Spielzeugtausch

Spielzeugtausch

chima

Der Wolf tauscht seine Spielsachen mit Freunden. Nicht immer sind die Tauschgeschäfte in unseren Augen gleichwertig. Doch woran bemisst sich ein Wert? Geld? Ideale?

Der Wolf scheint es zu mögen, wenn die Dinge im Fluss sind. Spielsachen sind ihm noch nie wirklich wichtig gewesen. Ich glaube, es geht ihm eher um die Beziehungen zu den Menschen, mit denen er spielt. Natürlich bekommt er gern Spielzeug und spielt auch damit. Aber die Phasen der Begeisterung sind oft nicht lang. Immer wieder tauscht er auch seine Spielzeuge mit Freunden. Momentan gibt er ganze Legosets, Chima-Figuren, die er sich von seinem Taschengeld gekauft hat und Sachen, mit denen er nicht mehr spielt weg. Tauscht es ein gegen (in unseren Augen) Nippes, wie in Minifrisbee oder kleine Transformer Autos. Er trauert den weggeschenkten Sachen nicht nach, sondern freut sich, wenn er mit den Freunden aushandeln konnte. Dabei entspricht aber seine Wertvorstellung nicht unserer. Dh der Geldwert der getauschten Spielsachen ist nie gleich.
Ich überlege schon eine Weile daran herum, wie ich das finde, bin aber noch zu keinem Entschluss gekommen. Hier eine lose Gedankensammlung vom Mann und mir:

  • Es sind seine Spielsachen. Er kann damit machen, was er will.
  • Ein ideeller Wert ist ein anderer als ein monetärer Wert.
  • Er muss lernen, daß bestimmte Dinge wertvoller, weil teuerer sind (stimmt das?)
  • Er haftet nicht an. (Das ist doch gut. (<-Bewertung!))
  • Er ist noch so im Hier und Jetzt und noch nicht von unseren monetären Erwachsenen-Gedanken „verdorben“
  • Seine Freunde haben vielleicht doch schon andere Wertevorstellungen und nutzen des Wolfes Tausch-Leidenschaft für ihre Vorteile aus
  • Oh Gott, was wird das später erst? Tauscht er sein Smartphone gegen ein Baseball Cap (Jugendliche nennen das nicht mehr so. Ich werde gerade ausgelacht, weil ich das schreibe)?
  • Unsere Wertevorstellungen sind hier eher monetär geprägt
  • Geben und Nehmen funktioniert nicht nur linear – also du gibst mir, ich geb dir – sondern Energieausgleich kann auch von anderen Stellen stattfinden.

Wir haben beschlossen, den Wolf erstmal tauschen zu lassen. Ich habe dennoch immer ein Auge auf die Aktivitäten, welche Dynamik mit seinen Freunden dabei entsteht und beobachte, wie es ihm dabei geht. Ich gebiete Einhalt, wenn er Dinge tauscht, die nicht ihm allein gehören / Familien- oder Geschwisterbesitz sind.

Hast du damit auch Erfahrungen gemacht? Was sind deine Gedanken zu diesen Tauschgeschäften? Welchen Umgang hast du damit gefunden? Wie geht es dir dabei?

13 Gedanken zu „Spielzeugtausch

  1. Eure Gedanken finde ich gut und richtig. Trotzdem habe ich der Tauscherei einen Riegel vorgeschoben und meine Tochter gebeten, solche Tauschaktionen vorher mit mir abzusprechen. Aus zwei Gründen: Zum einen bin ich (alleinerziehend) meist echt knapp bei Kasse. Da hilft es sehr, wenn auf dem Flohmarkt wieder etwas Geld ins Sparschwein fließt, damit sie sich auch mal selber Wünsche erfüllen kann. Ich fände das dann schon hart, wenn meine Tochter das vom Mund abgesparte Weihnachtsgeschenk gegen irgendeinen Happy-Meal-Driss eintauscht.

    Zweitens kann meine Tochter auch bitterlich bereuen. So gab es schon die unangenehme Situation, dass wir im Kinderzimmer der Tochterfreundin standen, und sie vehement ein vor Monaten vertauschtes Spielzeug zurückforderte und ihr plötzlich bewusst wurde, dass sie einen schlechten Tausch gemacht hatte. Mag pädagogisch sinnvoll sein – kann ich aber trotzdem gut drauf verzichten.

    Meine Eltern erzählen gerne die Geschichte, wie ich im Kindergartenalter mal großzügig ein Steiff-Tier verschenkt habe, dass ich von meiner Oma zu Weihnachten bekommen hatte. Sie hatten das nicht mitbekommen, kamen sich dann aber auch doof dabei vor, das Tier zurück zu fordern. Ich hab das dann auch schrecklich bereut, die Oma war beleidigt und verschenken oder vertauschen durfte ich daraufhin auch nichts mehr.

