_Alltag

Tagebuch im November 2020 – Donnerstag 5.11.

Heute hab ich richtig tolle Entdeckung gemacht an diesem novembergrauen Tag, die ich gern mit dir teile. Im Text gibt es viele schöne Links und Empfehlungen. Alles selbst entdeckt, dass muss man ja heutzutage dazusagen. Der Tag war produktiv, mental/emotional etwas wackelig (mein System schwingt zwischen angespannt und erschöpft). Heut morgen habe ich in mein Journal geschrieben, was ich alles zu tun habe und was ich alles gern tun würde. Da kam mir der Glaubenssatz „Erst die Arbeit, dann das Vergügen“ in den Sinn. Ich habe mich ganz bewusst dafür entschieden, das Vergnügen einfach auch Teil des Tages sein zu lassen. Eine lange Mittagspause, ein kleiner Spaziergang, ein Besuch in der Bibliothek.

Was meinen Tag gefüllt hat

Ich bin motiviert aufgestanden, obwohl ich mich etwas verknautscht gefühlt habe. Die Schmerzen in meiner Hand am Morgen sind zwar besser geworden, seit ich beim Osteopathen war, aber eben nicht weg. Ich schreibe noch im Bett meine Morgenseiten. Nach dem Frühstück mache ich mir einen Ingwershot (aus Orangensaft, Zitronensaft, Honig und Ingwer). Der soll die anschleichende Erkältung fernhalten. Ich trinke über den Tag verteilt immer mal ein Schlückchen davon. Heute ist es grau, weshalb ich den Ofen anheize.

Meinen Bürotag beginne ich mit der Auszahlung des Taschengelds für die Kinder. Ich war ja gestern bei der Bank. Momentan bekommen die Kinder soviel Geld, wie sie alt sind. Der Sterngucker 8 Euro, der Wolf 12 Euro. Davon geht jeweils 1 Euro in einen extra Umschlag, der Geldmagnet (darüber hat der Mann bei Alex Fischer gelesen. Seit dem haben wir alle einen). Das andere Geld dürfen sie sparen oder ausgeben. So richtig bin ich von dem so-alt-wie-das-Kind-ist-Konzept nicht mehr, seit ich einmal ein paar kritische Anmerkungen dazu gelesen habe (die Dinge kosten für einen 8jährigen genauso viel wie für einen 12jährigen, war eines der Argumente).

Die meiste Zeit des Vormittags verbringe ich mit Korrekturen zum Textura-Kurs. Ich drucke mir die Übungsblätter der TeilnehmerInnen aus und gebe per Video Feedback und Anmerkungen. Die lade ich dann wieder in die Facebookgruppe hoch. Das nimmt mehr Zeit in Anspruch als ich dachte. Dafür gab es einen netten Kommentar am Abend:

„Tausend Dank für die präzisen, einleuchtenden, praktikablen und ermutigenden Anmerkungen!“

Ich arbeite ausserdem an zwei finalen Durchgängen für Veranstaltungsflyer für Prana Jio, eine Yogaschule mit Ausbildungen in ganz Deutschland. Dann checke ich mein Konto. Das mache ich täglich. Da muss ich etwas umbuchen, weil die Schule abgebucht hat. Ausserdem hat mir gestern meine Steuerberaterin geschrieben, wieviel Umsatzsteuer für das letzte Quartal fällig ist und ihre Rechnung geschickt. Die überweise ich. Zum Thema Steuern zahlen fällt mir ein Zitat aus dem letzten Podcast von Madame Moneypenny ein:

„Steuern zahlen ist gut. Dann weisst du, dass du auch Geld verdient hast“

Zum Mittagessen kocht der Mann Tagliatelle (Gürtelnudeln, wie sie der Sterngucker mal genannt hat) mit Spinat-HaferSahnesosse. Weil die Kinder keinen Spinat mögen, kredenzen sie sich eine Tomatensosse zu den Nudeln. Nach dem Mittagessen machen wir eine kleine Pause. Wir lesen eine Runde, die Kinder haben sich zurückgezogen und basteln.

