gelesen :: Formbewusstsein

gelesen :: Formbewusstsein

„Wer ein Puzzle zusammenfügen möchte, der sucht im anfänglichen Durcheinander zurerst die Eckstücke. Sie bilden den Rahmen – eine Form – und innerhalb dieser Begerenzung lässt sich das Bild leichter vervollständigen.“ Mit diesen Worten beginnt Frank Berzbach sein Buch. In den folgenden sechs Kapiteln geht es um Beschränkung, Ernährung, Liebe, Medien, Kleidung und Besitz.

Formbewusstsein

Formbewusstsein, Eine kleine Vernetzung der alltäglichen Dinge, Frank Berzbach, Verlag Hermann Schmidt, 29,80 Euro*

Das Buch ist gut zu lesen, schön gestaltet und haptisch angesprechend. Es hat ein Lesebändchen und ein stimmiges Farbkonzept. Nichts anderes habe ich vom Hermann Schmidt Verlag erwartet. Ich mag die sinnliche und liebevolle Umsetzung der Bücher dieses Verlages.

Doch nun zum Inhalt. Der hat mich nämlich ebenso angesprochen wie die Form. Es geht um die kleinen Dinge im Alltag, die uns Kraft und Sinn geben können. Frank Berzbach zeigt auf, wie wir im Kleinen unsere Welt und Mitwelt gestalten können und sich das auf höherer Ebene auswirkt. Er schreibt darüber, wie heilsame Begrenzungen im Alltag helfen können, uns freier zu machen.

Im Laufe des Buches geht der Autor auf Schönheit in unserer Umgebung ein, ebenso wie achtsames Miteinander und liebevolle Beziehungen, auf Kleidungsstil und Mediennutzung, auf Wertschätzung und Besitz. Wenn ich mich achtsam kleide, dann schätze ich mich und andere. Es ist, genau wie die Art zu essen, eine alltägliche Form, mich selbst zu verwöhnen. Ich habe das Buch als Plädoyer für Selbstliebe, Wertschätzung und Achtung gelesen.

Was brauchen wir für ein gutes Leben?

Haltung und Gestaltung

Frank Berzbach beleuchtet die Art, wie wir Beziehungen führen, erkundet, was Liebe und Spiritualität sind und welche Werte wir leben wollen. Er schreibt über die wirklichkeitsverändernde Kraft der Bilder und die verschiedenen Arten der Medien, die wir konsumieren (und welchen Zweck sie erfüllen). Es geht auf vielen Ebenen um Qualität statt Quantität, um Tiefe versus Oberflächlichkeit. Immer wieder legt er eine aktive Haltung gegenüber unserem Alltag ans Herz. Denn erst, wenn wir unser Leben aktiv gestalten, haben wir auch Einfluss darauf; erst dann ist eine gesunde Verbindung zu den Dingen, die uns umgeben möglich.

Sei achtsam in dem was du sagst, isst, kommunizierst und konsumierst. Es formt deine Wirklichkeit.

Lieblingszitate

„Wir treten un einen bedachten Dialog mit den Dingen, wenn unser Verhältnis zu ihnen eine anspruchsvolle Form bekommen soll.“ (S.170)

„Äußere Begrenzungen bedingen oft innere Freiheiten.“ Sophia Stephani (S.13)

„Wer die Puzzlestücke des Alltags wacher betrachten möchte, der übernimmt die Rolle des Gestalters des eigenen Lebens – er nimmt die Haltung des Lebenskünstlers an. Jeder ist ein Lebenskünstler.“ (S. 14)

„In einer Überflusswelt verzichten zu können, macht uns frei und unabhängig.“ Anselm Grün (S.45)

„Der bewusste Verzicht schult die Wahrnehmung, …“ (S.46)

„Wer seine Essgewohnheiten verändert, der ändert sein ganzes Leben.“ Thich Nhat Hanh (S.53)

„Wir sind der Ausdruck zahlloser früher Umstände, die alle zusammengekommen sind, im uns in diesem gegenwärtigen Augenblick zu formen.“ Kristin Neff (S.70)

„Liebe ist kein Gefühl, sindern eine bestimmte Art, in der Welt zu sein und zu handeln.“ Brenda Shoshanna (S.78)

„Unser Verhältnis zu den Dingen muss neu geschrieben werden – es kann zum guten Leben beitragen.“ (S.146)

„Das Fasten ist gut geeignet,  das Verhältnis zu den Dingen zu erkunden.“ (S.160)

„Wir können durch Aufräumen, durch das Herstellen einer guten äußeren Ordnung, unsere Innenwelt kultivieren.“ (S.168)

 

 

Ein Gedanke zu „gelesen :: Formbewusstsein

  1. Das Buch klingt interessant liebe Ramona. Ich merke es mir mal, vielleicht kommt es auf meine Geburtstagswunschliste.
    Ich wünsche dir und deiner Familie frohe und gesegnete Weihnachten und danke dir für deine interessanten und inspirierenden Artikel.
    Liebe Grüße
    Sternie

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