_Alltag

Viertes Märzwochenende

Wie angekündigt, sind die Temperaturen nun wieder gesunken. Mit der Abkühlung kam Regen, am Sonntag morgen sogar Schnee. Auch am Wochenende wache ich früh auf. Manchmal lese ich dann noch im Bett, manchmal stehe ich schon auf. Dann folgt mir der Sterngucker und wir verbringen den Morgen miteinander bevor der Rest der Familie nach und nach folgt.

Samstag

Das Wochenende plätschert so dahin. Ich stricke und lese, richte mein neues Mahabuch für April bzw das nächste Quartal ein und  übertrage meine Braindump-Liste (das sind alle Sachen, die ich gerade auf dem Zettel habe und nicht vergessen will). Aus dieser Liste wähle ich mir dann immer die Punkte aus, die gerade am dringendsten sind oder die ich erledigt haben will. So verliere ich den Überblick nicht. Ich gehe die Liste regelmässig durch und überprüfe, was noch relevant ist und was sich eventuell von selbst erledigt hat.

Die Jungs dürfen einen Film schauen und zocken. Zum Mittag gibt es Gemüsesuppe. Die haben wir uns extra für die kühleren Tage aufgehoben zu kochen. Während meines Mittagsschläfchens auf der Couch backen die Jungs mit dem Mann Zitronenkuchen, weil Zutaten für einen weiteren Bienenstich fehlen. Drausschen regnet es, es ist trüb und kühl. Am Nachmittag mache ich einen kleinen Spaziergang und puzzle an unserem Puzzle weiter. Währenddessen gehen meine Gedanken auf Wanderschaft und denken über die Fähigkeit des Alleinseins nach. Gerade ploppen gefühlt überall Angebote gegen Langeweile hoch. Input allerorten in Form von kostenlosen Angeboten, Downloads, Kursen. Haben wir verlernt, Langeweile auszuhalten? Brauchen wir Zerstreuung und Ablenkung? Können wir nicht mehr mit uns selbst sein? Kann man das lernen? Das mit sich selbst sein und auch die eigenen Gedanken und Stille aushalten. Die vielen Gefühle fühlen…

Wir spielen eine Runde Tac, unser Familienweihnachtsgeschenk. Dann zieht sich der Mann für seine tägliche Meditation zurück. Ich bastle ein Klammermädchen für eine Schale mit Wortschnipseln für Schnipselpoesie. Die Anleitung von Danielle Donaldson ist aus einem der früheren Livejournal Kurse, die hier noch unbearbeitet rumliegen. Use what you have.

Wir spielen Tiere raten und Pantomime mit selbst ausgedachten Begriffen, die zu viel Spaß und Lachen führen, wenn man sie darstellt. Auf die Spiele sind die Kinder selbst gekommen. Zum Abendessen gibt es Reste der Gemüsesuppe, Pasta mit Tomatensosse und Rote Beete Salat. Danach schauen wir die Sendung mit der Maus und gehen nach und nach ins Bett.

Sonntag

Pantomime macht den Kindern so viel Spaß, dass wir es am Sonntag auch wieder spielen. Gleich nach dem Frühstück. Auch Tac, das Puzzle, mein Strickzeug und mein Buch begleiten uns durch den Tag. Am Sonntag morgen hat es geschneit, im Laufe des Tages kommt aber die Sonne raus und schmilzt den Schnee wieder weg. Es ist schön, aber kalt und windig. Ich gehe spazieren. Allein und später nochmal mit dem Mann. Sonntags ist auch der Tag, an dem ich meine Fastenzeitmail versende.
Später am Tag schaue ich mir eine Predigt von einem Bekannten meiner Schulzeit an, mit dem ich Abitur gemacht habe und in der Jungen Gemeinde war. Er ist Pfarrer in Niemegk. Das war schön und auch irgendwie vertraut, die ungewöhnliche Predigt anzuhören, Daniel mal wieder zu hören und zu sehen.

Wir essen Zitronenkuchen und Pfannkuchen, Kartoffeln und Joghurt mit frischem Schnittlauch und Salat. Zum Abendessen Linsensuppe, Rote Beete Salat und Brot. Am Abend telefoniere ich mit einer Freundin. Dann ist es 18 Uhr. Die Kirchenglocken läuten und die Bläser des Orten spielen Freude schöner Götterfunken aus ihren Häusern heraus. Ein berührender Moment.

Per Email und im Internet erhalte ich Meditationen gegen Angst, gegen Krankheit, gegen den Virus, gegen Weltverschwörung und was nicht alles. Ich möchte nicht gegen etwas meditieren, sondern für etwas. Liebe oder Frieden im Herzen. Ich kann auch in dieser Situation vertrauen, dass hinter allem ein höherer Sinn steht, den wir vielleicht (noch) nicht erkennen. Ja, wir haben Angst, ja es sind und kommen vielleicht schwere Zeiten. Ja, wir dürfen Jammern, überfordert sein oder am Rande unserer Kräfte. Aber im Widerstand sein, gegen etwas sein, verbraucht noch viel mehr unserer Energie. – Das sind nur Gedanken, die mich umtreiben und die ich hier mal aufschreibe, während sie in meinem Kopf weiterblubbern. Ich will damit nicht sagen, dass es mir immerzu gelingt geschmeidig durch jede Krise hindurchzuflutschen. Mitnichten.

 

2 Kommentare

  • Heidi

    Danke für den Verweis auf das Eigene…zu spüren und zuzulassen. Und danke für den Hinweis, dass gegen etwas kämpfen soviel Kraft verbraucht.
    Manchmal braucht es die Erinnerung.
    Liebe Grüße, Heidi

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