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gelesen :: Impfen Pro und Contra

Als der Wolf geboren wurde, bekam ich von einer lieben Freundin ein sorgsam zusammengestelltes Care-Paket und das Buch geschenkt.

Impfen Pro & Contra: Das Handbuch für die individuelle Impfentscheidung, Martin Hirte

Ich stöberte darin herum, las hier, las da, traf eine Entscheidung und legte das Buch beiseite. Neues Kind, viele interessante Gespräche mit anderen Eltern und erneut ausstehende Entscheidungen. Ich nahm das Buch wieder zur Hand und las mich nochmal rein.

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Das Buch ist sehr übersichtlich aufgebaut und beleuchtet das Thema Impfen über seine Geschichte, Wirkung und Impfstoffen bis hin zu Impfkritik und Nebenwirkungen sehr ausführlich von verschiedenen Perspektiven. Am Ende der Kapitel gibt es eine übersichtliche Zusammenfassung mit den wichtigsten Stichpunkten. Hirte gibt eine Übersicht über die einzelnen Krankheiten und ihre Gefahren, über die Schutz-Impfungen und Impfstoffe, aber auch mögliche Impfschäden und Probleme, die mit Impfungen einhergehen. Er gibt Einblick in Lobbyarbeit und die Zusammensetzung von Impfstoffen. Das ganze Buch ist mit vielen Zahlen und Quellen belegt und liest sich wirklich interessant. Es betrachtet sowohl die Pro als auch die Contra Seite, sodass man sich sein eignes Bild machen und darauf eine Entscheidung treffen kann oder aber angeregt wird, weiter zu recherchieren.

Impfen ist ein heiss diskutiertes Thema, wo die Gemüter schnell erhitzen. Am Ende ist eine Entscheidung, egal in welche Richtung, immer eine sehr verantwortungsvolle und mit gewissen Risiken verbundene, die jeder für sich selbst tragen muss. Und immer spielt Angst bei dieser eine Entscheidung eine große Rolle. Angst vor Krankheiten, Angst vor Impfschäden. Generell Angst vor Leiden und Tod.

Mir hat das Buch sehr geholfen, einen Einblick in das System zu erhalten. Zusätzlich habe ich uns jedoch noch extra einen Impfberatungs-Termin in der Praxis vereinbahrt und führe immer wieder sehr tiefe und respektvolle Gespräche über das Thema mit anderen Eltern. Ich halte übrigens weder etwas von hartnäckiger Impfwerbung noch von der Gegenseite, die mit Horrormeldungen und schlecht formulierten Schlagzeilen Impfungen kritisiert.

Auf Green Family gibt es ein interessantes Dossier zum Thema. Beim Apfelbaumhaus habe ich interessante Informationen zu Tetanus gelesen.

9 Kommentare

  • Mäusemama

    Wir sind Nichtimpfer :) Bei Bedarf würde ich für uns die Tetanusspritze in Anspruch nehmen. Unser Hausarzt sagt immer: „die geimpften sind die Guten und die nichtgeimpften die bösen“ :D *achtung Ironie*

  • Laura

    Liebe Ramona, das ist ein schöner Beitrag von Dir. Du gehst achtsam mit dem Thema um. Mir gefällt, dass Du offensichtlich immer wieder abwägst und Dir selbst „erlaubst“ Deine Meinung zu verändern. Laura

  • Katharina

    Sehr interessantes Thema. Wir haben uns zwei Mal individuell unterschiedlich entschieden. Eine Entscheidung, die nicht leicht gefallen ist, obwohl ich aus beruflichen Gründen auf unheimlich viel Information zurückgreifen kann. Aber hier überhaupt eine Wahl zu haben und diese schwierig zu finden…. ein echtes Luxusproblem, nicht? Danke für die ausführliche Rezension.
    Alles Liebe, Katharina

  • Marja

    Ich gebe zu, ich bin wahrscheilich nicht objektiv genug um hier mehr zu dem Thema zu schreiben.
    Der Bruder meiner besten und längsten Freundin ist als Säugling gestorben, weil er sich im Wartezimmer des Kinderarztes bei einem anderen Kind mit Masern angesteckt hat. Der Kontakt von den beiden Kindern war nur sehr kurz, denn die Arzthelferin hat das andere Kind sofort in einen extra Raum gebracht… Ein paar Tag später mußte der Kleine in Krankenhaus und ist widerum ein paar Tag e später an einer Masernhirnhautentzündung verstorben. Durch Untersuchungen und Nachforschung konnte erwiesen werden, dass das andere Kind und der Bruder meiner Freundin den gleichen Masernstamm hatten.
    Meine Freundin und ich waren damals 10 Jahre alt.
    LG
    Marja

