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Wenn die Zähne wackeln

Der Wolf, er nimmt wirklich selten den Stift zur Hand, um zu zeichnen, brachte neulich Roboter aufs Papier. Und da fiel es mir auf: Zahnreihen.

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Als die Tochter im Alter vom Wolf war, las ich das Buch „Wackeln die Zähne, wackelt die Seele“. Ein Buch zum Zahnwechsel, hauptsächlich aus anthroposophischer Sicht geschrieben. Ein bisschen davon ist hängen geblieben. (Ich habe das Buch nicht mehr, sonst würde ich jetzt ein bisschen daraus zitieren). Zum Beispiel fand ich faszinierend, daß beobachtet wurde, daß Kinder im Zahnwechsel-Alter häufig sogenannte Zahnreihen in ihre Bilder zeichnen. In Form von langen Fensterreihen, Kreisen, Mustern. Ich habe noch vage die Bilder aus dem Buch im Kopf. Und dann tauchen die tatsächlich auf den Zeichnungen meiner Kinder auf. Wie oben im Roboter des Wolfes. Oder unten in den Bilder der Tochter, die ich grad auf die Schnelle gefunden habe, als ich zu dem Thema ihre Erinnerungskiste durchwühlte.

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Ich erinnere mich, daß die Zahnwechsel-Zeit bei der Tochter wirklich eine sehr unstete Zeit war. Sie hatte es schwer. Wir hatten es schwer miteinander. Das Buch hat mir wirklich geholfen, unsere Konflikte, ihren „Zustand“ aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten. Ihr Unterstützung und Verständnis entgegen zu bringen. Und durch die beschriebenen Fallbeispiele auch aktive Lösungsideen. Neulich stellte sie fest, daß sie nur noch einen Milchzahn hat, der rausfallen muss. Beim Wolf hingegen warten wir auf den ersten Wackelzahn. So ganz miniwenig wackelt er auch schon.
Und insgesamt ist es doch ganz klar. Schauen wir mal hin, wieviel Energie das Zahnen bereits bei Babies oft fordert. Ganz logisch, daß ein Zahnwechsel von den Milchzähnen zum 2. Gebiss nicht ganz spurlos an den Großen vorüber geht. Auch sie werden aus dem Gleichgewicht geworfen und kämpfen, wenn auch anders, mit den Zähnen. Dabei fallen mir auch gleich wieder einige Redensarten ein, die in direktem Zusammenhang stehen. Seele und Zähne. („Auf dem Zahnfleisch kriechen“ oder „Die Zähne zusammenbeissen“, „einen Zahn zulegen“, „auf den Zahn fühlen“, „zähneknirschend“…)

Wie erlebst du das Zahnen deiner Kinder? Den Zahnwechsel? Beobachtest du eine Veränderung in der Persönlichkeit? Erinnerst du dich an deinen ersten verlorenen Zahn?

9 Kommentare

  • Micha

    Das Buch habe ich bei meinen großen Kindern auch gelesen und fand es sehr zutreffend und interessant. Danke fürs Erinnern, jetzt passt es wieder zu meiner Siebenjährigen – Stimmungsschwankungen, auch mal Ängste und Albträume. Auf die Zahnreihen in den Bildern muss ich auch mal achten.
    LG, Micha

  • Mona

    DANKE!!!
    Ich werde uns das Buch besorgen, denn mein fast 8-jähriger ist zur Zeit ein umgedrehtes Kind, bei dem wir absolut ratlos sind weswegen das grade so ist…
    Ich habe den Verdacht, du hast mich gerade drauf gebracht!
    Nochmals DANKE!!!

  • kathrin

    Hallo meine Liebe,
    bei M* wackelt noch kein Zahn (trotz ihrer 6 Jahre), nur ihr Gemütszustand schwankt in letzter Zeit, von kraftvoll und selbstbewusst, zu Ängstlichkeit und ich ‚trau mich nicht‘. Etwas anstrengend an manchen Tagen … aber es passiert auch einfach so viel in diesem Vorschuljahr, es reift und wächst und braucht seine Zeit.

    Lg

  • Katharina

    Hier wackelt der erste Zahn beim Großen schon ganz deutlich. Vor ein paar Tagen haben wir entdeckt, dass dahinter/darunter der bleibende Zahn schon hervor lugt. Unstete Zeit… nun ja, die erleben wir hier irgendwie schon seit dem Hausbau/Umzug. Aber jetzt wo du darüber schreibst, möchte ich mehr darauf schauen, wie es dem Großen mit dem Zahnwechsel geht. Momentan, kommt mir vor, überwiegt bei ihm die Freude am „Großwerden“ (und am Ausblick darauf, im Herbst ein Vorschulkind zu sein). Meine Aufmerksamkeit ist aber sehr oft bei der Kleinen, die eine Autonomiephase massiven Ausmasses durchlebt (ich staune!!), wobei sich der Große oft recht zurücknimmt. Das Buch klingt spannend, muss ich einmal in der Bücherei suchen. Danke für den Hinweis! Die Zeichnungen finde ich übrigens wirklich toll und ausdrucksstark. Werde auch nach gezeichneten Zähnen Ausschau halten. ;-)
    Alles Liebe, Katharina

  • Sarah

    Meine kleine Tochter hat in diesem Jahr und im letzten Jahr (mit 7) ihre ersten Zähne verloren, und ist gleichzeitig total gewachsen. Nicht nur körperlich, sondern so insgesamt.

    Meine Große bekommt gerade die hinteren Backenzähne (mit 12) und hatte letzte Nacht ganz schön Schmerzen. Es drückt und schiebt. Die Arme! :-/

  • Fraukla

    Ich bin vielleicht etwas spät dran aber trotzdem:
    Und wieder habe ich hier etwas gelernt! Danke :)
    Ich kann mich noch daran erinnern, dass meine Jungs zu dieser Zeit besonders gern große Schiffe mit vielen Bullaugen oder Schießscharten gezeichnet haben… ich sehe diese Phase jetzt im Nachhinein anders.
    Allerdings möchte ich noch anmerken, dass „einen Zahn zulegen“ nichts mit menschlichen oder tierischen Zähnen zu tun hat sondern mit der Koch-Geschichte. Als noch über dem offenen Feuer in großen Töpfen, die an gezackten Aufhängungen befestig waren gekocht wurde, hieß die Anweisung „legt einen Zahn zu“ (wie auch heute) nichts weiter, als dass es schneller gehen muss und der Topf um einen Zahn nach unten näher an die Hitzequelle gehängt wurde.
    (Das „auf dem Zahnfleisch daher kommen/kriechen bezieht sich auf Skorbut oder andere Krankheiten bei dem einen die Zähn ausfallen)

    LG
    FrauKla

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