_Alltag,  _Ferien

Tausend Geschenke – Montagsgedanken

Die letzten Sommertage vergingen wie im Fluge. Es ist doch etwas anderes, wenn die Kinder da sind, der Rhythmus sich so vielen Bedürfnissen fügt. Nun ist auch der Sterngucker wieder von seinem Oma-Ausflug zurück. Ich fühle mich, als hätte ich keine Ferien gehabt, als bräuchte ich Urlaub. Die Wochen waren innerlich anstrengend, ein stetes Ringen um meine Stabilität. In den letzten Tagen geht es mir ganz gut. Ich fühle mich wieder mehr in meiner Mitte, verbunden und in meiner Kraft. Nein, einen Marathon könnte ich nicht laufen, aber den Alltag bewältigen ohne mich zu fühlen, als würde ich nichts schaffen.

Nach dem schönen Restaurant-Abend mit dem Mann habe ich wieder angefangen, meine täglichen Spaziergänge zu machen. Das macht so einen Unterschied! Wie konnte ich so etwas Essentielles vergessen? Gestern habe ich sogar einen kleinen Lauf gewagt. Das war dann fast schon wieder zu viel. Aber ich taste mich vorsichtig ran. Ein Schwingen. Vor, zurück, vor, zurück. Heute kam mir der Gedanke wieder (er ist nicht neu), dass ich in Zyklen leben. Nicht der Monatszyklus. Sondern jene zwischen Verbundenheit und Getrenntsein, zwischen Aufsaugen und Lernen und Integrieren und Aufnahmestop. Zeiten von Struktur und Ordnung und Zeiten von Nachlässigkeit, Chaos und Gehenlassen.

Inspirierende Lektüre

Nachdem ich das großartige „Was man von hier aus sehen kann“ gelesen habe, konnte ich erst mal ein paar Tage nichts neues anfangen, weil die Geschichte erst in mir ausklingen wollte (hat sie noch nicht. ich habe überlegt, das Buch gleich noch einmal zu lesen). Dann habe ich doch zwei neue Bücher begonnen. Als Hörbuch „Alte Sorten“ und als Lesebuch „Tausend Geschenke“ (eine Leihgabe einer Blogleserin). Beide Bücher beeindrucken mich auf ganz eigene Weise. Das Hörbuch höre ich momentan auf meinen Abendspaziergängen und beim Kochen, das Lesebuch lese ich abends vorm Einschlafen. Neulich schrieb ich dazu auf Instagram:

„Können wir uns wirklich dafür entscheiden, unser Inneres mit all dem zu füllen, das er uns schenken will?“ – ein Satz aus dem Buch ‚Tausend Geschenke‘ von Ann Voskamp, der mir gerade nachgeht. Kann ich auch all das Schwierige im Leben in Dankbarkeit annehmen und darauf vertrauen, dass es ein Puzzlestück im großen Ganzen ist? Die Depression, die Panik, die Pandemie und Verluste. Kann ich trauern und wütend sein, mich gegen Ungerechtigkeit erheben und dennoch dankbar sein für diese Geschenke, die ich weder will noch verstehe?

Die Autorin ist auf der Suche nach Lebensfreude und Glück, nach einem Ausweg aus ihrer inneren Leere. Sie meint es in dem Wort Eucharisteo, was soviel wie Dankbarkeit bedeutet, zu finden, sucht aber nach praktischer Umsetzung im Leben. Denn nach schweren Schicksalschlägen fällt es ihr schwer, an einen guten Gott zu glauben.

„Kannst du eine Liste schreiben mit tausend Dingen, die dir kostbar sind?“

Sie beginnt, Dankbarkeit zu üben und zu praktizieren, weil sie der Meinung ist, dass man Dankbarkeit lernen kann. Eucharisteo lernen zu können. Sie startet eine Liste mit tausend Dingen, die ihr kostbar sind. Tausend Segnungen in ihrem Leben, Tausend Gaben. Nicht die weite Reise nach Indien, sondern direkt vor ihrer Nase im Alltag mit ihren 6 Kindern auf einer Farm in Kanada.

Zeit mit dem Wolf

Bevor der Sterngucker nach Hause gekommen ist, waren wir mit dem Wolf noch zum Sushi essen. Er hatte sich gewünscht, mit uns beiden Essen zu gehen. Also waren wir beim Running Sushi in Rosenheim und haben uns am All-you-can-Eat-Buffet den Bauch vollgeschlagen. Das hat dem Wolf so richtig gut gefallen. Danach waren wir noch ein bisschen in der Stadt bummeln. Das war eher nicht so seins. Da wurde er dann bald ungeduldig.