  • Seifenfrau

    Das Thema kommt mir gerade Recht, Ramona!
    Gerade bricht der Vater mit dem Sohn auf zur Blutabnahme für die Vorsorgeuntersuchung J1.
    Ja, das „Kind“ ist 14, und immer noch, immer wieder müssen diese Impfentscheidungen getroffen werden.
    Und nun, mit 14, will er auch noch selbst mitreden, fragt, warum er keine Hepatitis- und keine Zeckenimpfung bekommen hat.
    Ach, ich hab ja schon ewig nicht mehr ins Impfbuch geschaut!
    Nun rollen wir das Thema wieder auf. Und Angst, die falsche Entscheidung zu treffen, ist immer dabei.
    Danke für den Buchtipp.
    Ganz liebe Grüße!

  • FrauPerle

    Wir haben uns irre lange Gedanken darüber gemacht, ob wir impfen sollen oder nicht. Man kann vieles aus dem Internet heraus lesen, ich finde aber, es gibt keine neutrale Meinung dazu. Was ich echt schade finde.

    Dann hatten wir auch noch eine sehr vom Impfen überzeugte Kinderärztin, die uns total unter Druck gesetzt hat zu impfen. Woraufhin wir dann den Arzt wechselten und an einen wirklich tollen gerieten. Dieser hatte eine neutrale Meinung (was wir vorher nicht wussten) Meinung den Eltern gegenüber und empfahl uns dringend dieses Buch. Wir lasen es, beratschlagten uns und entschieden uns erst mal dagegen, vor dem 1. Jahr zu impfen. Der Arzt freute sich darüber, er ist eigentlich auch dafür dass man so spät und so wenig wie möglich impft. Und was ich an ihm so wunderbar finde, er hat uns nicht seine Meinung auferlegt, er hat keine Seite schlecht geredet und uns in Ruhe eine Entscheidung treffen lassen. Dafür bin ich ihm sehr dankbar. Und wie wichtig es war, für uns diesen Weg zu gehen, hat sich dann beim 2. Kind gezeigt welches zu früh kam, die Geburt und die Zeit danach (fast bis zum 1. Lebensjahr) sehr stressig war.

    Ich verurteile das Impfen nicht, finde es aber wichtig dass sich jeder damit auseinander setzen sollte.

  • Susann

    Ich kann die Nichtimpferfraktion nicht so recht nachvollziehen. Aber das mag daran liegen, dass ich während meines Geschichtestudiums auch über Infektionskrankheiten wie die Pocken gearbeitet habe.
    Die Impfmöglichkeit kam im Prinzip als Segen für alle (und ja, in der Frühphase starben dann Leute an der Impfung, weil die nicht ausgereift war. Trotzdem.). Und die Leute ließen ja auch impfen, nicht wirklich angetrieben durch eine grausame Impflobby, sondern weil – Überraschung – sie die Schnauze voll davon hatten, ständig Kinder zu verlieren oder sie verunstaltet zu sehen.
    Die Nichtimpferfraktion hat den Luxus einer hohen Durchimpfungsrate (noch!) in der Bevölkerung und den Zugang zu guter medzinischer Versorgung, das minimiert das Risiko für ihr ungeimpftes Kind, ernsthaft zu erkranken. Sie surfen also auf der Bereitschaft der anderen, das Infektionsrisiko für ihre Kinder (und damit für alle) zu minimieren. Ich finde, es sollte in der Diskussion eben auch bedacht werden, dass sie in einer privilegierten Position sind und ihre Entscheidung auf der konventionellen Entscheidung tausender anderer beruht.

  • Liebe Lebenskunst

    Hallo liebe Ramona,

    Danke fuer den Buchtip, das schau ich mir vielleicht nochmal an. Wir impfen nicht mehr. Mein Aeltester hat alle Impfungen bis er 3,5 war bekommen. Der Juengste alle bis er 6 Monate war. Ich werde ggf. zwischendurch mal sowas wie ne Tetanusimpfung oder so machen lassen, aber im grossen und ganzen haben wir fuer uns, nach langer Recherche beschlossen, nicht mehr voll zu impfen.

    Aber wie Du so schoen sagst, dass muss jede Familie selber entscheiden und ich hoffe immer beide Seiten koennen die einzelnen Entscheidungen einfach so akzeptieren :o)

    Liebe Gruesse,
    Angela

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