_Alltag

Tagebuch im November 2020 – Dienstag 3.11.2020

Heute ist ein grauer Regentag. Nicht kalt, aber auch nicht schön. Wir haben Ferien, alle sind daheim und wir gehen uns gegenseitig mehr als einmal auf die Nerven. Ich fühle mich unproduktiv, weil ich alles nur anreissen kann und nichts fertig bekomme. Wie auch, bei dem Chaos im Haus. In der Nacht habe ich schlecht geschlafen, ich bin gestresst und innendrin aufgewühlt. Ich will meine Arbeit gut machen und habe gerade das Gefühl, dass mir viel entgleitet. Dabei stimmt das rational betrachtet gar nicht. Ich hab einfach nur ganz schön viel auf dem Teller

Was meinen Tag gefüllt hat

Ein Frühstücksdate mit dem Mann – das wollten wir ja gestern im Café haben und stattdessen gab’s das heut daheim. Wir haben einen Plan für seine Onlinekursbewerbung besprochen und noch ein paar andere Dinge. Ich möchte nach 4 Jahren mal wieder ein Coaching zu meiner beruflichen Identität machen. Da haben sich einige Fragen aufgetan.

Den Rest des Tages arbeite ich an einer Geburtstagskerze und kümmere mich bei der Druckerei um verlorene Flyer. Die gelangweilten Kinder hängen rum und zoffen sich, ich schalte das Internet aus (und später wieder an). Der Sterngucker gestaltet auch eine Kerze, der Wolf puzzelt. Ich schreibe der Coachin eine Anfrage, beantworte Rückfragen zur Steuererklärung, bereite uns ein Mittag zu (Süßkartoffel-Kichererbsen-Bowl)

Mann, kommt gegen Mittag in die Küche: „Wollen wir mal Mittagessen machen?

Ich: „Ja. Du kannst hier schnippeln, ich mach den Rest.“

Wir schnippeln und kochen und bereiten geschäftig alles zu.

Mann, kurz bevor alles fertig ist: „Ich hab eigentlich gar keinen Hunger. Ich bin noch satt vom Frühstück. Für wen machen wir das hier alles?“

Ich: „Ja gute Frage. Ich bin auch noch nicht hungrig und die Kinder haben sich vorhin schon selbst versorgt.“

Soviel zum Thema Kommunikation. Wir mussten etwas über uns lachen, haben dann beschlossen, die Bowls eben zum Abend zu essen. Ich hab trotzdem eine kleine Portion frisch gegessen.

Am Nachmittag arbeite ich weiter an der Kerze, beginne einen Blogpost für einen Kinden und gehe eine halbe Stunde mit der Tochter raus (einen Streifzug durch den Garten und zur Autowerkstatt, einen Termin für den Winterreifenwechsel für ihr Auto auszumachen). Ich hänge Wäsche auf, die ich heut morgen angestellt habe, nehme die andere schon trockene Wäsche vom Ständer, falte und sortiere sie, übe Trompete, staube die Kinder immer mal wieder von den geräten weg und schicke sie nach draussen, mache mit dem Mann Abendessen, schaue mit dem Sterngucker Trolljäger und stricke währenddessen vier weitere Runden Socke.

Was mich erfüllt hat

Frühstück mit dem Mann und das Austüfteln eines Planes für die Bewerbung seines Gongkurses. Ich mag Pläne, Struktur und Lösungen für etwas finden. Den Regen auf meinem Gesicht gespürt. Die Bowl mit Hirse, Kichererbsen und Süßkartoffeln. Der sich wild ausgesäte Feldsalat im Garten.

Konsumauszeit

Keine Impulse gehabt, etwas zu kaufen, aber Post bekommen: eine Bestellung von Grundstoff mit Klamotten für mich (eine Sweatjacke, Schlüppis und ein Unterhemd), die ich letzte Woche bestellt hatte.

Gelesen

Eine Leserin hat mir den Tipp gegeben, doch bei ihrem aktiven Pastor auf Instagram mitzulesen. Gunnar Engel hat gerade ein Buch beim SCM Verlag veröffentlicht. Das habe ich mir vor ein paar Wochen bestellt und lese es gerade: Follower.

„Hinhabe an das, was ist“ – Karin Drawings, deren Zeichnungen und kleinen Texte ich sehr mag, schreibt auf Instagram über Hingabe an das, was ist als Kommentar zum Zeitgeschehen.

Dem Sterngucker lese ich nach einer kleinen Massage weiter aus Ronja Räubertochter vor.

Gehört

Die Weihnachtslieder aus meiner Trompete (uah). Schnappschuss vom Sterngucker.

Dankbar

Eine Kundin bezahlt eine Rechnung und legt noch Teegeld drauf, eine Blogleserin überweist einfach so eine (für mich) große Summe Geburtstagsgeld – ich fühle mich reich beschenkt! Geburtstagsgeld kommt auch von meinen Eltern. Ich möchte mir davon eine neue Winter- oder Walkjacke kaufen.

Notizen

Im Garten haben sich die Erdbeerpflanzen vermehrt. Was tut man eigentlich mit Erdbeerpflanzen? Muss man sich da irgendwie drum kümmern? Alte Pflanzen weg, neue stehen lassen? Oder überlasse ich sie einfach sich selbst (wie meine Walderdbeeren)?

Der Mann hat heute neue Marmelade gekocht. Wir haben im Sommer die Beeren aus dem Garten eingefroren. Daraus kocht der Mann immer mal Marmelade, damit wieder Platz wird im Gefrierfach.

Jeden Tag zieht sich der Mann für ca 30-45 min in sein Zimmer zurück und macht seine Meditation. Heute kam er schnaufend wieder. Aha. Weil er nicht mehr ins Fitness-Studio kann, trainiert er wieder mit seinen Kettlebells.


Hat dir der Beitrag gefallen? Wie StrassenkünstlerInnen der Hut, steht hier im Blog eine Teekasse. Nur eben virtuell. Wenn du magst, kannst du mir einen Tee ausgeben. Oder Farben und Papier. Danke für die Wertschätzung <3

2 Kommentare

  • Christina

    Liebe Ramona,
    ich lese schon lange bei dir mit und habe, glaube ich, noch nie kommentiert. Aber heute muss ich doch mal schreiben. Ich spiele schon seit 43 Jahren Trompete ( hab mit 7 angefangen) und hab bei deinem Foto gedacht, du brauchst dringend einen Notenständer. So kann man nicht gut üben, wenn man so runtergucken muss, da gewöhnt mal sich keine gute Haltung an…
    Falls du noch keinen hast, wäre das ja ein schönes Weihnachtsgeschenk :) aber ohne geht meiner Meinung nach wirklich gar nicht.
    Ich wünsche dir einen schönen Geburtstagmonat und ganz viel Spaß beim Trompetespielen, bei uns ist es gerade wieder verboten worden öffentlich zu spielen, auch draußen.
    Bleibt schön gesund, viele Grüße aus Nordhessen,
    Christina

  • Jademond

    Liebe Christina, ich habe einen Notenständer und übe meistens auch damit und achte auf meine Haltung. Gerade am Anfang. Das war wirklich nur ein Schnappschuss mitten im Familienchaos.

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