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gelesen :: Nur einen Horizont entfernt

Gestern hat es mich etwas davongetragen, und ich habe das am Wochenende begonnene Buch in einem Rutsch durchgelesen. Bis Mitternacht lag ich im Bett und bin in die Versöhnungsgeschichte von Hannah eingetaucht. Das Buch hat mir mal eine Freundin zum geburtstag geschenkt, aber irgendwie hat sich nie ergeben, dass ich es lese. Jetzt war mir nach etwas leichterem, unterhaltsamen. Kein Sachbuch, kein Fachbuch. Einfach ein Roman zum Weglesen. Und weil ich mich gerade immer noch meines eigenen Bücherregals bediene, wurde es das Buch.

Nur einen Horizont entfernt

Im Buch geht es um Versöhnung, ein Thema, was mich auch immer mal umtreibt. Wie gehen wir mit den alten Verletzungen um, mit den Wunden und dunklen Geheimnissen in uns drin. Mit unserem Schmerz, unserer Verletzlichkeit. Die TV-Moderatorin Hannah Farr erhält einen Brief mit zwei Versöhnungssteinchen. Einen soll sie als Zeichen der Vergebung zurückschicken, den anderen an jemanden schicken, dem sie selbst um Vergebung bittet. Die Idee stammt von einer ehemaligen Schulfreundin, die sie jahrelang gemobbt hat und nun, viele Jahre später, ein Buch über Versöhnung geschrieben hat.

Durch die Steine kommt etwas ins Rollen, was nicht mehr aufzuhalten ist. Hannah wird mit ihrer Vergangenheit konfrontiert und begibt sich zurück in ihre eigene Geschichte. Die Versöhnung mit ihrer Mutter steht an. Kein leichtes Thema. Ihre Freundin Dorothee muntert sie immer wieder auf und hilft ihr diesen schmerzhaften Weg zu gehen. Es gibt immer mehr als unsere eigene Wahrheit, die es anzuschauen lohnt. Und wie schön, dass wir Menschen unsere Meinung ändern können. Hannahs Leben gerät ziemlich aus den Fugen. Durch die Versöhnungssteine, mit denen sie ganz schön im Widerstand ist, lernt sich sich selbst auch ganz neu kennen. Unter der Maske und mit all ihren dunklen Seiten.

Der Roman ist unterhaltsam und nett geschrieben und spricht ein interessantes Thema an. Ich konnte mich nicht so gut mit der Hauptfigur identifizieren, habe aber trotzdem Herzklopfen gehabt und das ein und andere Tränchen verdrückt. Das war ein gutes Zwischendrin-Lesebuch, kein literarisches Highlight, aber spannend genug, 412 Seiten in drei Tagen durchzulesen.

★★★★☆

Nur einen Horizont entfernt, Lori Nelson Spielman, Weltbild, 12,00 Euro

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