gelesen :: Innehalten

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Innehalten war eines der zentralen Lernfelder für mich in den Ferien. Doch bevor ich überhaupt ins Innehalten kam, war ich sehr getrieben. Von meinen eigenen Vorstellungen, Ideen und Zielen.

Im August wollte ich unbedingt mindestens ein begonnenes Buch fertig lesen. Ich bin eine langsame Leserin. Nicht, weil ich tatsächlich langsam lese, sondern weil ich so selten Zeit zum Lesen finde oder andere Sachen finde, die ich gerade lieber tue (stricken, zeichnen etc). Also habe ich mir Anfang August zum Ziel gesetzt, mindestens 1 Buch fertig zu lesen. Genau genommen habe ich im August 4 Bücher gelesen. Eins davon kam genau zur richtigen Zeit während der Ferien. Ich hatte es bereits begonnen, diesmal bin ich tiefer eingestiegen.

Innehalten

Innehalten, Zen üben Atem holen Kraft schöpfen, Fleur Sakura Wöss, Kösel*

Fleur Sakura Wöss schreibt sehr authentisch und alltagsnah über die Herausforderungen in dieser Zeit. Wie schwer es uns fällt, wirklich zur Ruhe zu kommen. Wie sehr uns unsere inneren Jagdhunde von einem zum anderen treiben. Gerade auch als selbständige oder Mutter, Kreative mit tausend Ideen im Kopf. Mit vielen Beispielen aus ihrem eigenen Leben führt sie anschaulich durch das Thema Innehalten und Zwischenräume. Wie wichtig auch Nichtsttun in unserem Leben ist, wie wir unseren Rhythmus wiederfinden und zurück zu Klarheit finden können. Dabei zieht sie immer wieder Bilder, Rituale und Beispiele aus dem Zen herzu, gibt aber auch praktische Tipps zum Üben und Überdenken unseres Alltags.

Das Buch ist in 8 Kapitel aufgeteilt und lässt sich auch gut in kleinen Häppchen angenehm lesen und verdauen. Es geht um Zeitmanagement, um tägliche, wöchentliche und jährliche Pausen zum Innehalten, darum, was in unserem Gehirn passiert, wenn es ruhen darf, über Atmung, Meditation, Natur, Schönheit und Stille, aber auch über Gesellschaft, Stadtplanung und öffentliche Räume.

Innehalten ist ein Buch, was für mich sehr wertvoll zu lesen war, aus dem ich mir viel mitgenommen und verinnerlicht habe.

Bei allem, was ich gelesen habe finde ich immer wieder Zusammenhänge zu Erfahrungen und Wissen, was ich schon besitze, Parallelen zu meinem künstlerischen Arbeiten, zum Schreiben und auch zum Familienleben mit den Kindern. Das Buch ist so ganzeitlich, die Botschaft doch so klar und einfach.

Fleur schreibt auf fleurszenblog und unterrichtet am Zen-Meditationszentrum Mishoan in Wien.

Lieblingszitate

„Alles, was du brauchst, hast du schon.“

„Wie erkennen wir das Wesentliche? In der Begrenzung. Indem wir Grenzen setzen, sagen wir Nein zu den hunderttausend Möglichkeiten, und das Wesentliche erscheint.“

„Das Nichtgezeichnete, der weiße Raum auf dem Bild ist der wichtigste Teil der Zeichnung. Sie [die fehlende Farbe] ist nicht nichts, sondern gibt dem Etwas erst die Bedeutung, den Rhythmus und den Kontext.“

„Stille ist jenes Mysterium, aus dem alles geboren wird.“ Kavakos

„Die Stille zwischen den Tönen führt uns in ein inneres Hören, das umfassender und durchdringender wahrnimmt als das äußere Hören und uns zu einem ursprünglichen Wahrnehmen zurückführt.“

„Klarheit entsteht, indem man Dinge weglässt.“

„Das Wesentliche ist das, was gerade in diesem Moment gescheiht.“

„Je klarer und konzentrierter ich in mir selbst bin, desto klarer ist mein Ausdruck nach außen.“

„Die Stille, die wir in der Natur erleben, ist das Tor zu unserem inneren Raum. Äußere Stille öffnet unsere Sinne und verbindet uns mit allem, was rund um uns ist. In der Stille finden wir Zugang zu unserer Quelle.“

„Die wahre Kraft kommt aus der Stille. Wir müssen lernen, still zu sein und uns in der Leere auszuruhen.“

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