Am Nachmittag hatte ich noch eine Trompetenstunde. Ich habe den Wolf gefragt, ob er mitkommen möchte und Überraschung, er wollte. Gemeinsam waren wir dann 1,5 h Trompete spielen und es hat so Spaß gemacht, obwohl ich noch gar nicht viel kann. Ich bin so froh darüber, dass ich mich entschieden habe, mich nochmal auf etwas völlig Neues einzulassen und zu lernen.

Gartenliebe

Im Garten habe ich nun viel zurückgeschnitten und rausgerissen. Zwischen den Erdbeerpflanzen wachsen ein paar wenige dünne Lauchstengel, die den Schneckenfraß überlebt haben. Ich habe die letzten Kartoffeln geernet und freue mich über die blühenden Sonnenblumen, die wir vor den Schnecken retten konnten, weil eine liebe Blogleserin Schneckenkragen für die Pflanzen per Post geschickt hat. Tausend Dank (eine persönliche Danke-Post kommt noch!).

Im Beet mit der wilden Rauke geht es üppig zu. Ich hatte sie im Frühjahr ausgesät und mich geärgert, dass nicht nur die Schnecken den Pflanzen zusetzen, sondern auch die Erdflöhe. Ganz verlöchert und unansehlich waren die Blätter. Aber nun haben sie sich erholt und wuchern kräftig im Beet herum.

Ganz besonders aber freut mich mein Weißdorn, der langsam rote Beeren bekommt. Weißdorn ist mir seit dem Frauencamp 2016 eine Herzenspflanze geworden. Wenn ich in der Nähe bin, bekomme ich direkt eine kribbelige Aufregung und verspüre tiefe Zuneigung. Das fasziniert mich. Wie man in einen Baum verliebt sein kann. Auch die Brombeeren sind für mich solche Flüsterwesen, aber mit einer ganz anderen Energie.

Was gut tut

  • ein aufgeräumter Schreibtisch
  • Kürbiskerne mit dunkler Schokolade und Fleur de Sel
  • Abendspaziergänge und eine erste sanfte Laufrunde
  • Fledermäuse, die im Halbdunkel um mich herumflattern
  • Trompete üben
  • Liebe Worte zu virtuell ausgegebenem Tee in der Teekasse und wertschätzende Überweisungen zum August Art Journal, obwohl das Angebot grundsätzlich kostenlos ist. <3 Danke!
  • Äpfel von der Streuobstwiese, aus dem Garten von Freunden, im Gemüsabo, in der Spätsommersonne leuchtend an den Bäumen gegenüber
  • Tomaten, Salate und Karotten aus dem Garten der Schwiegereltern
  • Vor ein paar Monaten habe ich das erste mal in ETF’s investiert und einen Sparpaln angelegt. Seit Eröffnung meines Depots ist mein „Gewinn“ schon um 20,17€ gestiegen. Ich weiss, dass es eine langfristige Sache ist, aber solche Zahlen machen mir Freude (und noch mehr freut mich, dass ich den Mann inspiriert habe, auch (wieder) einen Sparplan in ETF’s anzulegen). Mehr dazu kannst du übrigens lernen, wenn du bei Madame Moneypenny im Blog, auf Instagram und im Podcast folgst und ihr Buch „Wie Frauen ihre Finanzen selbst in die Hand nehmen können“ liest.
  • Ich beschäftige mich gerade mit der Integration eines Mitgliederbereichs auf meiner Website. Ich habe mitlerweile eine gute Anzahl an Onlinekursen, die ich von Anfang an mit Bordmitteln auf meiner eigenen Website zur Verfügung stelle. Nun ist es an der Zeit, den nächsten Schritt zu machen. Deshalb schaue ich mir gerade Digimember an und tüfftle an der Integration und Verknüfung mit Digistore.
  • Heute kam die erste Meldung zum Verkauf des Schriftkurses im September. Hui! Das ist jedesmal wieder aufregend.
  • Das tägliche Zeichnen und Teilen im August Art Journal macht mir so Freude. Noch 7 Tage, dann geht der August zu Ende. ich überlege noch, was ich aus dieser Erfahrung mit in die nächsten Monate tragen kann. Die Teilnehmerinnen sind großartig!

Hat dir der Beitrag gefallen? Wie bei StrassenkünstlerInnen der Hut, steht hier im Blog eine Teekasse. Nur eben virtuell. Wenn du magst, kannst du mir einen Tee ausgeben. Oder Farben und Papier. Danke für die Wertschätzung <3

Ein Kommentar

  • andrea

    wenn ich schreibe: ‚ du machst das gut!‘ im sinne einer werschätzung, ist das dann eine anmassung? ich bin gerade im tal des zweifelns unterwegs. gleich wandernd (:

Eine Antwort schreiben

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.