_Alltag

Trübe Wochenmitte | angespannt, schlapp, müde

Das miesepetrige Wetter unterstreicht sehr gut meine derzeitige Stimmung. Das ist vielleicht auch ein dramaturgisches Stilmittel, wie im Film der Regen auf Beerdigungen. Aussen ist es kalt, die Stimmung im Haus angespannter als sonst. Der Wolf ist gestresst vom baldigen Schulbeginn, der Sterngucker langsam etwas unausgeglichen von fehlenden Kontakten und Abwechslung. Wir Erwachsenen sind auf unsere Arbeit konzentriert, die Kinder laufen so nebenher. Kein befriedigender Zustand. Momentan liegt aber auch echt viel an. Wir haben Aufträge (was schön ist!) und mein Onlinekurs läuft gerade (was auch schön ist!). Doch ist es wirklich ein Jonglierakt, das alles in einen Tag zu bekommen, Prioritäten zu setzen, Grenzen zu wahren und zu verteidigen, innen drin klar zu sein. In mir drinnen tobt immer noch und immer wieder ein emotionaler Tumult, flammt mal wieder auf, ebbt ab und kostet mich Kraft. Zwar schaffe ich es immer, mich zu regulieren, dennoch brodeln diverse belastende Themen unter der Oberfläche und blubbern hoch. Schwebezustände, ungeklärte Konflikte, Warten auf eine Nachricht,  Warten auf Zusagen und Informationen, Sehnsucht nach Klärung, Harmonie und Versöhnung. Gleichzeitig erlebe ich ein freudiges Hoch: wertschätzendes Feedback, freudige Antworten auf mein Wirken, Vertrauen, Liebe und Zuwendung. Eine faszinierende Mischung, die mich in ihren Extremen fordert, aber auch lebendig macht.

2011 | Ramona verteitigt ihre Flagge auf dem Spielplatz in Freiburg Vauban :)

Catch the flag

Gestern hatte ich am Abend meine Sensory Awareness Stunde. Mein wöchentlicher Anker. Trotz technischer Ausfälle empfand ich die Stunde wieder sehr ausgleichend und regulierend. Ich habe mich weit und erhaben gefühlt, Zusammenhänge meiner Haltung erkannt und mich gut gespürt. Ich habe es das „Catch the Flag“-Gefühl genannt. Catch the Flag, das ist ein Spiel, was ich vom Gatkacamp kenne und sehr gern gespielt habe. In dieser Art von Spielen kann ich total aufgehen, mich meiner Mannschaft hingeben und die Flagge verteitigen. Da bin ich fokussiert, ganz im Moment und habe ein klares Ziel vor Augen. Ich bin Teil eines Grossen ganzen und kann all meine Kraft, Hingabe, Weisheit und Fähigkeiten einsetzen. Catch the Flag ist für mich persönlich ein Symbolbild für diese Mischung. Dieses Gefühl fehlt mir manchmal im Alltag, bei meinen Projekten und Aufgaben. Und da war es plötzlich wieder. Mitten im Sensory Awareness. In meinem Körper. Meine Flagge!

Das Gefühl ist auch da, wenn ich begeistert von etwas bin, wenn ich schreibe und Menschen an meinen Visionen, Ideen und Erkenntnissen teilhaben lasse. Wenn ich Feuer und Glut sein kann, für etwas brenne und ganz bei mir bin.

Langsamer Alltag

Heute brennt nicht so viel. Ich bin den ganzen Tag unterwegs gewesen, habe die Tochter zu zwei Terminen gefahren (Fahrprüfung. Bestanden! – Yeah! – und Zahnarzt), mich nach dem Mittagessen (Spaghetti mit Linsenbolognese) schlafen gelegt und komme nicht recht in die Gänge. Mehr als drei Scans und eine Email waren neben Leseübungen mit dem Jüngsten nicht drin, obwohl meine Aufgabenliste platzt: Artikel schreiben, Handout für den Onlinekurs, Videos, Beispielarbeiten. Während der Zahnarzt-Wartezeit habe ich einen Brief fertig geschrieben.
Es gibt auch wieder Zeiten, wo es besser läuft. Das weiss ich und damit ist auch so ein vermeintlich fauler Tag ok. Innehalten, Kraft tanken, gut zu mir sein.

Der Mann ist heute Abend zum ersten Mal wieder auswärts beim Arbeiten. Ich schaue gleich mit dem Sterngucker die Sendung mit der Maus. Nebenher wachsen Zeile für Zeile meine Powerflower-Mai-Socken von Ducathi, die mir eine Blogleserin geschenkt hat (das Abo für die Anleitung).

Kurz notiert

  • Dinge für die ich heute kein Geld ausgegeben habe, obwohl ich kurz davor stand: Steckerlfisch, Schokokekse.
  • Dinge, für die ich Geld ausgegeben habe: Auto tanken, eine Staudenstütze für meine weisse Pfingstrose, die bald blühen wird und die Last der Blüten nicht tragen können wird (Fehlkonstruktuion der Natur? Die roten Pfingstrosen halten das aus), Bobbins zum Aufspulen von Stickgarn
  • gelesen: einen Text über den Heiligen Geist im Andere Zeiten Magazin, Anselm Grün über die Frage nach unserer Liebe, einen wirklich guten Blogpost von Pia über die derzeitige Belastungssituation von Eltern
  • vorgelesen: Latte Igel
  • kreativ: Hier gibt es bis zum Freitag, 15.5. um 11:59 einen Wasserfarben-Onlinekurs kostenlos. Bei der Buchung einfach den Code WATERCOLOR eingeben. Ich werde mir den Kurs anschauen, momentan vertiefe ich mich aber in den Built Up Capitals Kurs von Yves Leterme, der gestern begonnen hat und kümmere mich um die Inhalte für meinen eigenen Kurs Schriftenteppiche.
  • gespielt: Dart mit der Familie (zweiter Platz!)
  • Reizwort dieser Tage: „Mama, kommst du?!“
  • bewegt: vom Auto ins Haus (gar nicht, also. Heute wäre eine Laufrunde dran. Aber ich kann mich partout nicht aufraffen. )

Hat dir der Beitrag gefallen? Wie bei StrassenkünstlerInnen der Hut, steht hier im Blog eine Teekasse. Nur eben virtuell. Wenn du magst, kannst du mir einen Tee ausgeben. Oder Farben und Papier. Danke für die Wertschätzung <3

 

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