Ich arbeite noch etwas am Buch der Möglichkeiten. Es soll bald fertig sein, ich verzettele mich aber mit meinen vielen Ideen, die ich noch habe. Hier muss ich mich ausbremsen und es für fertig erklären. Ich schicke es morgen zur Korrektur (so der Plan) und dann in die Druckerei. Hier kannst du dir schon ein Druckexemplar reservieren (und durch deine Vorbestellung gleichzeitig den Druck finanzieren, damit ich nicht alles vorschiessen muss)

Am Nachmittag fahre ich mit den Jungs zur Bibliothek. Danach mache ich einen kleinen Abendspaziergang. Es scheint zwar keine Sonne mehr, aber ich bekomme noch etwas Frischluft. Eigentlich wollte ich heute eine Runde Laufen. Naja.

Der Mann ist zum Tegernsee gefahren – seine wöchentliche Gongstunde im Lanserhof. Zum Abendessen gibt es Mais Bohnen Salat (legendär! – sagt der Wolf) und Tomate-Mozarella-Ciabatta-Semmeln für den Sterngucker und den Nachbarsfreund. Ich esse noch einen Hirsebratling, Salat und Brot.

Ich schaue mir die Lesson 3 von The Joy of Collage mit Lynn Whipple an. Ich mag daran die kurzen Videos. 15 min kann ich gut in einen Tag reinschieben, ohne mich gestresst zu fühlen, nicht hinterher zu kommen. Jetzt will ich noch Zeit zur Umsetzung finden.

Was mich erfüllt hat

Auf dem Weg zur Bibliothek die Silberreiher auf den Wiesen und der herbstliche Laubwald. Sogar ein bisschen blauer Himmel war kurz zu sehen. Am Abend hatte ich eine kleine Pause und konnte eine ganze Weile einfach nur sitzen und im Adventsbuch (siehe unter „gelesen“) blättern. Eine Tasse Grüntee. Der nette Kommentar zu meinen Textura-Korrekturen.

Konsumauszeit

Heut morgen habe ich entdeckt, dass es einen Zoom-Workshop von Betti Soldi geben wird. Auf englisch und japanisch.

Wie gut, dass der Kurs etwas umständlich zu buchen ist, sonst hätte ich vermutlich draufgeklickt. Stattdessen habe ich beschlossen, mir „Inkspired“, das Buch von ihr, nochmal anzuschauen und mich inspirieren zu lassen.

Gelesen

12 Seiten im Buch „Meander, Spiral, Explode – Design and Pattern in Narrative“ von Jane Alison. Ich bin noch beim Vorwort, was allein 20 Seiten lang ist. Das hatte ich neulich schonmal zur Hand genommen, als ich auf meine Corona-Testung wartete. Ein Buch, was ich mir selbst nie gekauft hätte, aber eine Blogleserin hatte es doppelt, und hat es mir geschickt. Die Autorin geht Mustern in der Erzählung nach und fragt sich, ob es ausser dem klassischen Spannungsbogen noch andere Möglichkeiten gibt, Geschichten zu erzählen. Dazu beobachtet sie das Leben und die Natur.

„Text comes from textere, after all: to weave.“ Hier musste ich an meinen laufenden Textura-Kurs denken. Die Schrift heisst ja genau deshalb so, weil sie den Charakter einer Textur, eines Gewebes erzeugt. Ich mag es, wenn sich Sinn und Bedeutungen so verbinden. Kalligrafie, Musik, Poesie, Architektur, Natur, Handwerk – es gibt so viele Übereinstimmungen, Zusammenhänge und Parallelen.

