gelesen :: Heiliger Alltag

gelesen :: Heiliger Alltag

Meine neu entdeckte Leseroutine mag ich wirklich sehr. Seit meinem Geburtstag und über Weihnachten haben viele neue Bücher zu mir gefunden. Am liebsten würde ich sie alle parallel lesen, aber da käme ich mit keinem gut voran. Also lese ich besser eins nach dem anderen mit gelegentlichen Seitenschwenken.

Heiliger Alltag

Ich habe das Buch schon in vorherigen Blogposts erwähnt. Ich habe es bei der Autorin Veronika Smoor auf dem Instagram-Account entdeckt. Der Titel und die Buchgestaltung (das Foto) haben mich so angesprochen, dass ich es mir direkt bei der Autorin bestellt habe. Mit Widmung :-)

Auf 150 Seiten gibt uns die Autorin Einblicke in ihren Alltag. Sie reflektiert sich und ihre Sicht auf die Welt. Es ist herrlich unaufgeregt und sehr nahbar geschrieben. Ich erkenne mich selbst an so vielen Stellen weiter. Und ich mag Veronikas Blick auf den Alltag, auf Rhythmen und Details, auf Herausforderungen und eigene Begrenzungen. Auf all die Schönheit im Kleinen, wie es uns trägt und wie Gott eben auch (oder gerade) zwischen Töpfen und Pfannen wirkt und webt.

Das Buch ist in gut lesbare Kapitel eingeteilt, leist sich flüssig und unterhaltsam, ist optisch ansprechend gestaltetet und sehr ausgewogen zwischen Text, Zitaten und Bild. Ein schöner Start ins Lesejahr.

Lieblingszitate

Finde vorsichtig heraus, wer du bist
und welche Arbeit dir anvertraut wurde,
und dann lass dich genau da hineinsinken.
Sei nicht von dir selbst beeindruckt.
Vergleiche dich nicht mit anderen.
Jeder von eich ist selbst dafür verantwortlich,
aus seinem Leben das kreativ Beste herauszuholen.
Galater 6, 4-5 (S. 22)

Wie gerne wir doch immer die ganze Welt verändern wollen und dann sofort an dieser Aufgabe verzweifeln! Dabei sollen wir nur bei einem von diesen Menschen anfangen, indem wir ihn nicht mit einem flüchtigen Blick streifen, sondern unseren Blick gnädig auf ihm ruhen lassen. Versuchen, hinter die Fassade zu blicken, wo Bedürftigkeit wohnt. Schutzräume bieten, in denen Menschen sich zeigen können. Vielleicht müssen wir aber tatsächlich erst einmal bei uns selbst anfangen. Morgens im Bad in den Spiegel schauen. Uns unserer Nacktheit bewusst werden. Und dann unser Gesicht zart in die Hände nehmen und ihm sagen: Du bist so schön. Du bist so geliebt. (S.80)

Vormittags ist meine Küche ein Zufluchtsort, ordentlich, warm, ruhig. Mittags verwandelt sie sich in ein Tollhaus. „Was gibt’s zum Mittagessen?“ Die Frage, von deren Antwort der restliche Verlauf des Tages abhängt. Pizza und Spaghetti sind Basis für einen fröhlichen nachmittag. Quinoa-Auflauf und gedünsteter Rosenkohl nicht so sehr. (S. 94)

Wir wollen Schönheit nicht nur sehen, obwohl auch das – Gott weiß es – schon Belohnung genug wäre. Wir wollen etwas anderes, was sich kaum in Worte fassen lässt – wir wollen uns mit der Schönheit, die wir sehen, vereinigen, in sie eindringen, sie in uns aufnehmen, in ihrbaden, Teil von ihr werden. C.S.Lewis (S.124)

Sich sorgen nimm dem Morgen nichts von seinem Leid, aber es raubt dem Heute die Kraft.“ Corrie ten Boom (S. 133)

Wir müssen manchmal eine Weile in unseren Löchern und im Schmerz sitzen und alles herausschreien und heraustrauern, damit Platz in uns wird für neues Leben. Damit wir am Ende durchlässiger werden für die Schönheit unserer Existenz und die Gegenwart Gottes. (S.135)

Ich weiß nicht, welche großen Krisen noch auf mich zukommen werden. Sicher ist, dass sie kommen werden, meine verschlossenen Türen aufreißen und alles durcheinander wirbeln. Im Auge des Sturms wartet jedoch immer Gott. Nicht, um mir das Leid abzunehmen, sondern um es mit mir zu durchleben. (S.136)

Das Leben anzupacken bedeutet immer zuerst Reflexion über Gutes, das in meinem Leben ist. Dankbarkeit ist der Wächter am Tor der Seele gegen die Kräfte der Zerstörung. Gabriel Marcel (S.138)

Darum gilt es nicht, in einzelnen Stunden nur und mit bestimmten Worten und Gebärden Gott zu dienen, sondern mit dem ganzen Leben, mit dem ganzen Alltag, mit der ganzen Weltlichkeit. Martin Buber (S.149)

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3 Gedanken zu „gelesen :: Heiliger Alltag

  1. oh, das klingt sehr ansprechend. und die fotos (es gibt auch einen kalender, hab ich gesehen) sind auch ein augenstreichler. und ja, irgendwie rückt auch immer mehr in meinen blick, dass mein zuhause der ort ist, wo alle (meine) heiligen handlungen ihren anfang nehmen und wo ich kraft schöpfe für mein wirken und sein….in einem anderen blog (gottnahglücklich) fand ich dafür dafür das biblische bild vom kanaan, im sinne eines gelobten landes, bzw. ‚des platzes wo gott mich hingestellt hat‘. wie auch immer ich hier hingekommen bin ( ich finde, es spielt in diesem kontext auch keine rolle) , es als sinnhaft zu erkennen und als meinen spielplatz gleichermassen hat mir ganz viel frieden und freude gebracht…danke für den anstupser und einen schönen tag!

  2. Danke für diese Buchvorstellung, dass ist genau das passende Geburtstagsgeschenk für meine Freundin. Perfekt.

    Lg

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