Bemerkenswert

Bemerkenswert

Heute gibt es ein spätes Bemerkenswert. Das Wochenende war wieder voller Bauschaffen. Der Lehmputz trocknet vor sich hin. Langsam ahnt man schon etwas von der späteren Wandwarbe, obwohl noch 2 Schichten Lehm drüber kommen. Durch die Wandheizung und die hohe Feuchtigkeit ist es jetzt wie in einem Gewächshaus im Haus.

***

Heute habe ich keine spaßigen Links aus der vergangenen Woche. Und ich hätte den Titel auch eher nicht bemerkenswert nennen sollen, sondern traurig. Oder sowas in die Richtung. Sicher hast du es schon an der ein oder anderen Stelle gelesen. Wie es den Hebammen geht. Wie schlimm es eigentlich mittlerweile um die Geburtshilfe in Deutschland steht. Daß nicht mehr Flächendeckend geburtshilfliche Versorung gewährleistet ist. Von Selbstbestimmung kann noch weniger die Rede sein.

Hier steht der Artikel über das Versicherungsdilemma der Hebammen.

Und hier einige Bloggerinnen zum Thema:

Mich machen solche Entscheidungen ja oft sprachlos, hilflos und wütend. Ich beschäftige mich zu wenig mit politischen Vernetzungen und Entscheidungen, weil ich es so komplex finde und einfach nicht verstehe. Aber noch weniger verstehe ich, die Haltung, die Motive hinter solchen Entscheidungen. Da bin ich wahrscheinlich echt naiv. Haben die Menschen, die solche Entscheidungen treffen, selbst keine Kinder? Keine Frauen? Mütter?
Meine Hebammen waren für mich mehr als nur Geburtstbegleiterinnen. Sie waren über die gesamte Schwangerschaft Freundinnen, Zuhörerinnen, Seelsorgerinnen, Angst-Nehmerinnen. Hebammen sind weise Frauen. Ist es jetzt so wie früher, daß man Angst vor ihrer Kraft haben muss und ihnen das Handwerk legen? Heute halt nicht mehr mit Hexenverbrennungen, sondern eben mit den Mitteln dieser Zeit?

Schlimm. Wirklich schlimm.

2 Gedanken zu „Bemerkenswert

  1. Liebe Ramona,

    man / Du musst da gar keine Zusammenhänge verstehen… Dein Vergleich mit der Hexenverbrennung ist real… und Zusammenhang genug… auch in der heutigen Zeit – und bleibt bei dem Thema Geburt nicht stehen.
    Es ist einfach nicht gewollt in unserer (patriarchalen) Gesellschaft, dass Frauen in autonomer Form leben (es gibt weitere Bereiche: bildungsferne Schichten, ADS / ADHS – und die damit verbundene eklatante Zunahme der Psychopharmaka und Erweiterung der Symtome im ICD, „Zugezogene“ um nur einige zu nennen. Was würde wohl mit dem Staatsapparat geschehen, hätten wir keine Arbeitslosen, keine unterbezahlten Arbeitskräfte? Wohin mit den Verbeamteten, den Staatssubventionen an die Firmen?)
    Man kann das Thema „selbstbestimmte Geburt“ weiterspinnen: Wozu werden den Babys nach der Geburt Blut abgenommen? Gentest? Wozu Silbernitrat? Vorbeugung einer Bindehautentzündung? Wozu Impfungen wenn das Immunsystem der Kleinen noch gar nicht arbeitet? Pharmaindustrie? Die Kontrolle, die eine Geburt im Krankenhaus (von Staatswegen) mit sich bringt gleicht dem von Dir erkannten Hexenverfolgungen….(gleiches gilt für die Vorsorgeuntersuchzngen (Ultraschall ist Pflicht) und die sog. Familienhilfen nach der Geburt)
    Wie bei allen Politisch / Wirtschaftlich / Bildungs- und Aufklärungsthemen bleibt, meines Erachtens, nur eine Aussage: Wir leben im Medienzeitalter, was bedeutet, dass jeder, aber auch wirklich jeder die Möglichkeit hat, sich alle nur erdenklichen Informationen zu besorgen um damit ein Menschen- und Umweltgerechtes Leben zu führen. Dazu brauchen wir keine Aufklärung sondern erneut nur den Wunsch / Willen keine Schafe zu sein sondern eben die Selbstbestimmten Wesen, denen Verantwortung kein Fremdwort ist, die wir sein können.
    Traurig oder wütend brauch man da garnicht werden und Du erstrecht nicht… mit Deiner Art zu Leben, mit Deinem Blog und den damit verbreiteten Gedanken(anstößen).
    Auch wenn ich diese Gefühle, bis hin zu den Ohnmachtsgefühlen nichts bewegen / ändern zu können nur all zu gut kenne – bewegen wir weiter im „kleinen“ wozu die „großen“ nicht willes oder fähig!
    Einen sonnigen, herzenswarmen Tag Dir
    R.

  2. Hallo Ramona,

    die Gründe sind sicher vielschichtig. Die Frage ist jedoch, was tun? Auf der Seite des Hebammenverbandes ist ganz ganz unter ein Musterbrief, den man an den Abgeordneten seines Wahlkreises senden kann (soll!). Nicht ganz gelungen (finde ich) – aber als Vorlage sehr gut.

    Außerdem findet sich dort ein Link, der zu einer Petition an den Gesundheitsminister Hermann Gröhe führt: https://www.change.org/de/Petitionen/lieber-herr-gröhe-retten-sie-unsere-hebammen

    Ich hätte beides fast übersehen, daher hier noch mal der Hinweis. Ist nicht viel, aber besser als nichts zu tun. Danke für’s „Aufmerksammachen“.

    Viele Grüße
    Birgit

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.