    Was ich aber gerne unterstütze und was meine Tochter auch ausgiebig macht: Spielzeug aus- bzw. verleihen. Da werden eigentlich fast bei jeder Spielverabredung Sachen hin- und her geliehen. So bleiben die Spielsachen auch im Fluss, sie lernt gleich noch eine Lektion über die pflegliche Behandlung von fremdem Eigentum und ein weiterer positiver Nebeneffekt ist, dass sie bei vielen Sachen, die dann später auf dem Wunschzettel landen, auch schon weiß, ob sie wirklich gerne damit spielt :)

  2. Liebe Ramona
    Vielleicht könntet ihr mit ihm abmachen, dass er seine Sachen nur für eine vereinbarte Zeit (z.B. während den Ferien) tauscht. So ist der „Wert“ nicht so wichtig und das verhandeln kann immer noch statt finden.
    Herzliche Grüsse aus der Schweiz
    Kathrin

  3. Wir haben damals auch mit unserem Sohn ausgemacht, gegenseitig mal Spielzeug auszuleihen. Da kann jeder mal mit dem begehrten Teil vom Kumpel spielen und dann ist auch wieder gut. Das ist besser, als dem teuren abgesparten Legoteil oder Steiff Tier hinterherzutrauern. Ich finde es auch wichtig, zB über die Werte von Legokästen mit den Kindern zu reden, damit sie lernen, das einzuschätzen. Das könn ja schnell mal 100€ sein. Sind Barbysachen für Mädels eigentlich auch so teuer? :-)

  4. Antje,

    Ja, Barbiesachen sind auch teuer. Aber weder Lego noch Barbie sind explizit für Jungen oder für Mädchen. Die Tauschgeschäfte bewegen sich im Bereich bis 20 Euro.

  5. Hallo Ramona,
    ich finde es sehr schön und bemwerkenswert, dass der Wolf sich (noch) nicht so an Materielle Dinge hängt.
    Unsere Tochter darf Kleinigkeiten verschenken oder tauschen (Haargummis, Spangen, kleine Filly Pferde) bei größeren Sachen muss sie vorher fragen.
    Da ich oft auch zu Hause am Computer arbeite, versteht sie das Prinzip von Arbeit – Geld – Zeit schon sehr gut. Sie hat mal erklärt, dass sie lieber kein neues Spielzeug möchte und ich dafür doch lieber eine Woche Urlaub machen soll :)
    Taschengeld hat sie noch nicht aber wenn sie sich etwas größeres wünscht, ist ihr bewusst, dass Mama und Papa dafür arbeiten müssen und dann natürlich in der Zeit nicht „spielen“ können.
    Daher ist ihr der Wert (Zeit/Geld) von „teurem“ Spielzeug ganz anders bewusst. Sie weiß ihre Sachen anders zu schätzen und das finde ich auch gut so.
    Dabei geht es natürlich nicht nur um Sachen die man kaufen kann, sondern auch um Spielzeug welches von uns selbst gemacht wird. Da sind die Materialkosten vergleichsweise gering aber bevor eine Puppe fertig genäht ist, braucht es einfach Zeit. Das hat auch einen gewissen Wert den man nicht mit Geld aufwiegen kann. Ich wäre auch sehr enttäuscht wenn diese Sachen einfach verschenkt werden. :)

    Liebe Grüße
    Vivien

  6. Beim Lesen hatte ich mehrere Gedanken.
    Der erste: wie schön, wenn der Wolf wirklich so freimütig ist und sein Herz nicht an Dinge hängt; vor allem wenn er den Tausch dann wirklich nicht bereut.
    Der zweite: ich fände es spannend zu wissen, weshalb er diesen und jenen Tausch macht.
    Möchte er dem anderen Kind eine Freude machen? Oder wünscht er sich schon lange eine Frisbee?
    Wenn ihr das rausfindet, könnt ihr das Tauschen vielleicht „sanft“ unterbinden, indem ihr die Wünsche auf dem Flohmarkt erfüllt.
    Als drittes eine Idee: ein Spielzeugtauschmarkt mit den Freunden. Da wird das so gemacht: für einen bestimmten Wert erhalten die Spielzeuge farbige Punkte, also 2 Euro sind grüne Punkte, fünf Euro rote Punkte. Und dann kann man ein rotes gegen ein rotes oder eben gegen zwei grüne Punkte tauschen etc.
    Da wissen die Erwachsenen dann, wieviel das „wert“ ist, aber für die Kinder wird das mit dem Geld nicht so in den Vordergrund gestellt.
    Dann lädt man ein paar Kinder zum Tauschring ein; die Eltern kleben vorher die Punkte, und dann wird getauscht.
    Da natürlich eher so, dass man nicht unbedingt den Neupreis des Spielzeugs annimmt, sondern das, was es jetzt noch am Flohmarkt einbringen würde.
    Das ist sicher ein Spaß für die Kinder, und man hat als Eltern das ein wenig im Blick.

