familie

Aus dem Kleiderschrank

Die Tochter war kleidungsmässig schon immer sehr unkompliziert. Abgesehen von einer kurzen rosa-glitzer-Phase zog sie immer an, was da war. Ich mochte ihren Stil. Röcke über Hosen, Ringelleggins, Prinzessinnenkleider, gemütliche Schlumperhosen, verschiedenfarbige (oder keine) Socken. Sie meckerte selten über das, was wir an Klamotten da hatten. Es war ihr in erster Linie wichtig, daß sie sich wohl und bequem drin fühlte. Schliesslich kletterte sie auf Bäumen, baute Höhlen, forschte am Teich oder beobachtete Tiere.

teenager

Jetzt ist die Tochter fast ein Teenager. Irgendwann begann sie, darauf zu achten, wie sie aus dem Haus ging. Sie schaut sich Styles in Zeitschriften an, tauscht sich mit ihren Freundinnen aus, trägt nur bestimmte Klamotten-Kombinationen aus ihrem Kleiderschrank. Dabei beobachte ich ein in meinen Augen sehr gutes Farb- und Harmonieempfinden und einen Sinn für Ästhetik. Das merke ich vorallem, wenn sie Farben kombiniert oder Accessoires wie Schals zu ihren Shirts auswählt. Das macht wirklich Spaß zuzusehen. Sie kommentiert natürlich auch meine Kleidung, die ja meist eher Mutti-prakitsch-bequem ist, denn sie muss einiges aushalten. Aber ich merke, daß ich doch wieder anfange, etwas mehr auf mein Äußeres zu achten, gemeinsam mit der Tochter Styles und Kombinationen auszuprobieren.
Nun wächst die Tochter sehr schnell. Innerhalb von einem halben Jahr passen ihr T-Shirts und Hosen nicht mehr. Ständig klagt sie, daß sie „keine Sachen mehr hat“. Das stimmt so natürlich nicht, aber beim genaueren Hinsehen ist die Auswahl dann doch sehr beschränkt. Vor ein paar Tagen waren wir shoppen. Die Tochter brauchte dringend neue Hosen und Schuhe. Zusammen mit ihrer Entscheidungsunfreudigkeit war das kein so großer Spaß. Hosen konnten wir finden, für Schuhe geht die Suche weiter. Zum Glück gibt es Geschenkgutscheine, zB von Zalando & Co. Damit macht man sie zu allen Anlässen momentan am glücklichsten. Dann kann sie selbst wählen, was sie braucht und möchte und aussuchen, was ihr gefällt. Im Geschäft bummeln, anfassen und anprobieren macht natürlich am meisten Spaß. Aber manchmal ist so online-Zeugs auch praktisch, da wir ja so einfach nicht eben mal zum Einkaufen Shoppen kommen. Nicht immer geht ihr Bedürfnis nach modischer Kleidung mit meinem/unserem Anspruch nach Nachhaltigkeit und sozialen Gesichtspunkten zusammen. Eine gute Alternative ist Second Hand Kleidung zB von Kleiderkreisel oder faire Mode von Armed Angels. Oft schauen wir auch nach, ob die Sachen in Kinderarbeit hergestellt werden. Das ist ihr sehr wichtig. Den Rest an Bewusstsein für Kosumverhalten, Nachhaltigkeit und soziale Standards erarbeiten wir uns noch.

Wie kaufst du am liebsten ein? Online oder im Laden? Freust du dich über Geschenkgutscheine? Wie gestaltest du den Kleidungskauf bei bzw mit deinen Teenager-Kindern (so du welche hast)? Worauf achtest du?

4 Kommentare

  • Micha

    Ich werde morgen mit meinen beiden Großen shoppen gehen und hoffe, dass es stressfrei und entspannt laufen wird. Die beiden sind sehr wählerisch. Da ich nur selten zum Kleiderkauf raus komme, bestellen wir meist online, was eigentlich auch gut funktioniert.
    LG, Micha

  • Katharina

    Spannend! Und schön zu sehen, wie du sie begleitest. Ich hab in letzter Zeit auch wieder mehr Kleidung eingekauft und andererseits auch wieder Sachen aus der Zeit vor den Kindern an. (Ganz ehrlich – das Thema Kleidung macht in Größe 36 einfach mehr Spaß…) Nicht immer bekomm ich das, was ich brauche, in „Öko-Qualität“, was mir am liebsten wäre. Aber ich habe einen tollen Second-Hand-Shop in meiner Nähe entdeckt, da geh ich am allerliebsten hin derzeit. Kleiderkreisel nütze ich noch zu wenig. Muss ich wieder einmal vorbei schauen.
    Alles Liebe, Katharina

  • Feri

    Meine Methode ist: wenig kaufen, dafür nur Sachen die lang halten, gut kombinierbar sind und in denen ich mich wohl fühle. Shirts trage ich dann auch echt, bis Löcher drin sind, und dann kann man sie immer noch zum Sport anziehen. Alles was geht wird geflickt und repariert. Wenn sich aber fast alles miteinander kombinieren lässt, sieht es trotzdem nie langweilig aus.
    Sozial und ökologisch korrekte Kleidung kann ich mir im Moment leider kaum leisten (bzw. nutze mein überschüssiges Geld dann lieber für gutes Essen), daher eben die Devise wenig kaufen, und möglichst Second Hand, bzw. zumindest die schlimmsten Konzerne meiden. Wenn das Studium fertig ist, hab ich da mehr Möglichkeiten.

  • Simone

    Hallo Ramona, welche Grösse trägt deine Tochter?
    Da ich öfters mal aussortiere, würde ich ihr gerne mal ein Päckchen schnüren:)
    Lieben Gruß
    Simone

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