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gelesen :: Schmetterlingszeit

Eine aufmerksame Blogleserin schickte mir vor einiger Zeit ein Packerl mit einem Buch. Die Autorin Sue Monk Kidd (ich habe bereits die Bienenhüterin von ihr gelesen und vorgestellt) befand sich in ihrer Lebensmitte in einer Krise, die sie gar nicht recht fassen konnte. In dem Buch nimmt sie die LeserInnen mit in die Zeit der Wandlung.

Schmetterlingszeit

Unterschwellig macht sich in ihr die Ahnung von Veränderung breit, sie kann aber noch nicht recht fassen, was da vor sich geht. Auf einem Spaziergang findet sie einen Schmetterlingskokon. Mit diesem Bild begibt sie sich auf die Reise zu ihrer eigenen Verpuppung. Die Autorin ist Christin und zieht immer wieder ihren Glauben und Texte aus der Bibel, aber auch von anderen AutorInnen in ihre Überlegungen hinein. So setzt sie sich ausführlich mit der Bedeutung des Wartens und Annehmens auseinander. Sie verabschiedet sich von ihren alten Rollen (z.B. das brave kleine Mädchen, das gefallen und geleibt werden will) und nicht mehr benötigten Verhaltensweisen auf der Suche nach ihrem wahren Selbst.

Ich habe mich in dem Buch an vielen Stellen wiedergefunden und Parallelen zu meiner eigenen Krise entdeckt. Ich mochte die Bilder und Metaphern im Text und die inspirierenden Gedankengänge, die Bibelstellen und Verweise auf andere spirituelle LehrerInnen und Suchende.

Lieblingszitate

Huch, sind das wieder viele geworden!

Lebe die Frage, flüsterte Gott. (S.28)

Krisen, Veränderungen – all die unzähligen Umbrüche, die den Geist attackieren und uns nach einer Lösung suchen lassen – sind nicht einfach Stimmen des leidens, sondern auch Ausdruck schöpferischer Kraft. (S.28)

Warten ist sowohl passiv als auch leidenschaftlich. Es ist ein kraftvolles, besinnliches Werk. Es bedeutet zu den tiefer liegenden Wurzeln der Gebete hinabzutauchen. (S.30)

Was ist aus unserer Fähigkeit geworden, über das Unbekannte nachzudenken, die Frage selbst zu leben, mit den Spannungen der Ungewissheit zu existieren? (S.45)

Kreativität nährt sich nicht aus Gewissheit, sondern aus der Suche. Wachstum keimt nicht aus Stillstand, sondern im Umbruch. Dennoch liegt die größte Verlockung stets ind er Sicherheit statt im Wagnis, in er unmittelbaren Gewissheit und nicht im bedächtigen Warten. (S.45)

Was, wenn man dir alle diese Rollen wegnähme, was wäre dann übrig? Wer wärst du dann? (S.85)

Die Krise als Chance

Krisen kennzeichnen Übergänge. (S.124)

Eine Krise ist ein heiliger Aufruf, eine Schwelle zu übertreten. Sie schließt beides ein, das Zurücklassen und das Voranschreiten, einen Verlust und eine Chance. (S.125)

„Alles, was wir aus tiefster Überzeugung tun, kann zum Gebet werden.“ David Steindl-Rast (S.175)

„…Was in mir ist wissend? Und weiß, dass es wissend ist? Was ist mein ursprüngliches Selbst?… Sich diese Dinge wirklich zu fragen, bedeutet beten.“ Beatrice Bruteau (S.215) Ein Mitfragender hilft uns dabei, unsere Fragen auszuleben, anstatt sie zu unterdrücken.

„Der gegenwärtige Augenblick fließt immer vor unermesslichen Reichtum über; es ist viel mehr, als man in den Händen halten könnte.“ Jean-Pierre de Caussade (S. 259)

„Sei, was du gerade im Moment tust.“ Beatrice Bruteau (S.260)

Selbstfürsorge: Wenn ich einmal verpasse, meine Seele zu nähren, merke ich bald, dass ich weniger Kraft habe, authentisch zu sein.“ (S.266)

 

Schmetterlingszeit. Mein Weg zum Glück, Sue Monk Kidd, btb* (Buch 7)

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Ein Kommentar

  • andrea

    ich freu mich immer sehr über deine rezensionen und die anregenden zitate dazu. hatte es immer noch nicht geschafft mir das buch zu besorgen, aber jetzt hast du mich wieder angefixt. ich wünsch dir frohe tage!

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