gelesen :: Koriandergrün und Safranrot

gelesen :: Koriandergrün und Safranrot

Romane, in denen Gewürze und die Magie des Kochens vorkommen, scheinen mich magisch anzuziehen. Allein der Titel des Buches klang schon so poetisch, der Inhalt sprach mich an, als ich das Buch auf meinen Wunschzettel setzte. Ich bekam das Buch vor zwei Jahren zum Geburtstag geschenkt, habe es aber erst diesen Sommer gelesen.

Koriandergrün und Safranrot, Preethi Nair

„Zitronensaft und Ingwer für die Seele, Mango für die Träume und Honig für den inneren Frieden – in ihrem indischen Heimatdorf war Nalini dafür berühmt, mit ihren sinnlichen Speisen Körper und Geist heilen zu können. Bis Familienoberhaupt Raul entscheidet, sie und ihre beiden Kinder zu sich ins ferne London zu holen …“ Klappentext

Das Buch steckt so voller Weisheit eingewoben in eine spannende Familiengeschichte, die in Indien startet. Es geht darum, den eigenen Takt zu finden und Zugang zu dieser Kraft, die uns innewohnt, zu finden. Die Autorin lässt uns weibliche Kraft und Mutterliebe spüren, aber auch Trauer und Verzweiflung. Sie beleuchtet Entscheidungen aus verschiedenen Perspektiven und die Auswirkungen auf das jeweilige Leben. Alles ist miteinander verbunden, alle sind miteinander verwoben. Und immer schwingt die Magie und der Zauber von Gewürzen und liebevoll gekochtem Essen mit. Wie es zu heilen vermag. Besonders schöne Sätze habe ich über Vergebung in dem Buch gelesen.

Koriandergrün und Safranrot, Preethi Nair, Knaur (Affiliate Link)

Lieblingszitate

„Meine Mutter hatte immer gesagt, dass Vertrauen den Boden für Vergebung bereitete. Es sei unabdingbar, an etwas zu glauben und darauf zu vertrauenm damit die Vergebung fest verankert sei. Allerdings sei Vergebung eigentlich nur der erste Schritt, gleich dahinter käme die Dankbarkeit. Dankbarkeit könne in Hunderten von Formen auftreten, wie die verschieden geformten Gebäckstücke, die man anbot, ohne dafür eine Gegenleistung zu erwarten. Dankbarkeit, so sagte sie, sei der einzige Weg, um seine Wertschätzung zu zeigen, eine Art Miete für die Erlaubnis, das zu tun, was wir liebten.“ (S.166)

„Die Trauer bringt uns an einen Punkt, an dem uns klar wird, dass uns eigentlich nichts richtig gehört. Alles ist nur geliehen, und man steht vor der kalten, nackten Realität, dass nur die Wahrheit bleibt. Sie ist das einzige, was einen immer begleitet und alle Anfechtungen der Zeit überdauert. Meine Mutter hatte recht, als sie sagte, es gäbe nur zwei Farben: Schwarz und Weiß, eingebettet in die Erde von den Händen, doe sie pflanzen. Die Wahrheit wächst stetig, trägt Früchte und vollzieht jede Bewegung nach.“ (S.348)

„Es ist Vergebung, Mol. Ich weiß, dass du keinen Hass mehr in dir trägst, aber Vergebung schließt auch ein, sich selbst verzeihen zu können.“ (S. 373)

„Dinge, die auf den ersten Blick klein sind, haben häufig eine große Wirkung – ein Lächeln, Gesten und Worte, die mit dem Auge oft kaum wahrzunehmen sind. „Bedanke dich“, sagte Amma, „denn die Wurzel des Ingwers sieht hässlich aus, Kreuzkümmelsamen sind bitter, und der geruch von Knoblauch stößt viele ab. Doch auch in diesen DIngen liegt Schönheit, und Schönheit tritt oft in erstaunlich geringen Mengen auf; das sind die beständigen Dinge.“ (S. 373 ff)

 

8 Gedanken zu „gelesen :: Koriandergrün und Safranrot

  1. Liebe Ramona,
    herzlieben Dank für diese Inspiration :-)
    Die Zitate sprechen für sich.
    Ich bin noch auf der Suche nach einem kleinen feinen Schatzbüchlein für meine geliebte Freundin,
    Ich denke, hier bei dir habe ich es gefunden :-)))
    Danke!
    Und einen gemütlichen 3. Advent.
    Herzliebe Grüße
    Jana

  2. Danke für die Inspiration, habe es soeben noch schnell für mein Tochter-Kind bestellt. Hab einen feinen 3. Advent!
    Liebe Grüsse Annemarie

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