_Alltag

Tagebuch im November 2020 – Donnerstag 19.11.

Donnerstage gehen immer am schnellsten vorbei, weil ich da ausser Haus arbeite. Meistens nutze ich die wenigen Stunden am Morgen für organisatorische Dinge und bin dann den ganzen Tag unterwegs. Heute Morgen hat noch die Sonne geschienen, am späten Vormittag begann es dann zu Regnen und wurde zum Abend hin zu einem richtig nass-kaltem Wetter, wo man froh ist, daheim am Ofen zu sitzen während draussen Regen und Wind ums Haus toben.

Was meinen Tag gefüllt hat

Als die Kinder im Bus sitzen, gehe ich eine Runde in der Morgensonne spazieren. Heute will ich mit den Kindern in der Schule Moosgärtlein basteln. Dafür brauche ich noch Moos und Äste, die ich im Wald hole. Hach, ist das schön, dieser kleine Sonnenspaziergang durch die Morgennebel und hinein in den Wald.

Zurück daheim setze ich mich gleich an den Laptop und erledige ein paar dringende Dinge bis ich 9:45 Uhr zur Schule fahre, um die LehrerInnen bei der Pausenaufsicht zu unterstützen. Das ist Elternarbeitszeit und wurde eingeführt, seit das Schulleben aufgrund der Corona-Regelungen komplizierter geworden ist. Die Gruppen pausieren getrennt auf dem Gelände und dürfen sich nicht mischen. Es wird viel auf Maske, Abstand und Hygiene geachtet. Immer drei Eltern unterstützen bei der Ausgabe von Spielgeräten, Desinfektion und bei der Aufsicht. So können die Lehrer auch mal aufs Klo, einen Kaffee trinken und Pause machen. Heute wurde das Angebot auch gut angenommen und gebraucht, sodass ich eine ganze Stunde lang gut beschäftigt war.

Ich mag dei Zeit sehr gern. Ich bekomme Einblick in ein Stück Schulalltag, freue mich über die phantasievollen Draussenspiele der Kinder und die Ideen, sich mit dem, was da ist zu beschäftigen. Heute hat eine Gruppe Kinder mit Laub-Rechen ein Lager geharkt. Mit Aussenmauer und Gängen. Die Kinder sind bei Wind und Wetter draussen, spielen auch mit Maske Fussball, und sind so voller Phantasie und kindlichem Im-Moment-Sein.

Zurück daheim arbeite ich weiter. Zwei Druckaufträge müssen zur Druckerei. Die Druckerei, die ich sonst immer nutze stellt gerade ihr System um, sodass plötzlich Lieferzeiten und Mengen nicht mehr wie gewohnt wählbar sind. Ich weiche auf eine andere Druckerei aus. Die Recherche kostet mich Zeit. Der Mann kocht derweil Mittag. Pünktlich zum Essen habe ich beide Druckaufträge fertig abgegeben. Es gibt Spaghetti mit Tomaten-Champignon-Sosse. Mir fehlt ein frischer Salat, aber wir haben keinen eingekauft.

Dann fahre ich wieder zur Schule. Zuerst habe ich Nachmittagspausenaufsicht, dann meinen Bastelkurs. Zuerst hole ich den Apfelbeutel mit den Äpfeln für die Apfelpause und lege sie schon zum Bastelhäuschen zusammen mit den Materialien fürs Moosgärtlein. Dann gehe ich ins Büro und checke die Kursliste. Die abwesenden Kinder markiere ich als entschuldigt. So geht kein Kind verloren. Heute hole ich noch die Holzplatten für die Moosgärtlein in der Holzwerkstatt ab, die der Werkstattleiter extra für mich zurechtgeschnitten hat.

Eine Stunde lang schlendere ich durch das Gelände und habe ein Auge auf die Kinder. Manchmal entstehen kurze Gespräche, manchmal braucht es ein paar schlichtende Worte oder eine Erinnerung an die Regeln. Nach der Pause beginnen die Nachmittagskurse. Ich hake die anwesenden Kinder in der Liste ab, dann machen wir es uns gemütlich im Bastelhäuschen. Die Mossgärtchenidee kommt gut an. Wir gestalten andächtig unsere kleinen Miniwelten, hören währenddessen Hörbuch und haben es richtig schön miteinander. Draussen regnet es immer mehr.

Nach dem Kurs fahre ich mit dem Sterngucker nach Hause. Der Mann ist gerade fertig mit seiner Meditation und seinem Kettlebell Training (als Ersatz für das Fitness-Studio). Dann bügelt er seine Sachen und fährt zur Gongsession zum Lanserhof. Wie jeden Donnerstag.

Es klingelt, und ich bekomme Überraschungsbesuch von der Lieblings-Nachbarin. Wir sitzen eine ganze Weile und ratschen. Dafür hatten wir schon lange keine Zeit. Ich geniesse das. Dann wird es Zeit, Abendessen zu machen. Ich wärme die Spaghetti vom Mittagessen für die Jungs auf. Mir selbst schnipple ich noch jede Menge Gemüse rein. Nach dem Abendessen spiele ich ein bisschen Trompete mit dem Wolf. Er übt gerade „He’s a pirate“. Dann schaue ich mit den Jungs Trolljäger und stricke ein wenig, dann ist Bettzeit für den Jüngsten.

Der Wolf hat noch eine Schulaufgabe zu erledigen. Dafür nehme ich mir Zeit, ihn dabei zu begleiten. Deutsch. Wortarten bestimmen.

Was mich erfüllt hat

Der wirklich schöne Bastelnachmittag und das werkeln mit Moos und Naturmaterialien, der Waldspaziergang zum Moos sammeln, der Nachbarinbesuch

Konsumauszeit

Nichts gekauft, keine Versuchung gehabt, aber eine handvoll schöner Sachen aus dem Nachbarinschrank bekommen. Danke!

Gelesen

Gemütlich durch das Buch „Hello Snow“ vom Bibliotheksstapel geschmökert, mir ein paar Rezepte markiert und die schönen Fotos und die Stimmung des Buches genossen. Winterbilder, klares und zurückhaltendes Design, schöne Fotos, Kure Texte und stilvolle Typografie. Zum Runterkommen.

Gehört

„Drachenreiter“ und „Sams“ während des Bastelkurses.

Dankbar

Heute bin ich dankbar für meine Regenhose, die mir jeden Donnerstag so gute Dienste erweist, den Werkstattleiter für die gesägten Grundplatten, den harmonischen Bastelnachmittag, eine Karte einer Leserin und Kursteilnehmerin, den Mann, der mir Gutes wünscht, die Tochter, die mir immer wieder Herzchen schickt, die Nachbarin

Notizen

  • In der Post waren meine Belegexemplare des Handschrift-Magazins. Immer noch ein schönes Gefühl, da als Autorin tätig zu sein.
  • Der Mann hat heute wieder eine neue Folge seines Podcasts aufgenommen. Hier findest du alle bisherigen Folgen.
  • Der Sterngucker hat seine Regenjacke wiedergefunden. Sie war in der Fundkiste der Schule.
  • Auf Instagram habe ich die schöne Idee eines Dankbarkeitsadventskalenders entdeckt: #kalenderderdankbarkeit
  • Hier kannst du dich für den Kreativen Adventskalender auf meinem Kallimagie-Blog eintragen

Hat dir der Beitrag gefallen? Wie StrassenkünstlerInnen der Hut, steht hier im Blog eine Teekasse. Nur eben virtuell. Wenn du magst, kannst du mir einen Tee ausgeben. Oder Farben und Papier. Danke für die Wertschätzung <3

Eine Antwort schreiben

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.