  7. Sehr interessant! Das Tauschen war bei uns nie ein Thema. Ich würde glaube ich auch verabreden, welche Dinge getauscht werden können und welche nicht.
    LG, Micha

  8. dein sohn ist uns schon voraus….
    wir haften noch zu sehr an unserem betrügerischen geldsystem.
    wenn du informationsgeld googelst bekommst du viele interessante
    infos..
    ich bin ganz begeistert von der lösung die franz hörmann und präsentiert.
    lg,
    elfie

  9. Hallo Ramona,

    zunächst: Eigentlich haben viele schon das gesagt, was ich auch gedacht habe! Warum das Tauschen nicht auf Zeit begrenzen?
    Wir machen das innerhalb der Familie auch so und tauschen in unseren 3 Familien jeweils die Spielsachen untereinander. Das klappt bei uns super. Mit seinen 3 Jahren hat der Lausbub noch keine Lust, Spielsachen zu verschenken. Es gilt noch das Prinzip des „ich hatte es zuerst“. Aber tauschen, etwas mal geliehen bekommen, das funktioniert schon!

    Allerdings – und ich betone, ich möchte NIEMANDEM etwas unterstellen – möchte ich noch kurz die anderen „Eltern“ mit ins Spiel bringen. Ich glaube nämlich, dass einige Eltern das gern fokussieren, dass gewissen Dinge getauscht werden bzw. gewiss nicht zurück geben, wenn man als Eltern fragt. Nicht aktiv wird da zum tausch angestachelt, nein, aber wie viele Eltern kenne ich, die ihrem Kind erklären würden, dass es da gerade etwas super teures ertauscht hat und es sein kann, dass das andere Kind irgendwann traurig sein wird? Die erklärenden Eltern kann ich an einer Hand abzählen. Viel eher sehe ich es so: Sie freuen sich, dass sie beim nächsten Flohmarkt etwas mehr einnehmen werden. Auch wenn jetzt vielleicht der ein oder andere sagt „so handelt doch keiner“, so muss ich leider sagen, doch gibt es! Es soll aber nur alle anderen Kommentare noch um die Sichtweise der Eltern ergänzen.

    Bei uns gibt es daher Tauschen nur auf Zeit oder aber man spricht mit den Eltern UND den Kindern.
    So wird es jedenfalls meistens bei uns gemacht! Oder es wird ausdrücklich geschenkt, dann aber ohne Gegenleistung!

    Lieben Gruß
    Petra

  10. Liebe Ramona, auch bei uns: im Alter ab knapp fünf setzt der Tauschwahn ein. Es ist auch unangenehm, wenn das Kind mit einem Chima-Pack kommt und nur eine Frisbee gegeben hat. Unsere Regel: innerhalb von 14 Tagen kann ein Tausch rückgängig gemacht werden, wenn einer der Tauschpartner unzufrieden ist. Bedingung: das Objekt ist noch voll funktionstüchtig. Klappt gut.
    Liebe Grüße.

  11. Mein erster Gedanke waren auch die Eltern der anderen. Ich bin mir ganz sicher, dass meine Eltern da eingeschritten wären, wenn ich meinen Krimskrams gegen teuerer Spielsachen von FreundInnen eingetauscht hätte.
    Aus eigener Erfahrung: Manche Kinder sind da schon ganz geschickte Händler und begreifen ganz genau, dass sie einen (finanziell gesehen) sehr guten Tausch gemacht haben… Ob man da jetzt von „ausnutzen“ sprechen muss, wenn beide Seiten glücklich mit dem Tausch sind, weiß ich allerdings nicht..
    Ohne das zu Ende gedacht zu haben, würde ich mich wohl auch dem anschließen, dass Tauschen eher was auf Zeit ist. Die Freude am tauschen würde ich aber unbedingt erhalten wollen.

  12. Petra Hamacher,

    Hallo Petra, ich gebe dir vollkommen Recht!
    Diese Eltern kenne ich leider auch und waren mein erster Gedanke, als ich die Geschichte vom Wolf hier gelesen habe.
    Es ist traurig, aber es gibt sie leider nicht zu selten, ich persönlich würde mich unwohl fühlen, wenn eins meiner Kinder mit etwas teurem ankommen würde und im Gegenzug irgendein Krempel weggetauscht hat.
    Deshalb gibt es hier auch nur Tauschgeschäfte, für einen festgelegten Zeitraum.

    Lieben Gruß
    Simone

  13. Ich tausche auch gerne auf verschiedenen Tauschplattformen. Dabei habe ich aber immer auch den eigentlichen Preis im Blick (sehe aber auch manchmal drüber hinweg). Ich finde so lange der Wert, der getauschten Dinge nicht weit über oder unter dem Wert des getauschten Gegenstands liegt, solltest du dir keine Sorgen machen.

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