Bad Kreuznach gebucht. Bei meinen Eltern werde ich einen Teil der Ferien mit den Kindern verbringen. Draussen schlafen, Lesezeit haben, mit meinen Freundinnen eine Paddelrunde auf der Mulde drehen. In Bad Kreuznach verbringe ich ein paar Tage mit dem Mann. Das hat uns letztes Jahr so gut gefallen, dass wir es wieder haben wollten.

Der Wolf hat Pizza gebacken. Den Teig hat er nach einem Rezept auf Youtube angesetzt und über Nacht im Kühlschrank gehen lassen. Die ist richtig gut geworden. Ausserdem gab es Tagliatelle mit Brokkoli-(Hafer)Sahnesosse und heute vegane Burger. Sehr lecker.

Was ich lese und höre

Nachdem ich innerhalb von einer Woche das fast 600 Seiten dicke „Der geheime Schwimmclub“ gelesen habe, befinde ich mich jetzt auf den ersten Seiten von „Der Wal und das Ende der Welt“. Beide Bücher habe ich mir aus der Bibliothek ausgeliehen. Der geheime Schwimmclub war sehr unterhaltsam und schöne Sommerlektüre. Nicht besonders tiefgründig, aber spannend genug, weiterzulesen. Eine nette Geschichte mit interessanten Wendungen.

Ausserdem lese ich noch „Hungry hearts“ und „Essentialism„. Die beiden Bücher sind Empfehlungen aus Podcasts. Hungry Hearts war ein Interview mit Brené Brown, Essentialism hat Natascha Wegelin in ihrem Quartalsrückblick (mein Lieblingsformat ihres Podcasts) empfohlen.

Veronika schreibt einen schönen Beitrag über Gott im Alltag.

Beim Auto fahren höre ich „Untenrum frei“.


Hat dir der Beitrag gefallen? Wie StrassenkünstlerInnen der Hut, steht hier im Blog eine Teekasse. Nur eben virtuell. Wenn du magst, kannst du mir einen Tee ausgeben. Oder Farben und Papier. Danke für die Wertschätzung <3

Ein Kommentar

  • annette

    …..wenn ihr wieder in kh seid, empfehle ich euch einen abstecher nach bingen. der park am mäuseturm und der hindenburgpark sind sehr schön und ihr könnt am rhein entlanglaufen….auf dem rochusberg ist es auch so schön,
    und im hildegardforum kann man fein sitzen und essen….
    herzlichst
    annette

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