„So many other patterns run trough nature, tracing other deep motions in life. Why not draw on them, too?“

Am Nachmittag war ich mit den Jungs in der Bibliothek. Neben 8 Hörspielen und 4 Brettspielen habe ich mir noch 5 Bücher mitgenommen zum Schmökern und inspirieren lassen. Eins davon habe ich gleich nach dem Abendessen angeschaut und darin so viele leckere Rezepte und Geschenk-/Deko-Ideen gefunden. Ganze 12 Einmerker habe ich mir in das Buch „Mein schönster Advent“ von Kerstin Niehoff und Laura Fleiter geklebt. Mal sehen, was davon ich umsetzen werde. Auf jeden Fall gefallen mir die Rezepte, Fotos und Ideen. Wer die beiden Autorinnen ein bisschen kennenlernen möchte, schaut auf ihrem Blog „waldsinnig“ vorbei (den kannte ich vorher nicht). Tolle Entdeckung!

Gehört

Radio im Auto auf dem Weg zur Bibliothek mit den Jungs (da lief „Wish you were here“ von Rednex. Leider hatten die Jungs kein Verständnis für meine Sentimentalität :)

Dankbar

Heute war ich tatsächlich sehr dankbar für unseren Speiseplan, den ich Anfang der Woche aufgestellt habe. Es tut gut, nicht jeden Tag hungrig zu überlegen, was wir essen wollen und dann grübelnd vorm vollen Kühlschrank zu stehen. Mir ist aufgefallen, wie oft wir doch in der Küche stehen und Essen für uns und die Bande zubereiten. Ob das schon immer so war? Oder ob da einfach etwas Brot und Butter stand und jeder sich genommen hat. Oder ob es nur zweimal am Tag etwas gab und sich dann eingeteilt werden musste. Wie haben die Menschen früher, als der Wohlstand noch nicht so verbreitet war, hungrige Teenager satt bekommen? Hatten die auch nächtliche Fressanfälle? Die müssten doch noch größeren Hunger gehabt haben, weil sie sicher körperlich aktiver waren.

Ich war auch dankbar für meine Pausen und dafür, dass die Bibliothek offen hat und wir hingehen können. Und für die lieben Kommentare zu meinem Alltagsgeblubber.

Notizen

Auf meiner Wunschliste steht eine schöne Kette. Ich stelle mir etwas zeitloses, schlichtes und „erwachsenes“ vor. Mein Schmuckwunsch war allerdings etwas unkonkret, da konnte der Mann nichts damit anfangen. Also habe ich ein bisschen geschmökert und wurde  bei Tiffany fündig. Nun haben wir beschlossen, dass wir gemeinsam mal zu Tiffany in München gehen und mir eine schöne edle Kette aussuchen. Derweil spare ich meine Geburtstagsgelder. Hui! Der Mann will mit mir den Film Breakfast at Tiffany’s schauen, auch wenn ich gar nicht weiss, ob der überhaupt was mit dem Schmucklabel zu tun hat.

Caro hat ein schönes Zauberlicht zum Adventszeit erleuchten. Hier gibt es die Vorlage zum runterladen und auf Transparentpapier ausdrucken. 

Da ist mir auch meine Anleitung für die Faltlaterne wieder eingefallen. Jedes Jahr ein Klassiker zum Lichterfest. Dieses Jahr gibt es wohl keine Martinsumzüge. Stattdessen habe ich gelesen, dass man rund um St. Martin ein Licht ins Fenster stellen und selbst Licht sein kann


Hat dir der Beitrag gefallen? Wie StrassenkünstlerInnen der Hut, steht hier im Blog eine Teekasse. Nur eben virtuell. Wenn du magst, kannst du mir einen Tee ausgeben. Oder Farben und Papier. Danke für die Wertschätzung <3

Ein Kommentar

  • Micha

    Doch, doch, der Film hat was mit der Schmuckmarke zu tun ;-), ist auf jeden Fall empfehlenswert. Ich bin ja eigentlich nicht so der „Schmucktyp“, aber ich spiele auch mit dem Gedanken, mich mit etwas Schönem zu beschenken. Vielleicht schaue ich auch mal bei Tiffany vorbei.

    Ganz liebe Grüße,
    Michaela

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